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18. Juli 2017 16:35 Uhr

Franziska Schätzle und Daniel Landerer gewinnen Wettbewerb der Weinbruderschaft

Doppelsieg für Kaiserstühler Jungwinzer

Großer Erfolg für Franziska Schätzle aus Schelingen und Daniel Landerer aus Oberbergen: Die beiden Kaiserstühler Jungwinzer haben bei einem Wettbewerb der Weinbruderschaft Baden-Württemberg jeweils den ersten Platz belegt.

  1. Franziska Schätzle aus Schelingen und Daniel Landerer aus Oberbergen haben mit ihren Spätburgundern den Wettbewerb der Weinbruderschaft Baden-Württemberg gewonnen. Foto: Gerold Zink

Landerer siegte bei den trockenen, fruchtbetonten Spätburgundern mit einem 2015er QbA Gutswein, Schätzle bei den von Holz- oder Barriquenoten geprägten Spätburgundern mit dem 2014er Kirchberg Reserve.

Ordensfest in Ludwigsburg
Die Weinbruderschaft Baden-Württemberg hatte den Weinwettbewerb für Winzer unter 40 Jahren ausgeschrieben, die ihre Weine selbst ausgebaut haben. Kooperiert hat die Weinbruderschaft dabei mit der Generation Pinot und dem Badischen Weinbauverband. In der ersten Kategorie der fruchtbetonten Spätburgunder wurden 59 und in der zweiten Kategorie der holzgeprägten Spätburgunder 48 Weine angestellt. Verkostet wurden die Weine in Freiburg. In der Jury saßen Mitglieder der Weinbruderschaft, Sommeliers, Vertreter der Generation Pinot und des Weinbauverbandes sowie Kellermeister.

Bekannt gegeben wurden die Sieger nun in Ludwigsburg bei einem Ordensfest der Weinbruderschaft. Die Siegerweine wurden vom Master of Wine, Konstantin Baum, präsentiert und besprochen. Bei der Gebietsweinprämierung des Badischen Weinbauverbandes im November in Offenburg wird Schätzle und Landerer noch ein Pokal überreicht. Beide erste Plätze gehen somit an den inneren Kaiserstuhl.

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Großer Wein aus dem Jahrgang 2014
"Es freut mich ganz besonders, dass unser 2014er Kirchberg Spätburgunder Reserve aus einem kühlen und zunächst klein geredeten Jahrgang die Verkoster begeistert hat", sagt Franziska Schätzle, die das Schelinger Familienweingut zusammen mit ihrem Vater Thomas Schätzle führt.

Die junge Winzerin ist davon überzeugt, dass der Schelinger Kirchberg im Herzen des Kaiserstuhls einen außergewöhnlichen Reiz hat. Das heiße Basaltgestein direkt an der Oberfläche kombiniert mit der kühleren Höhenlage bringe enorm viel Spannung in die Trauben. Zudem arbeite man bei den Schätzles sehr naturnah mit Begrünungen, Heu-Abdeckungen direkt vom gegenübergelegenen Naturschutzgebiet Badberg und eigenem Kompost.

Im Barrique-Fass ausgebaut
Die geringen Erträge von rund 30 Kilogramm Trauben je Ar führten dazu, dass die Pflanzen selbst an diesem trockenen Standort in der Balance seien und die Trauben optimal ausreiften. Die Trauben jeder einzelnen kleinen Parzelle würden zunächst in kleinen Behältnissen maischevergoren und danach in Barriquefässern 12 bis 15 Monate lang weiter vinifiziert.

Die Einzelfassprobe sei dann die größte Hürde, die Franziska und Thomas Schätzle mit ihrem Mitarbeiter Martin Schmidt ihren Weinen auf dem Weg in die Flasche stellen. Hier müsse letztlich jede Partie für sich beweisen, dass sie sich auch tatsächlich zu einer Kirchberg-Reserve entwickelt hat.

Den Gewinner-Wein der zweiten Kategorie beschreibt Schätzle als vielschichtigen und eleganten Spätburgunder, der eine intensive Frucht und eine feine Würze am Gaumen aufweist.

Vorbild Burgund

Wie Franziska Schätzle freut sich auch Daniel Landerer sehr über die Auszeichnung für seinen 2015er trockenen, fruchtbetonten Spätburgunder Gutswein. Landerer legt bereits im Weinberg die Grundlagen für seine vielschichtigen Weine. In Oberbergen bewirtschaftet er mehrere Lagen, die hauptsächlich aus Vulkanverwitterungsgestein bestehen. Diese geben seinen Weinen eine besondere Frucht und Tiefe. Beim Ausbau der Weine orientiert er sich bei den Spätburgundern an den großen Vorbildern aus dem Burgund.

Die erste Kategorie hat Daniel Landerer mit großem Abstand gewonnen, wie ihm bei der Preisverleihung mitgeteilt wurde. Sein Gewinner-Wein besticht durch eine schöne Frucht und eine lebendige Säure, die dazu animiert, ein zweites Glas des Spätburgunders zu trinken. Im Gaumen ist der Wein vielschichtig und nachhaltig.

Autor: Gerold Zink