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18. August 2011

Lohnender Blick über die Rheinebene

UNTERWEGS IN DER HEIMAT: In der Nähe von Eichstetten liegt die Eichelspitze mit einem Turm und einer alten Einsiedelei.

  1. Eine neue Mauer erinnert mit alten Steinen an die alte Einsiedelei. Foto: Axel Dröber

EICHSTETTEN. Auch in den Sommerferien gibt es lohnende Ziele, einen Ausflug zu machen, um etwas Neues kennenzulernen, etwas zu erleben oder in die Geschichte einst wichtiger Orte einzutauschen. Die BZ-Sommeraktion möchte Lesern diese Ausflugstipps nicht vorenthalten. Heute: die alte Einsiedelei am Eichelspitzturm bei Eichstetten.

Wer gerne einmal hoch hinaus und dabei einen schönen Ausblick genießen möchte, der sollte sich auf den Weg zur Kaiserstühler Eichelspitze machen, die in der Nähe von Eichstetten liegt. Auf diesem Berg gibt es einen Aussichtsturm, von dem aus Wanderer bei klarem Wetter einen famosen Ausblick auf das Kaiserstuhlmassiv, die Rheinebene bis hin zum Schweizer Jura haben. Über 42 Meter ragt der 2006 eingeweihte Turm in die Höhe.

Der Turm ist ein Gemeinschaftsprojekt der vier Kaiserstuhlgemeinden Eichstetten, Bötzingen, Vogtsburg und Bahlingen, des Fördervereins Eichelspitzturm und des Landes Baden-Württemberg. Beteiligt ist auch der Mobilfunkanbieter O2, der einen Sendemast oberhalb der Aussichtsplattform betreibt. Die Geschichte des Eichelspitzturms begann mit einem provisorischen Vermessungsgerüst. Bis ins Jahr 2000 war die Bergkuppe dicht bewaldet, im Frühjahr 2001 wurde dann ein Probeturm errichtet. Der Andrang war sofort sehr groß: 3000 Wanderer erklommen den Behelfsturm und ließen sich von der Aussicht auf über 27 Metern begeistern. Damit war die Idee für einen dauerhaften Aussichtsturm geboren.

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Ab Eichstetten ist der Eichelspitzturm ausgeschildert. Wer mit dem Auto anreist, lässt sein Gefährt auf dem Parkplatz zwischen Bötzingen und Vogtsburg stehen. Von da ist es dann noch einmal ein strammer Fußmarsch. Der Weg ist zwar nur einen Kilometer lang, aber gerade die letzten 500 Meter haben es in sich. Der Weg geht hier steil durch den Wald Richtung Bergkuppe. Schon am unteren Waldrand bietet sich ein schöner Blick auf den Haselschacher Buck und den Badberg. Wer dann noch den Bergpfad hinter sich gebracht und die 143 Stufen zur Aussichtsplattform des Eichelspitzturms erklommen hat, der sieht weit in die Ferne. Der Blick reicht entlang des Schwarzwalds und den Vogesen über das Kaiserstuhlmassiv, bei guter Wetterlage sogar bis zum Straßburger Münster, die Hornisgrinde und den Schweizer Jura. Auf 521 Metern über Normal null liegt der Turm, die Aussichtsplattform hat eine Höhe von 28 Metern über der Bergkuppe der Eichelspitze.

Wer nach der Turmbesteigung noch ein Wer Heimatkunde betreiben möchte, findet am Fuße des Turms die Gelegenheit dazu. Hier entdecken Wanderer die Überreste eines alten Wohnhauses aus dem 14. Jahrhundert, bei dem es sich um einen Eremiten-Klause handelt. Mit neuen Mauerstücken ist das Fundament des "Bruderhäusles" nachgebildet worden, zu dem dazumal auch eine Kapelle gehörte. Mit der Reformation kam es offenbar zur Auflösung und zum Zerfall der Einsiedelei.

Und wer dann noch immer gut zu Fuß ist, kann auf mehreren Naturlehrpfaden die Gegend per pedes erkunden. Vom Parkplatz aus gehen zwei Pfade ab. Der Knabenkrautpfad führt den Wanderer durch die Rheinebene zum Winklerberg. Auf dem Berg wachsen nicht nur sonnenverwöhnte Trauben für den guten Ihringer Wein, naturinteressierte Wanderer können hier vom Weg aus das seltene Knabenkraut betrachten. Der Neunlindenpfad erfordert ein festeres Schuhwerk und eine etwas bessere Kondition. Der Pfad führt über den Kaiserstühler Kamm zu den drei höchsten Erhebungen des Massivs, dem Totenkopf, dem Eichelspitz und dem Katharinenberg und gewährt einen faszinierenden Blick über die heimische Vulkanlandschaft.

Autor: Axel Dröber