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07. Januar 2012
RHEINGEFLÜSTER: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er ...
Eine Zugfahrt, die ist lustig – manchmal aber auch nicht. Insbesondere, wenn der Zug nicht fährt, sondern steht. Das kann, je nach Begleitung oder mitgeführter Lektüre, zwar auch ganz lustig sein, aber nicht, wenn man nach einem Arbeitstag den Feierabend eigentlich lieber zu Hause als im abgehängten Wagon der Breisgau-S-Bahn auf dem Breisacher Bahnhof verbringen möchte. Diese Erfahrung machte jedenfalls der Schreiber dieser Zeilen, als er unlängst von der Münsterstadt in Richtung Freiburg zu reisen gedachte.
Spät, aber nicht zu spät, erreichte er den Bahnsteig, der Zug aus Freiburg fuhr gerade vor, was lag da näher, als für die Rückfahrt gleich in den erstbesten Wagen auf dem Bahnsteig einzusteigen. Dass bald nach Besteigen des Zuges die Innenbeleuchtung ausging und der Dieselmotor seinen brubbelnden Betrieb ebenfalls einstellte, hätte einen routinierteren Bahnreisenden wohl misstrauisch gemacht, aber der Platz war warm und die beiden Damen, die sich 2 Sitzreihen weiter in wohlklingendem Russisch unterhielten, schienen ja auch nicht beunruhigt. So verstrich die Zeit, und erst als der avisierte Abreisetermin bereits 5 Minuten verstrichen war, kamen erste Zweifel auf, ob hier noch alles mit rechten Dingen zugehen würde. Der Bahnsteig war mittlerweile wieder menschenleer, und es gab niemanden, der einem unbedarften Fahrgast im Wartestand hätte Auskunft geben können. Die beiden besagten Damen hatten mittlerweile ebenfalls Sorge, ob sie ihren Anschlusszug in Freiburg wohl noch erreichen würden. Kurz und gut, nach weiteren 20 Minuten kehrte wieder Leben im Bahnhof ein und die Reise konnte mit halbstündiger Verspätung dann fahrplanmäßig – aber einen Zug später als geplant – doch noch aufgenommen werden.
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Das Missgeschick klärte sich 2 Abende später auf. Diesmal früher am Bahnsteig konnte der S-Bahn-Novize dieses Mal die Durchsage vernehmen, dass der aus Freiburg einlaufende Zug geteilt würde, und nur die letzten (respektive ersten) beiden Wagons die Rückreise wieder antreten würden. Die Lehre aus dem Vorfall ist schnell gezogen: Nur noch vorne einsteigen! Denn, wer im ersten Wagen eines Zuges sitzt, kann nicht abgehängt werden.
Kleiner Tipp für den Lokführer: Eine kurze Durchsage im (noch ungeteilten) Zug wäre ganz hilfreich und würde vielleicht verhindern, dass der eine oder andere Reisende auf der Strecke bleibt.
Autor: Thomas Rhenisch
