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13. Januar 2012

Umsatzrückgang hält sich in Grenzen

Die WG Achkarren hatte im vergangenen Geschäftsjahr zu wenig Wein im Keller / Genossenschaft will Rebfläche erweitern.

  1. Langjährige Mitglieder der WG Achkarren wurden bei der Jahreshauptversammlung des Betriebes für ihre Treue zur Genossenschaft geehrt. Foto: Thomas Rhenisch

VOGTSBURG-ACHKARREN. Trotz eines Umsatzrückganges von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist man bei der Winzergenossenschaft Achkarren zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2010/2011 (1. Juli bis 30. Juni). "Wir haben ein schwieriges Jahr gut gemeistert", sagte WG-Vorsitzender Josef Mäder am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung der Genossenschaft. Die kleinen Ernten der Jahre 2009 und insbesondere 2010 hatten noch Schlimmeres befürchten lassen.

Nach 1,35 Millionen Litern verkauftem Wein im Geschäftsjahr 2009/2010 setzte der Weinbaubetrieb im Berichtszeitraum nur 1,25 Millionen Liter ab. Das entspricht einem Rückgang von rund 7,5 Prozent. Nicht ganz so drastisch war der Rückgang beim Umsatz, der lediglich um 4,3 Prozent auf 4,17 Millionen Euro (Vorjahr: 4,36 Millionen Euro) zurückging. Grund für den Einbruch war in erster Linie die sehr kleine Erntemenge im Herbst 2010, die bei manchen Weißweinsorten zu Lieferengpässen führte, wie Geschäftsführer Waldemar Isele in seinem Bericht erklärte.

Mit 1,38 Millionen Kilogramm lag die Erntemenge 25 Prozent unter dem Mittel der vorausgegangenen 5 Jahre und immer noch 11 Prozent unter dem bereits kleinen Herbstergebnis des Jahres 2009. Bei einer Ertragsrebfläche von 152 Hektar entsprach dies einem Flächenertrag von gerade einmal 92 Kilogramm je Ar. Die kleine Ernte führte dazu, dass die Weinvorräte zum Bilanzstichtag am 30. Juni mit 847 000 Litern rechnerisch nur noch für 8 Verkaufsmonate ausreichten.

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Vor allem die Weißweine waren knapp

Bei den Weißweinen war die Winzergenossenschaft zeitweise nur noch bedingt lieferfähig. Dass der Umsatzrückgang nicht noch gravierender ausfiel, war der Tatsache geschuldet, dass der Durchschnittserlös pro verkauftem Liter Wein um 10 Cent auf 3,32 Euro gesteigert werden konnte und die Gestehungskosten insgesamt ebenfalls gesenkt wurden. "Mit diesem Ergebnis spielen wir in Baden immer noch im Bereich der Champions League-Plätze", betonte Mäder in der Versammlung. Auch die Winzer schienen angesichts des nur geringfügig geringeren Traubengeldes für die 340 Mitglieder nicht unzufrieden, immerhin bewegen sich die Auszahlungen in Achkarren im Vergleich immer noch auf hohem Niveau. Jedenfalls sparten die versammelten Weinbauern nicht mit Lob für den Vorstand und die Geschäftsführung ihres Betriebes.

Erfreulich, so Geschäftsführer Isele, sei auch das gute Abschneiden der Achkarrer Genossenschaftsweine bei vielen Verkostungen im Geschäftsjahr gewesen. Besonders ragt dabei der Ehrenpreis bei der Landesweinprämierung heraus.

74 Prozent ihres Umsatzes erzielt die WG Achkarren mit den lukrativen Dreiviertelliterflaschen. Wichtigster Abnehmer ist der Lebensmittelhandel mit 53 Prozent, gefolgt vom Fachhandel (25 Prozent) und vom Privatverkauf (22 Prozent).

Bei den Sorten dominieren nach wie vor die Weißweine, mit denen der Betrieb 57 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftete. Wegen der Lieferengpässe bei den Weißweinsorten ist die relative Bedeutung der Rot- und Roséweine im Berichtsjahr mit 39 Prozent jedoch wieder etwas angestiegen. Unverändert ist der Sortenspiegel. 35 Prozent der Ertragsrebfläche sind nach wie vor mit Spätburgunderreben bestockt. Auf den gleichen Anteil kommt der Grauburgunder, auf 15 Prozent der Fläche steht Müller-Thurgau, auf 9 Prozent Weißburgunder.

2011 gab es einen Wunschherbst

Ein Wunschherbst sei laut Isele die vergangene Ernte des Jahres 2011 gewesen, bei der 1,95 Millionen Kilogramm Trauben angeliefert wurden. Das sind gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch dass die Ernte so früh begann, sei positiv gewesen. So konnten die Weine schon früh auf den Markt gebracht werden und bei manchen Sorten der Anschluss an den neuen Jahrgang doch noch geschafft werden.

Positiv würden auch die ersten 6 Monate des aktuellen Geschäftsjahres verlaufen. Mit einer Umsatzsteigerung von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist man auf einem guten Weg, die letztjährige Absatzdelle auszugleichen. Auch Christoph Rombach zeigte sich mit Blick auf die eingelagerten Weine optimistisch: "2012 könnte ein erfreuliches Jahr für uns werden", sagte der Kellermeister der Genossenschaft. "Allerdings", so Isele, "brauchen wir auch dieses Jahr einen Herbst in ähnlicher Größenordnung wie 2011.

Um langfristig Umsatz generieren zu können, muss in Zukunft auch die Rebfläche Schritt halten. Wir sind deshalb offen für zusätzliche Flächen", gab der Geschäftsführer den Winzern mit auf den Weg.

Nach der einstimmig erfolgten Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat entspann sich eine längere Diskussion unter anderem um künftige Marketingstrategien für den Privatverkauf und um die Frage, ob die WG künftig auch Ökoweine produzieren soll.

Ehrungen: Für 60 Jahre Treue zur WG Achkarren wurden Franz Fichter, Alfred Kunzelmann, Siegfried Schätzle und Winfried Wiehler geehrt. Auf 50 Jahre bringen es Rudolf Kind, Josef Isele, Oswald Scherer, Edeltraud Jäger, Bernhard Kind und Josef Wilhelm. Seit 40 Jahren dabei sind Eugen Bachmann, Herta Dägele, Heinrich Fichter und Siegbert Schätzle.

Autor: Thomas Rhenisch