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17. Juli 2012

Volle Konzentration beim Freizeitspaß

Beim Grümpelschießen kann jeder seine Treffsicherheit testen / Jeder Teilnehmer wird vor dem ersten Schuss genau eingewiesen.

  1. Ganz schön weit sieht die Distanz von 50 Metern aus der Perspektive des Schützen aus Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

DACHSBERG. Zum Grümpelschießen hatte der Schützenverein Wittenschwand in der vergangenen Woche auf dem Kleinkaliberstand in eingeladen. Dieser Jedermannschießwettbewerb erfreut sich seit nunmehr gut drei Jahrzehnten großer Beliebtheit bei Stammtischrunden, Vereinen, Firmen und sonstigen Gruppen.

Über 40 Viererteams melden sich durchschnittlich jedes Jahr an, um auf dem Schießstand im Arnoldslochweg ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen. Auch auswärtige Teams sind regelmäßig vertreten. Einige treue Grümpelschützen etwa kommen aus Niedergebisbach, aber auch Feriengäste sind immer wieder mit dabei. Jede teilnehmende Mannschaft erhält einen Preis.

Am Donnerstag liefen die Durchgänge der 14 gemeldeten Mannschaften zügig ab. Alle waren pünktlich da und absolvierten ihre Schüsse. Alle vier Teammitglieder können gleichzeitig schießen, so dass eine Mannschaft im Durchschnitt etwa 20 Minuten benötigt, um ihre Schüsse abzugeben. Jeder Schütze schießt vier Scheiben mit jeweils fünf Schuss. Jeder Schütze kann maximal 150 Punkte erreichen – durchschnittlich sind es zwischen 120 und 130 Punkte.

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Pro Mannschaft darf höchstens ein aktiver Sportschütze antreten. "Oft sind es aber ohnehin gerade die Anfänger, die unverkrampft an den Wettbewerb herangehen und dann sehr gut abschneiden", weiß Vereinsvorstand Hubert Mutter-Böhler aus Erfahrung.

Tochter Patricia Böhler, selbst erfahrene und erfolgreiche Sportschützin – sie wurde gerade vor drei Wochen Landesmeisterin und tritt in diesem Jahr im September zum fünften Mal in Folge bei den Deutschen Meisterschaften an –, wachte am Freitag akribisch genau über die Munitionsausgabe. Vater Hubert wertete das Ergebnis der einzelnen Schützen sofort aus. Neben jedem Schützen stand ein Betreuer des Vereins, der die Einweisung von Neulingen vornahm und sich um den Wechsel der Scheiben kümmerte. Geschossen wird im Liegen, wobei das Kleinkalibergewehr auf einem weichen Sack aufliegt, den sich der Schütze nach Bedarf zurechtknuffen kann.

Pünktlich um 18 Uhr füllte sich am Freitag plötzlich der Schießstand. Nachbar Claudio kam gleich mit fünf Mannschaften anmarschiert, eine davon eine Damenmannschaft (Damen- und Herrenmannschaften werden gesondert bewertet).

Das große Hallo bei der Zusammenstellung der Viererteams verwandelte sich abrupt in konzentrierte Stille, als die ersten Schüsse fielen. Ganz schön weit sieht die Distanz von 50 Metern aus der Perspektive des Schützen aus, und mit der entsprechenden Spannung erwarteten die Schützen daher die Rückkehr der ersten Scheiben, die ihre Treffsicherheit belegen und die Lästerer im Hintergrund zum Schweigen bringen sollten. Zwischenzeitlich roch es vom Eingangsbereich herüber verführerisch nach Gegrilltem, denn der Verein sorgt während des Grümpelschießens auch bestens für das leibliche Wohl seiner Gäste.

Der Schützenverein 1890 Wittenschwand hat 82 Mitglieder, davon vier Nachwuchsschützen. Trainiert wird wöchentlich. Am 6. und 7. Oktober beteiligt sich der Verein an einer bundesweiten Aktion des Schützenbundes zur Jugendwerbung, bei der an der Dachsberghalle die verschiedenen Disziplinen vorgestellt werden sollen. "Die Teilnahme an Meisterschaften ist erst ab 14 Jahren erlaubt. Das ist für uns ein Nachteil, denn in dem Alter sind viele Jugendliche vereinsmäßig schon anderweitig gebunden", begründet Hubert Mutter-Böhler die Teilnahme.

Autor: Karin Steinebrunner