Aderlass beim Vizemeister

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Fr, 12. Oktober 2018

Volleyball

Verbandsliga-Volleyballer des VC Weil setzen sich nach dem Umbruch zunächst kleinere Ziele.

VOLLEYBALL Verbandsliga. Im Frühjahr haben die Volleyballer des VC Weil den Aufstieg in die Oberliga nur knapp verpasst – nun stehen sie vor einer Umbruchsaison. Gleich fünf Stammspieler müssen sie ersetzen. Statt Meistertitel strebt der VC einen Platz im oberen Mittelfeld der Verbandsliga an.

Die Ausgangslage: Nur ein Pünktchen hat gefehlt. Ein einziger Zähler im Endklassement trennte die Weiler in der vergangenen Saison von Meisterschaftskonkurrent USC Konstanz II. Und somit vom Traumland Oberliga. "Nachdem wir jetzt eine ganz große Liste an Abgängen haben, sind die Ziele diesmal andere", gesteht Zuspieler und Trainer Martin Schaffner. Steffen Hünenberger zog es in die Regionalliga zur neuen Spielgemeinschaft Breisach-Emmendingen-Gündlingen, Samuel Schack wechselte zum Oberligisten TV Kappelrodeck. Jeweils Teams, die höher schmettern – ein Indiz für die Qualität des VC Weil. Christian Haensel gastiert mit seinem neuen Club USC Freiburg am Samstag zum Verbandsligaauftakt in Weil. Und da Lucas Kaiser nun in Köln studiert und Florian Karch seine Karriere beendet hat, muss Spielertrainer Schaffner eine neue Stammsechs finden. Helfen sollen drei Neue: Andreas Ekimov (reaktiviert) und die beiden vom Landesligisten TSV Alemannia Zähringen kommenden Felix Schaumann und Sebastian Schindler. Im Vordergrund steht daher zunächst der Spaß. "Haben wir den, kann es auch zu mehr reichen", sagt Schaffner.

Stärken: "Die werden sich erst zeigen", betont Schaffner. Denn sie haben mächtig Respekt vor dem Umbruch: "Es wird dauern, bis die Abläufe wieder greifen." Schaffner selbst muss in der Schaltzentrale nach dem Abgang von Stammsteller Samuel Schack wieder mehr Verantwortung übernehmen. Deswegen leitet nun Schaffners Sohn Jan, der in Gündlingen höherklassige Erfahrung gesammelt hat, eine Trainingseinheit pro Woche. Und Oldie Schaffner feilt wieder an seinem Spiel. Nach einer Übergangszeit dürfte der große Erfahrungsschatz des Spielertrainers zum Trumpf werden. Positiv hinzu kommt, dass nun jeglicher Aufstiegsdruck, so ihn sich die Weiler gemacht haben sollten, weg ist.

Chancen: Die Verbandsliga dürfte qualitativ schwächer geworden sein. Aus der Oberliga ist kein Absteiger hinzugestoßen, die Konstanzer Reserve ist als Meister hoch. Die Aufsteiger TSV Mimmenhausen II und VC Offenburg könnten von der Landesliga zwar direkt zum Durchmarsch blasen, "eine Übermannschaft zeichnet sich aber nicht ab", findet Schaffner. Sein Team wird sich oben einordnen. Für den Titel reicht es aber nicht.

Kader: Michael Bardroff, Andreas Ekimov (reaktiviert), Armin Heinzelmann, Julian Kümmerle, Heiko Meißner, Joscha Schack, Rainer Schack, Martin Schaffner, Felix Schaumann, Sebastian Schindler (beide TSV Alemannia Zähringen), Markus Weber, Stephan Weber. Auftakt: Am Samstag (ab 15 Uhr) trifft der VC Weil zuhause auf den TV Kippenheim und den USC Freiburg (Humboldthalle).