Baggern an den Tabellenkanten

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Mi, 05. Dezember 2018

Volleyball

USC-Volleyballer sind Herbstmeister, alle anderen Regionalligisten am Tabellenende erfolglos.

VOLLEYBALL (jaks). Die Volleyballer der Region kennen derzeit nur Extreme: In der Regionalliga der Männer grüßt der USC Freiburg von der Tabellenspitze, die Bundesliga-Reserve von 1844 vom Tabellenende – genauso wie die Regionalliga-Frauen des USC, die weiterhin auf ihren ersten Saisonerfolg warten.

Regionalliga Männer: TSV GA Stuttgart II – USC Freiburg 1:3 (19:25, 21:25, 25:22, 21:25). Frank Rüdinger war lange Zeit der Schrecken aller Verteidigungsreihen der zweiten Bundesliga. Der Zweimeter-Hüne klopfte einst als Mittelblocker mit Durmersheim, Stuttgart und Fellbach derart hart auf das blau-gelbe Spielgerät ein, dass gegnerische Blockspieler schier verzweifelten. Mittlerweile ist er eigentlich in den Hintergrund gerückt beim TSV Stuttgart, managt als Mädchen für alles die Geschicke des Drittliga-Teams. Ganz vom Ball lassen kann er aber nicht. Und so kommt es, dass er im Reserveteam des Clubs ein Sammelsurium alter Kollegen und Ex-Bundesligarecken um sich geschart hat. Wenn die Rüdingers, Holger Böhmes und Joachim Gomolkas alle antreten, sind sie in der Regionalliga kaum zu schlagen. Im Spitzenspiel am Samstag aber waren sowohl Stuttgarter als auch Freiburger dezimiert.

Worauf lässt der achte USC-Sieg indes schließen? Das Team von David Kurz hat sich zum Spitzenteam entwickelt. Ohne vier Stammspieler zur gefürchteten Oldie-Truppe angereist, hielten sich die Freiburger Schmetterkünstler erneut schadlos. "Wenn’s läuft, dann läuft’s", frohlockte der Spielertrainer hinterher. Knackpunkt war der vierte Satz. Beim Stand von 22:20 gab der Unparteiische einen strittigen Ball zugunsten der Breisgauer. Routinier und Gegnerschreck Rüdinger platzte der Kragen. Der Schiedsrichter sanktionierte ihn mit einer roten Karte, was dem USC im Umkehrschluss einen Extrapunkt bescherte. 24:20 – und die Messe war gelesen. Die Folge: Der USC ist Herbstmeister.

TG Bad Waldsee – FT 1844 Freiburg II 3:1 (25:21, 25:19, 23:25, 25:14). "Ein Schritt in die richtige Richtung", sah 1844-Trainer Florian Schneider am Wochenende. Auch wenn sein Team zum Ende der Hinrunde vom Tabellenende grüßt, der 46-Jährige sieht Fortschritte: "Mental und auch spielerisch war das endlich mal eine Entwicklung." Zählbares sprang freilich trotzdem nicht heraus. "Wir müssen also weitermachen."

SG BEG United – MTV Ludwigsburg 1:3 (25:23, 18:25, 12:25, 18:25). Dem Tabellenzweiten aus Ludwigsburg konnten die selbsternannten Gürteltiere kein Bein stellen. Eine Woche nach dem wichtigen Sieg im Kellerduell über 1844 II blieb die Spielgemeinschaft letztlich punktlos. "Wir haben insbesondere im dritten Satz den Faden verloren und kaum mehr selbst gepunktet", kritisierte Kapitän Raphael Schieting, der aber zuversichtlich bleibt: "Wir müssen an den ersten Durchgang anknüpfen."

Regionalliga Frauen: USC Freiburg – DJK Schwäbisch Gmünd 0:3 (24:26, 21:25, 14:25). Eine ungewöhnlich lange Durststrecke erleben derzeit die Volleyballerinnen des USC. Wie die Kollegen von 1844 II wartet das Team um Außenangreiferin Nina Lange weiterhin auf den ersten Erfolg. Schlimmer noch: In allen neun Spielen wollte noch nicht einmal ein Satzgewinn gelingen.