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04. Februar 2010

Konzertbericht

Boogie Connection in der Güterhalle

An der Boogie-Connection kann man sich auch nach mehreren Konzerten nicht überhören / Konzert in der Güterhalle Bleibach

  1. Nach zehn Jahren spielte die Boogie-Conncetion wieder in Bleibach. Foto: Frank Berno Timm

GUTACH. Schnee legt sich übers Land. So ist es am Samstagabend zunächst nicht sicher, dass sich die Bleibacher Güterhalle auch füllen wird. Die Boogie-Connection hat sich angesagt – Christoph Pfaff (Gesang, Gitarren, Blues-Harp), Thomas Scheytt (Keyboard) und Hiram Mutschler (Schlagzeug) gehen auf die Bühne. Und die Leute kommen trotz des Winters, sogar ganz junge Fans sind dabei: Lukas (7) hat die CDs der Gruppe und schwärmt seit zwei Jahren für die Musik.

Die Boogie-Connection präsentiert Klänge, an denen man sich auch nach mehreren Konzerten nicht überhören kann. Christoph Pfaffs voluminöse Stimme, sein überaus geschickter, zuweilen virtuoser Umgang mit der Gitarre, die sehnsüchtige Blues-Harp – allein das lohnt schon den Besuch. Thomas Scheytts E-Piano ist wie das perlende Lachen einer Frau; er gibt sich nicht wirklich mit den einfachen Schemata von Blues und Boogie-Woogie zufrieden; seine Heiterkeit ist ansteckend, die musikalische Intelligenz unüberhörbar. Hiram Mutschler begleitet seine Kollegen nicht nur, er legt ein entfesseltes, mehrere Minuten anhaltendes Solo hin, das auch ihn als Meister seines Instrumentes zeigt. Schade ist an diesem Abend nur, dass die Verstärkeranlage nicht ohne Brummton auskommt und während einiger Stücke der drei Sets etwas überdreht wirkt.

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Die Musik der Boogie-Connection ist zeitlos gut, weil ihre Songs die Kernfragen des Lebens auf eine Weise behandeln, die nichts zu tun hat mit dem Flachkram, die einem in Kaufhäusern, Hotelfluren und – angeblichen – Hitparaden entgegenschallt. "Before you accuse me, take a look at yourself” (bevor Du mich beschuldigst, schau Dich an) ist so ein Beispiel (ja, von Eric Clapton unplugged eingespielt). Auch und sowieso Dr. Johns "There must be a better world someday”, das davon erzählt, wie Liebende auf halbem Weg zueinander stehenbleiben: "And every love, oh it’s over/Over before it gets a chance to start" (die Liebe ist zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat). "I wanna be loved" (ich will geliebt werden) heißt es, "how I hate to see you go" (wie ich es hasse, dass du gehst) und "need someones hand to lead me through the night” (ich brauche eine Hand, die mich durch diese Nacht führt) und ein paar Zeilen weiter: "I know we can make everything allright" (ich weiß, wir werden es schaffen). Da kann sich jeder seinen ganz eigenen Bezug mitnehmen. Das Konzert ist an diesem Abend nicht nur meistens gut, sondern manchmal sogar ausgezeichnet. Thomas Scheytts "China Boogie" (der eigentlich mit dem "Big ben" spielt) ist ein bejubelter Höhepunkt. Scheytt hat auch einen Schüler mitgebracht: Jakob Lieb kommt aus dem Publikum und entfesselt gemeinsam mit seinem Lehrer vierhändig-verschränkt ein gefeiertes Boogie-Feuer. Die Zuhörer bleiben – verglichen mit den sommerlichen Marktplatzkonzerten der Band in Waldkirch – erstaunlich ruhig. Erst zum Ende hin sieht man diesen oder jenen ganz hinten ein wenig tanzen – auf die frei gehaltene Fläche vor der Bühne traut sich niemand. Zuletzt Zugaben, Jubel und Begeisterung – ein passender Auftakt für das Programm 2010 der Güterhalle.

Mehr Infos zur Kleinkunst in der Güterhalle unter http://gueterhalle.com/programm.html sowie zur Band unter http://www.boogie-connection.de

Autor: Frank Berno Timm