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18. August 2012
Von der Arbeit auf den Fahrradsattel
Die Stadtverwaltung und der Radverleih Nextbike wollen das Offenburger Verleihsystem auch auf große Unternehmen erweitern.
OFFENBURG. Seit zwei Jahren gibt es in Offenburg das Fahrradverleihsystem "Nextbike". Sowohl das in Leipzig ansässige Verleihunternehmen wie die Offenburger Verwaltung sind mit der bisherigen Entwicklung zufrieden und planen nun den nächsten Schritt: ein spezielles Radverleih-Angebot für große Offenburger Arbeitgeber und deren Beschäftigte.
"Wir sind mit großen Firmen in Gespräch", erklärt Mathias Kassel von der Verkehrsplanung der Stadt. Es geht darum, auf dem Gelände Offenburger Firmen oder in unmittelbarer Nähe im öffentlichen Raum Nextbike-Stationen einzurichten, um den Beschäftigten damit das Angebot zu machen, etwa in der Mittagspause ein bisschen zu radeln – in die Innenstadt auf einen Kaffee, zum nächsten Supermarkt oder vielleicht auch an die Kinzig, um sich ein bisschen in der Natur zu erholen. Wer von den Arbeitnehmern dieses Angebot nutzen will, erhält eine Nextbike-Kundenkarte, mit der man sich die Räder ausleihen kann.Seitens der Firmen erwartet man eine pauschale Beteiligung an den Verleihgebühren. Mathias Kassel zufolge stößt die Idee bei den Firmen auf Interesse. "Es würde in den Pausen den Aktionsradius der Beschäftigen beträchtlich vergrößern, und auch ein gesundheitlicher Aspekt ist gegeben", schildert Kassel die Vorteile. Er geht davon aus, dass bei erfolgreichem Abschluss der Gespräche bereits zum nächsten Jahr die ersten Firmen-Radstationen eingerichtet werden können.
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Von März bis Ende Juni 2012 seien 840 Mal Nextbike-Räder ausgeliehen worden. Im ersten "kompletten" Nextbike-Jahr 2011 seien es insgesamt 1370 Ausleihen gewesen. Kassel hofft, im Jahresverlauf 2012 auf 2000 Ausleihen zu kommen. "Das wäre nach zwei Jahren ein großer Erfolg." Offenburg sei eine kleine Stadt im Vergleich zu den meisten anderen Orten, wo der Service angeboten wird. Auch gehe Nextbike von einer Phase der Etablierung von fünf Jahren aus. "Dazu kommt, dass in einem ländlichen Gebiet wie dem unserem in vielen Haushalten Fahrräder vorhanden sind", so Kassel, "das ist in Offenburg und den Ortsteilen praktisch Tradition." Das zeige sich auch in der Statistik der registrierten Nutzer. Insgesamt seien derzeit 580 Nutzer angemeldet, davon kommen 280 aus Offenburg, 300 der Nutzer stammen von außerhalb. Dazu komme noch eine gewisse Anzahl an Ausleihern, bei denen Offenburg-Besucher, die in anderen Nextbike-Städten registriert sind. Wie viele das sind und wie viele Ausleihen das ausmacht, lasse sich jedoch nicht feststellen. Würde man die Zahl von rund 2000 Ausleihen bei rund 600 Nutzern erreichen, wären das zwischen drei und vier Ausleihen pro Nutzer pro Jahr – nicht allzu viel. Kassel wendet ein, dass es offensichtlich Dauernutzer gibt, etwa Pendler: "Sie sind auch die eigentliche Zielgruppe." Im Gegenzug gebe es Nextbike-Kunden, denen einfach die Möglichkeit wichtig ist, im Bedarfsfall auf das Angebot zurückgreifen zu können, auch wenn sie es nur gelegentlich nutzen. Die Einführung der Kundenkarte vor einem Jahr, die das Ausleihen vereinfacht, habe zu einem Anwachsen der Nutzerzahlen geführt.
13 Stationen gibt es in Offenburg. Die am stärksten frequentierte Station sei mit 30 Prozent der Gesamtnutzung die auf der Ostseite des Bahnhofs. "Die Räder dort sind fast immer weg", so Kassel. Mit 20 Prozent aller Nutzungen sei auch die Station am Kulturforum stark frequentiert. Auf dem dritten Platz folgt mit zehn Prozent die Station am Zentralen Omnibus-Bahnhof. Dort sei allerdings das Kartenterminal längere Zeit außer Betrieb gewesen. Gut frequentiert sei auch die Station Edeka-Markt Timm-Zinth/Sparkassen-Zentrum in der Oststadt. Etliche Sparkassen-Angestellte nutzen Nextbike für den Weg von und zur Arbeit, aber man leiht sich offenbar auch Räder für die Mittagspause aus. Diese Einschätzung habe mit dazu geführt, Offenburger Firmen anzusprechen.
Autor: Robert Ullmann



