Von etwas Wehmut getragene besinnliche Klänge

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Di, 06. November 2018

Lenzkirch

Harmonikaclub Hochfirstklänge Saig spielt in der St. Johann Kirche auf / Letztmals dirigiert Birgit Kuttruff das Orchester.

LENZKIRCH-SAIG. Besinnliche Klänge dominierten am Sonntag im Kirchenkonzert des Harmonikaclubs Hochfirstklänge (HCH) Saig. Dirigentin Birgit Kuttruff hatte ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das das Motto "Musik verbindet" unterstrich. Es war das letzte Konzert der Dirigentin, die nach sechs Jahren am Dirigentenpult den Taktstock abgibt – ein überaus gelungener Abschluss in der Johanneskirche in Saig, den die Zuhörer mit viel Beifall und Standing Ovations bedachten.

Man habe sich für das Konzert das Motto "Musik verbindet" gewählt, um die jahrelange Verbundenheit mit der Dirigentin zum Ausdruck zu bringen, sagt die Vorsitzende des HCH Saig Michaela Keller eingangs. Und Dirigentin Kuttruff war es gelungen, mit ihrem Programm gekonnt klassische mit moderner Musik zu verbinden.

Gleich im ersten Stück des Abends, dem "Andante Festival" des zeitgenössischen Komponisten Ernst Lüthold zeigten die zwölf Akkordeonspielerinnen des Orchesters, was in ihnen steckt. Von Solostimmen bis hin zum vollen Orchesterklang zeigten sie die ganze Bandbreite der Möglichkeiten eines Harmonikaorchesters auf. Der bekannte Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco erklang in einem Arrangement von Gottfried Hummel, der bei dem Konzert zugegen war. Ein Hörerlebnis der besonderen Art schade nur, dass die eingängige Melodie etwas zu sehr vom Schlagzeug dominiert wurde. Eigens für das HCH Saig hatte Hummel "Aska Dela de Marusha Mamo" arrangiert, ein Lied, das mit seinem spirituellen Charakter, der ständigen Wiederholung derselben Melodien und den Elementen Melodie, Text und Tanz zu den Chants gehört.

Zart und andächtig interpretierten die Musikerinnen das bekannte "Ave Maria" von Johann Sebastian Bach, das auf dem Präludium Nr. 1 in C-Dur aus Bachs wohl temperiertem Klavier beruht. Berühmt ist auch das "Ave Verum" von W.A. Mozart, die bekannteste der zahlreichen Vertonungen des mittelalterlichen Gebetes.

Besinnlich, aber in einem völlig anderen Stil ging es mit dem von Paul Anka komponierten Popsong "My way" weiter. Schwungvoll hatte Hummel "Rock my Soul" arrangiert, ein Medley aus drei Taize-Liedern, bei denen einige Zuhörer leise mitsangen. Viel zu schnell ging ein beeindruckender Konzertabend zu Ende, bei dem die Musikerinnen bewiesen, dass sie den Anforderungen der verschiedenen Stile bestens gewachsen waren. Und das Schlussstück "O happy day", das als Zugabe wiederholt wurde, beschrieb den Abend musikalisch, für den sich die Zuhörer mit anhaltendem Beifall und Standing Ovations beim Akkordeonorchester und der musikalischen Leiterin bedankten.

Ein bisschen Wehmut schwang allerdings auch mit, denn mit diesem Konzert verabschiedete sich Dirigentin Birgit Kuttruff von ihren Musikern und dem Publikum. Mit dem HCH Saig wird es aber dennoch weitergehen, denn Winfried Wehrle wird den Taktstock übernehmen.