Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
26. Juli 2012
Von Malawi via Kaiserstuhl nach Toronto
Rita und Daniel Mattmüller übernehmen neue leitende Aufgaben.
BAHLINGEN. Schon wieder steht ein Ortswechsel an: Waren die Mattmüllers bis letzten Sommer noch in Afrika, so brechen sie jetzt Richtung Kanada auf. "Für die Familie ist es eine Herausforderung", meint Daniel Mattmüller zu dem erneuten Wechsel. Das Ehepaar freut sich auf die neuen Aufgaben in Toronto, für Rita Mattmüller ist es eine "Traumstelle". Denn die studierte Realschullehrerin fühlt sich durch die Erfahrungen, die sie beide in Afrika gewonnen haben, bestens vorbereitet, um zukünftige Mitarbeiter der Liebenzeller Mission zu schulen. Erklären, was man erlebt hat, dazu den theoretischen Hintergrund vermitteln, das hat Rita Mattmüller immer schon Spaß gemacht. Und ihr Mann Daniel möchte weitergeben, was sich bei der Arbeit in Malawi bewährt hat.
Für ihre Kinder Anna (10), Katharina (7), Lara (4) und Aaron (2), die sich nach einem halben Jahr bereits in Bahlingen zuhause fühlen, bedeutet der Umzug eine weitere Veränderung. Anna freut sich auf das neue Leben und das Englischsprechen. Sie war schon Reporterin beim "Zisch"-Projekt der Badischen Zeitung und ist stolz darauf, ihre persönlichen Erfahrungen in ihrem Artikel "Mein afrikanisches Leben" in der BZ veröffentlicht zu haben. Schulische Probleme hatte sie trotz der Jahre in Afrika keine: Als eine der wenigen erhielt sie zum Schuljahresende eine Gymnasialempfehlung.
Werbung
Die siebenjährige Katharina möchte nicht so gerne weg, sie hat gerade viele neue Freunde gefunden. Aber eben weil ihr das so leicht gelungen ist, hoffen die Eltern, dass sie sich in Kanada ebenfalls schnell einlebt. Eine Anekdote belegt, wie die Kinder doch von ihrem Leben in Afrika geprägt sind: Niemand hatte Katharina beigebracht, wie man Schnürsenkel bindet, denn man trug Flip Flops oder ging barfuß. Das förderte erst der Turnunterricht in der Silberbergschule zutage und musste schnell gelernt werden.
Die vierjährige Lara ist bereits dabei, sich von ihren Freundinnen zu verabschieden und Koffer zu packen. Aaron wird der Wechsel wohl am leichtesten fallen. Einen "wichtigen Schritt im Verarbeiten der Wechselerfahrungen" sieht Rita Mattmüller bei ihrer Tochter Anna. Mit dem Wissen, ganz akzeptiert zu sein, spielte Anna jetzt mit ihren Freundinnen ihr fremdes, afrikanisches Leben nach, beispielsweise durch "Maisbrei-Kochen" auf einer Feuerstelle im Hof.
Die Wurzeln der Kinder sollen nach wie vor in Bahlingen liegen, darauf legen Rita und Daniel Mattmüller viel Wert. Deshalb werden sie auch in Zukunft darauf achten, dass die Kontakte zu den Verwandten und Freunden gepflegt werden. Dankbar sind sie, dass sowohl Kindergarten als auch Schule die Kinder problemlos aufgenommen haben. Beide Institutionen vermittelten das Gefühl, dass "sie zwar woanders leben, aber dennoch dazugehören", freute sich Rita Mattmüller.
Autor: Christiane Franz



