Verletzte Lehrerin

Vorfall in Nimburger Grundschule laut Behörden nicht so dramatisch

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mi, 07. März 2018 um 17:53 Uhr

Teningen

Die Lehrerin hat nach Polizeiangaben eine oberflächliche Schnittverletzung. Das Jugendamt will Gespräche mit der Schule, dem Schüler und dessen Eltern führen.

Die Polizei, Teningens Bürgermeister, das Jugendamt und das Schulamt schätzen den Vorfall an der Nimburger Grundschule am Dienstagmorgen weniger dramatisch ein, als es die erste Meldung habe vermuten lassen; damit solle der Vorfall aber nicht bagatellisiert werden. In einem Streit hatte ein siebenjähriger Junge eine Lehrerin mit einem kleinen Messer verletzt. Die Polizei geht nach wie vor davon aus, dass es sich nicht um einen gezielten Angriff des Jungen handelte. Die Ermittlungen zum Vorfall dauern an. In sozialen Medien kommentieren Nutzer vielfach die Polizeimeldungen, es gibt Spekulationen. Fakt ist, dass der Schüler das Messer nicht mitgebracht hat. Unweit der Stelle, an der sich der Vorfall ereignete, gibt es eine Bastelecke.

Polizeisprecher Walter Roth sagt auf Nachfrage der BZ, dass die Lehrerin aufgrund einer oberflächlichen Schnittverletzung im Krankenhaus behandelt worden sei und sie es mittlerweile verlassen habe. "Wir haben versucht, die Dramatik herunterzustufen, die letztendlich gar nicht vorhanden war, ohne es herunterzuspielen", erklärt Roth. Er bestätigt Informationen, wonach sich der Schüler während des Unterrichts im Flur aufhielt. Seine Lehrerin habe ihn herausgeschickt. Er sollte seine Hausaufgaben nachholen, die er nicht erledigt hatte. Eine andere Lehrerin sei hinzugekommen. Wie genau es zum Streit kam, sei aber nach derzeitigen Erkenntnissen noch ungewiss, so Roth.

Die Schule in Nimburg verweist auf den Teninger Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker. "Ich wehre mich entschieden dagegen, dass ein siebenjähriges Kind, das offensichtlich Schwierigkeiten in der Schule hat, stigmatisiert wird", sagt dieser. Er kenne den Fall seit Dienstag. Davor sei ihm der Junge nicht bekannt gewesen. Dem Kind müsse geholfen werden, damit es sein Leben in den Griff bekomme. Hagenacker sagt, dass weder andere Kinder noch der Schulablauf gefährdet worden seien. Der Bürgermeister verweist auf das Jugendamt und die Schulsozialarbeit für die Aufarbeitung des Vorfalls.

Ulrike Kleinknecht-Strähle, die Sozialdezernentin des Landkreises, spricht von einem bedauerlichen Vorfall für alle Beteiligten. Das Jugendamt stehe in Kontakt mit dem Schulamt und werde Gespräche führen, vor allem mit dem Schüler und seinen Eltern sowie mit der Schule selbst. "Ich rate zur Besonnenheit. Es ist ein Kind, ein siebenjähriges Kind", sagt sie. "Das Jugendamt nimmt seine Rolle wahr, die Sache aufzuarbeiten und zu einer Lösung zu kommen."

Markus Adler, Pressesprecher des Regierungspräsidiums, sagt, dass generell für derartige Fälle Schulpsychologen zur Verfügung stünden. Die Entscheidung, ob deren Einsatz nötig sei, treffe die Schule vor Ort. Das Schulamt gebe aber keine Auskunft zu Einzelfällen, ob Psychologen gerufen wurden oder nicht.

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