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09. Juli 2012 18:26 Uhr

Nachlese

Wahl in Elzach – kurz nach 18 Uhr war schon fast alles klar

Die Bürgermeisterwahl 2012 ist gelaufen. Roland Tibi hat sie mit 66,44 Proeznt der gültigen abgegebenen Stimmen sehr deutlich für sich entschieden. Und das gleich im ersten Wahlgang. Einige Beobachtungen am Rande vom Wahltag und -abend.

  1. An Tagen wie diesen: Auch die Rockmusikfreunde von „Band Aid“ gratulierten Roland Tibi (li.) – natürlich rhythmisch und stimmig. Foto: Bernd Fackler

Der Tag der Wahl, der Tag der Wahrheit beginnt – sehr nass: Standen am Samstag noch "sieben Sonnen am Himmel", schüttet es am Sonntagmorgen wie aus Kübeln. Das hält wohl viele Wähler erst einmal vom Urnengang ab, auch wenn sich’s bald wieder aufheitert. Um kurz nach 10 Uhr ist’s schon recht lebhaft im Wahllokal vom Stimmbezirk I, dem Rathaus. Auch Geburtstagskind Roland Dangl ist zum Beispiel schon munter und gibt seine Stimme ab. Dennoch: "Bis Mittag schleppend" ist die Wahlbeteiligung, heißt es. Danach wird sie besser, am Ende wählen knapp zwei Drittel: 3709 Wähler in der Gesamtstadt, 65,94 Prozent. Doch jeden Dritten scheint also selbst eine Bürgermeisterwahl nicht zu interessieren – seltsam, oder? "Es gibt Familien, da wählen alle, und Familien, da wählt keiner, so wie’s halt die Eltern vormachen", meint ein erfahrener Wahlhelfer dazu.

Prechtal, kurz vor 18 Uhr: In der Tankstelle wird noch kräftig diskutiert, wie’s ausgehen wird. Das möchte auch ein später Wähler vom Wahlkomitee in der Steinberghalle erfahren: "Gibt’s schon einen Favoriten?" – "Da wissen wir im Moment auch noch nicht mehr als Sie. Der Wähler ist ein geheimnisvolles Wesen", antwortet Ortsvorsteher Richard Läufer.

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Als kurz nach 18 Uhr die Urne geleert ist und zunächst abgeglichen wird, ob die Zahl der Stimmzettel mit den Eintragungen im Wählerverzeichnis übereinstimmt, große Zufriedenheit: "886, hurra, es stimmt", und das auf Anhieb. So geht’s im größten Stimmbezirk Prechtal gleich ans Auszählen. Nach wenigen Minuten heißt’s: "Tendenz eindeutig". Schon eine gute halbe Stunde später fährt Richard Läufer mit den Stimmzetteln nach Elzach.

Elzach, Rathaus, 18.45 Uhr: In der "Wahlzentrale" mit Hauptamtsleiter Christoph Croin und den Wahlleitern Michael Burger und Karl-Heinz Schill geht es noch geschäftig zu. Aber: "Mir hän e neue Bürgermeischter, des isch jetzt schon sicher", so der zweite Stellvertreter Bernhard Schindler. Ja, es ist eindeutig: Roland Tibi wird es sein. Ins Haus des Gastes werden schon die Zwischenergebnisse übermittelt, während Männerchor-Chef Martin Anselment auf Handarbeit mit Filzstift setzt, damit die Wahlergebnisse auch auf dem Wörthfest gleich bekannt sind. Haus des Gastes, ab 19 Uhr: So schnell wie selten steht das Endergebnis fest. Bürgermeister-Stellvertreter Karl-Heinz Schill gibt es bekannt. Roland Tibi wird gefeiert. Während von den Mitkandidaten Michael Meier Stil und Statur zeigt und dem Sieger im Saal gratuliert, ist Stefan Schünemann außer Sicht bevor’s überhaupt richtig offiziell wird.

Die Sängerrunde Prechtal und der Männerchor "Eintracht" singen, die fünf Musikkapellen der Stadt spielen und die Schlange der Gratulanten hört gar nicht mehr auf. Wieviele Hände Roland Tibi, seine Frau Erika, Sohn Andreas und die zehnjährigen Zwillinge Sarah und Philipp wohl schüttelten? Glückwünsche kommen von den Bürgermeisterkollegen, von denen Richard Leibinger (Waldkirch) und Gallus Strobel (Triberg) schon früher mal Tibis Arbeitskollegen oder Vorgesetzte waren. Auch jetzige Kollegen aus Karlsbad sind da: "Wir freuen uns sehr für ihn, lassen ihn aber gar nicht gerne weg".

Auch vielen Einheimischen sieht man an, wie sie sich mit Tibi freuen, den viele ja auch seit langem kennen. Zu den Gratulanten gehörten seine "Fasnetkollegen" (Umzugsordner) und viele andere aus allen Berufs- und Altersgruppen. Alle gönnen ihm den Erfolg. Wobei in den Wahl-analysen, die hier und auf dem Wörthfest in kleinen Kreisen gemacht werden, auch immer mal wieder zu hören ist, dass sie trotzdem das Ergebnis von Michael Meier bedauern: "Des het er nit verdient". Einer sieht es so: "Das war keine Anti-Meier-Wahl, das war eine Pro-Tibi-Wahl".

"Am Ende kann es halt nur einer sein. Ich werde versuchen, es so zu machen, dass Sie nach acht Jahren sagen: ’Jawohl, wir haben die richtige Wahl getroffen’", hatte Roland Tibi in seiner kurzen Dankesrede gesagt. Und danach gleich gezeigt, dass für ihn Wirtschaftsförderung wirklich Chefsache ist: 200 Liter Freibier auf dem Wörthfest, oder zur Not auch etwas mehr, spendierte er. Damit gab’s für Männerchor und KjG noch einen ergiebigen Ausklang.

Elf von den 3683 gültigen Stimmen Stimmen insgesamt gingen übrigens an andere Bewerber. Fünf davon in Prechtal, wo unter anderem Adelbert Ringwald (wieder) einen Fan fand und Matthias Thoma sogar zwei. Der hatte sich bei seinem Junggesellenabschied ja als Kandidat "verkleidet" und neben den "richtigen" Bewerbern einen Samstagvormittag "Wahlkampf" gemacht. "Des het sich jetz uszahlt", meint ein Wahlhelfer trocken. Eine Stimme gab’s auch für Gerald Asamoah. "Isch der wählbar?", fragt jemand "Natürlich, des isch e ditsche Nationalspieler!" – "Und wie schriebt der sich?" – "Muesch halt mol d’Sportschau gucke."
Bewerber & Ortschaften

Für Irritationen sorgte bei einigen Lesern die Grafik zur Bürgermeisterwahl in Elzach. Die Prozentangaben zu den einzelnen Kandidaten bezogen sich auf die erreichten Anteile pro Kandidat in den einzelnen Wahlbezirken, waren also nach unten zu lesen. Diese Darstellung folgte den Mitteilungen des Gemeindewahlausschusses, die BZ hat also nicht, wie einige annahmen, "falsch gerechnet". Nur die Summenzeile zeigte die Prozentanteile der Stimmen für die jeweiligen Kandidaten. Welcher Bewerber prozentual in welchem Wahlbezirk im Vergleich zu seinen Mitbewerbern wie abschnitt, liefern wir hiermit auf mehrfache Nachfrage der Leser gern nach:

Elzach I, Rathaus: Roland Tibi 78,27 %, Michael Meier 9,88 %, Stefan Schünemann 11,85 % der Stimmen.

Elzach II, Realschule: Tibi 75,24 %, Meier 12,17 %, Schünemann 12,59 %.

Katzenmoos: Tibi 48,76 %, Meier 32,23 %, Schünemann 19,01 %.

Oberprechtal: Tibi 39,04 %, Meier 5,70 %, Schünemann 55,26 %.

Prechtal: Tibi 65,19 %, Meier 9,90 %, Schünemann 24,69 %, sonstige 0,22 %.

Yach: Tibi 70,05 %, Meier 6,31 %, Schünemann 23,42 %, sonstige 0,23 %.

Briefwahl: Tibi 67,41 %, Meier 9,88 %, Schünemann 21,98 %, sonstige 0,74 %.

Gesamt : Tibi 66,4 %, Meier 10,1 %, Schünemann 23,2 % der Stimmen.

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Autor: Bernd Fackler