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27. April 2010 15:47 Uhr
König der Lüfte
153 Kilometer mit dem Gleitschirm - 18-Jähriger stellt neuen Rekord auf
Christoph Bessei aus Freiburg hat den bisherigen Streckenrekord der Gleitschirmflieger auf 153,6 Kilometer gesteigert. Der neue Rekordhalter ist erst 18 Jahre alt.
Bessei gilt als größtes Nachwuchstalent der hiesigen Gleitschirmflieger-Szene. Am 19. April startete er um die Mittagszeit vom Kandel aus zu seinem Rekordflug, der ihn am Ende bis nach Ulm führte. Bei herrlichem Wetter und mäßiger Frühjahrsthermik flog er über den Hörnleberg, Yach und den Gschasi. Dank immer besser werdender Thermik stieg er stellenweise auf bis zu 2000 Metern auf.
Bis zum hinteren Prechtal begleiteten ihn zwei weitere Fliegerkollegen, aber über die Schondelhöhe schaffte nur er es, weiterzufliegen. Zwei Stunden war er bereits unterwegs und die Thermik ließ ihn immer wieder weit aufdrehen bis 2700 Meter.
Schramberg lag rechts hinter ihm, nach Freudenstadt musste Christoph Bessei die Richtung ändern, denn der Luftraum des Flughafens Stuttgart kam immer näher. Obwohl an diesem Tag für die großen Flugzeuge der Luftraum auf Grund der Aschewolke noch gesperrt war, kann ein Gleitschirmflieger nicht in diese Sicherheitszone einfliegen.
Drachen- und Gleitschirmflieger dürfen sich nur im Sichtflug am Himmel bis zu einer Höhe von 10.000 Fuß (zirka 3300 Meter) bewegen. Der untere Luftraum in Nähe von Großflughäfen ist gesperrt. Daher wählte Bessei nun eine südöstliche Richtung und querte auf der Höhe Rottenburg/Neckar die A 81. Er flog bereits rund vier Stunden, da trug ihn ein "Bart", so nennen die Flieger die aufsteigende Thermik, bei Bad Imnau auf über 3000 Meter. Unter ihm lag bereits die Schwäbische Alb.
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Da die Thermik an diesem sonnigen Frühjahrstag lange anhielt, nutzte der Pilot diese, um die Alb zu überqueren. Die Sonne neigte sich bereits am Horizont, es ging auf 19 Uhr zu. Nach einer weiteren halben Stunde überflog Christoph Bessei Ehingen südwestlich von Ulm und landete müde, erschöpft und überglücklich auf einer Wiese nahe des Ortes. Seine ersten Gedanken nach Landung schilderte er so: "Ich setze mich erst einmal an den Rand einer Landstraße, neben der ich gelandet bin. Mein Körper hat so viele Glückshormone erzeugt, ich hätte stundenlang hier sitzen bleiben können und einfach nur glücklich sein."
Nach 6 Stunden und 50 Minuten hatte Christoph Bessei einen neuen Streckenrekord im Schwarzwald geflogen und die alte Bestweite um fast 20 Kilometer verbessert. Besseis Spitzenleistung mit dem Gleitschirm ist nicht der einzige Rekord, mit dem sich der Verein schmücken kann. Im Sommer 2009 verbesserten die besten Drachenflieger des Drachenflieger- und Gleitschirm-Clubs Südschwarzwald deren Streckenrekord auf 236,1 Kilometer.
Autor: Klaus-Dieter Sauer
