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22. Oktober 2016

Ein besonderes Jubiläumsorchester der Generationen

Aktuelle und frühere Musikschüler fanden sich für ein eindrucksvolles Konzert zusammen und zeigten damit, wie wertvoll die Musikschularbeit ist.

  1. Das aus verschiedenen Generationen zusammengesetzte Sinfonieorchester der städtischen Musikschule bot ein beeindruckendes Konzert in der Festhalle in Kollnau unter der Leitung von Alfredo Mendieta. Foto: Heiss

WALDKIRCH. Es hat sich definitiv gelohnt, dieses Sinfonieorchester zusammenzustellen: In unserer Region, wo die Blasorchester überwiegen, wie Stefan Goeritz, der Leiter der städtischen Musikschule, angab, wurde dieses Anliegen realisiert, "indem Musiker aus verschiedenen Generationen, die teils auch von weit her kommen, sich zusammenfanden, um für ein gemeinsames Konzert zu proben".

In Zusammenarbeit mit der Orgelstiftung Waldkirch fand das synfonische Hörerlebnis als dreizehnte und vorletzte Veranstaltung im Jubiläumsprogramm "275 Jahre städtische Musikschule Waldkirch" in der gut gefüllten Festhalle in Kollnau statt. Unter den zahlreichen kleinen und großen Gästen befand sich auch Ehrenbürgerin Gisela Sick.

Kraftvoll setzte das Orchester unter der Leitung von Dirigent Alfredo Mendieta mit dem Hauptthema aus "Star Wars" ein. Das gab einen herrlichen Vorgeschmack auf das Folgende. Goeritz sollte Recht behalten: Es "wurde ein Konzert der besonderen Art", in dem die Streichinstrumente die Stücke trugen.

Der Förderverein der Musikschule "schickte ein neues Instrument", das sogleich beim Konzert zu Gehör gebracht wurde: Bei Johann Sebastian Bachs Konzert a-Moll (1. Satz) spielte Fabian Moser, "die Violine auf dem Marimbafon", so Goeritz. Für sein virtuoses Spiel, das, begleitet vom Orchester, die faszinierten Besucher völlig einnahm, gab es anhaltenden Applaus. Der junge Musiker glänzte später noch an der Trommel bei "Bolero" (Maurice Ravel), mit seinen konstanten das gesamte Stück begleitenden Rhythmus- und Dynamikvorgaben.

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Von einer ganz anderen Art war die Darbietung der Komposition von Sergei Prokofjew (1936) zu dem russischen Märchen "Peter und der Wolf", welche damals die Staatsoper in Moskau angefordert hatte, um "Kinder und Orchester zusammenzubringen", wie der Musikschulleiter berichtete. Als Erzähler trat hierbei Horst Garbe in Erscheinung, mit Worten und Musik wurde den Episoden der Geschichte Leben eingehaucht, mal heiter, mal spannend und auch ein bisschen traurig, doch mit einem glücklichen Ende. Ganz ohne echte Bilder wurden Peter, der kleine Vogel, die Ente, die Katze, der Großvater, Wolf, Jäger und der Triumphzug visualisiert.

Die Stimmung lockerte sich und wurde heiter mit "Waltz No. 2" (Dmitri Schostakowitsch) sowie einem Medley aus dem Soundtrack "Fluch der Karibik" – durch diese Zusammensetzung des Orchesters in einer einzigartigen Interpretation.

Nach der Pause erwarteten die Besucher fantastische Kompositionen: "Aus der neuen Welt" (Antonín Dvorák), Sinfonie Nr. 9 a-Moll, der vierte Satz (Allegro). Die Dramatik setzte sofort ein, Streicher, Bläser und Schlagwerk übermittelten sie im wunderschönen Austausch.

Mit der großartigen "Moldau" (Bedrich Smetana) wurde ein wahrlicher Klanghöhepunkt an diesem Abend geboten. Düster, finster leiteten die Musiker, durchweg in konzentriertem Dialog mit Alfredo Mendieta, ein Stück aus dem Soundtrack von "Herr der Ringe" (Howard Shore) ein. Wie der Ring bereits im ersten Band "Die Gefährten" – und im weiteren Verlauf der Trilogie noch viel mehr – Macht ausübt auf den Hobbit, wird instrumental angedeutet, aber vor allem auch, wie es Frodo gelingt, sich aus dem Bannkreis zu ziehen und Mitstreiter für das Gute gegen das dunkle Böse findet, wie die Elben, zu hören durch leichtläufige Passagen.

Es folgte Pop, ein Medley aus Hits von Michael Jackson. Doch nicht einfach locker-flockig, sondern als "Tribut an diesen großen Künstler", wie Stefan Goeritz betonte. Und gerade "We are the world" ist eins der Werke, das auf berührende Art unvergänglich erscheint. Zum Schluss lieferte Rebekka Herr (Sopran) den starken Gesang zu "Skyfall" (Adele Adkins). Einige Stücke, wie dieses, wurden am Keyboard von Marie Lorenz und Melanie Schülli begleitet. Der riesige Beifall wollte nicht enden. So spielte das Orchester nochmals den Waltz No. 2 und Skyfall.

Autor: Karin Heiß