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08. Februar 2012
Aufbruch in die AWO-Zukunft
Ortsverein Waldkirch wählt nahezu komplett neues Vorstandsgremium / Öffnung für weitere Zielgruppen.
WALDKIRCH. Die Arbeiterwohlfahrt Waldkirch (AWO) will sich den Herausforderungen der Gegenwart stellen und in die Zukunft aufbrechen. Dazu wählte der Ortsverein Klaus Laxander, bisher unter anderem im Familienbündnis Waldkirch und im SPD-Ortsverein aktiv, zum neuen Vorsitzenden. Laxander wünscht sich, dass die AWO mehr Attraktivität durch mehr Engagement für neue Zielgruppen, beispielsweise junge Familien, gewinnt, ohne dabei die bisherige Arbeit aufgegegen wird.
Die Jahreshauptversammlung galt eigentlich hauptsächlich dem Jahr 2010 und war ursprünglich für Herbst 2011 vorgesehen, erläuterte Waltraud Zähringer zu Beginn. Zähringer hatte im Oktober den Vorsitz kommissarisch übernommen, nachdem Ursula Querfurth zurückgetreten war. Vieles galt es danach neu zu regeln, auch im Hauptgeschäftsgebiet der AWO, dem Mobilen Sozialen Dienst, mit dem hilfsbedürftige Menschen in der Stadt unterstützt werden, unter anderem beim Einkaufen und Arztfahrten. Dazu kommen wöchentliche Seniorennachmittage, Seniorengymnastik, Stammtische, die Einladung von Zeitzeugen zum Erzählcafé, Sozialrechtsberatung, eine Kaffeefahrt, die Beteiligung am Kinderferienprogramm und an Aktionen, wie dem Pflastertausch auf dem Marktplatz und "Waldkirch spielt". Vom probeweise begonnenen "Essen auf Rädern" hat sich der Verein wieder verabschiedet, weil das wirtschaftliche Risiko zu hoch ist. Gleichwohl hat die AWO auch 2010 ihr Minus noch nicht vollständig abgebaut, berichtete Kassierer Detlef Koss. Im Vergleich zum Jahr 2009, das mit 9000 Euro im Minus endete, nimmt sich das Defizit 2010 mit 1300 Euro schon deutlich besser aus. Der Mobile Soziale Dienst fuhr bei Umsätzen von rund 300 000 Euro einen Gewinn von 700 Euro ein. Hauptursache für das Minus sind die hohen Personalkosten im Ortsverein selbst, soe Detlef Koss.Werbung
Die Arbeiterwohlfahrt hat derzeit rund 170 Mitglieder, viele im fortgeschrittenen Alter, so dass dringend neue Mitgliedern, Unterstützer und Sponsoren gesucht werden. Möglichkeiten dazu sieht der neu gewählte Vorsitzende Klaus Laxander, 58 Jahre alter Diplompädagoge, in stärkeren Präsenz und Beteiligung im Gemeinwesen und neuen Tätigkeitsfeldern, etwa zur Unterstützung von Familien und mehr kulturellen Veranstaltungen im AWO-Stüble. Sein neuer Stellvertreter Martin Schamotzki (64) sieht auch eine Zusammenarbeit mit ähnlich gelagerten Vereinen, wie etwa dem VdK, als sinnvoll an. Laxander ist überzeugt: "Es lohnt sich, sich für die Arbeiterwohlfahrt einzusetzen."
Verabschiedet wurden folgende Vorstandsmitglieder, die nicht mehr kandidierten: Sabine Wölfle, Inge Behr, Karin Stölzer, Peter Fleiner (er macht aber die Sozialrechtsberatung weiter), Heiner Schroth (der Stüble-Organisator beschränkt sich nach seinem 85. Geburtstag darauf, die Veranstaltungen als Nutzer zu besuchen), Detlef Koss und Ursula Querfurth (Waltraud Zähringer bezeichnete sie als "Inbegriff der Waldkircher AWO"; sie unterstützt den Verein nach Bedarf).
Gewählt wurden Klaus Laxander als Vorsitzender, Martin Schamotzki als Stellvertreter, Christel Travagli als Schriftführerin sowie als Beisitzer Werner Gehrke, Waltraud Zähringer und Konrad Schultis. Ein neuer Kassierer wurde noch nicht gefunden und soll bei der Jahreshauptversammlung für 2011, im Herbst 2012, gewählt werden. Bis dahin wird der Kassiererposten kommissarisch weitergeführt.
Autor: Sylvia Timm
