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10. Juli 2010
Begegnung mit dem Islam
Islamischer Verein lud zum Begegnungsfest in sein Vereinshaus an der Mauermattenstraße.
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Beim Fest der Begegnung besuchten unter anderem etliche Vertreter des evangelischen Pfarrgemeinderates Waldkirch mit Pfarrer Traugott Schillinger (Dritter von links) und Herbert Schweitzer (hinten, gestreiftes T-Shirt) von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung den Islamischen Verein in der Mauermattenstraße. Foto: Karin Heiss
WALDKIRCH. Zum interreligiösen und kulturellen Austausch dient das jährliche Begegnungsfest beim Islamischen Verein Waldkirch und Umgebung in der Mauermattenstraße. Auch diesmal zeigten wieder etliche Besucher Interesse an dem Leben und den regulären Veranstaltungen in der Einrichtung, die der Öffentlichkeit dann vorgestellt werden.
Stark vertreten unter den Gästen war die evangelische Pfarrgemeinde Waldkirch mit Pfarrer Traugott Schillinger und dem fast kompletten Pfarrgemeinderat. Von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung kam Herbert Schweitzer, Sozialarbeiterin Regine Gudat vom Büro für Migration und Integration vertrat die Stadtverwaltung und die Ortsverbandsvorsitzende Christa Hanser repräsentierte den Deutschen Gewerkschaftsbund. Die Führung durch die Räumlichkeiten übernahmen Dilek Arslanca, Vorsitzende der Frauengemeinschaft des Vereins, Yusuf Erdem und Levent Buluk vom Vereinsvorstand sowie Hatice Arslan vom SPD-Stadtverband, die bei der Organisation des Festes mitgeholfen hatte und mit Arslanca die Übersetzungen ins Deutsche übernahm.Werbung
Derzeit befindet sich das Vereinshaus in einer Umbauphase, denn vor zwei Monaten hat der Verein laut Arslanca das Grundstück gekauft und kann das Gebäude nun nach seinen Vorstellungen umgestalten. Auch im Gebetsraum ist einiges an Verschönerungen geplant, die den Besuchern bei der Begehung vorgestellt wurden. Dort trifft sich die islamische Gemeinde, die rund 90 Mitglieder zählt, vor allem zum wöchentlichen Freitagsgebet.
Bei diesem Stichwort stellten die Gäste viele konkrete Fragen zu den Gebetsabläufen im Islam, zu der Rolle des Vorbeters und der Geschlechter-Trennung beim Gebet, die von den Vereinsvertretern ausführlich beantwortet wurden. Für Erstaunen sorgte, dass islamische Gläubige streng genommen fünfmal am Tag beten und zwar jeweils ein Gebet mit unterschiedlich vielen Einheiten. Hier stellte eine Besucherin den triftigen Vergleich zu "klösterlichen Gebetszeiten" her. Der Islam erlaube auch "die Gebete nachzuholen, wenn man es einmal nicht schafft", so Dilek Arslanca. Ausgenommen von den Gebetsregeln seien nur Kranke, Schwache und Kinder und "in der Gemeinschaft ist das Gebet 27-mal wertvoller als allein".
Schließlich kam auch noch der Fastenmonat Ramadan ins Gespräch, der dieses Jahr vom 10. August bis zum 9. September dauert und im Verein mit dem feierlichen Fastenbrechen, zu dem auch wieder Gäste, die nicht der Glaubensgemeinschaft angehören, eingeladen werden.
Nach der Führung machten es sich alle auf der Festwiese vor dem Vereinshaus gemütlich. Für die Gaumenfreuden und gegen den Durst gab es dort natürlich auch ein reichliches Angebot, am großartigen Bufett mit türkischen Spezialitäten, einem Grill- und einem Getränkestand.
Autor: Karin Heiß
