Beschäftigte beklagen mangelnde Transparenz

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

So, 18. Februar 2018

Waldkirch

Der Sonntag Zahlreiche Initiativen für Erhalt des BKK in Waldkirch.

Neben den Bürgermeistern der Region setzen sich auch Ärzte und Pflegekräfte der Waldkircher Klinik, der Stadtseniorenrat, die Einzelhändler und zahlreiche Bürger für das Bruder-Klaus-Krankenhaus (BKK) ein. Der Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RKK), zu dem neben dem BKK das St. Josefs-, das Loretto-Krankenhaus und das Hospiz Karl Josef in Freiburg gehören, hatte im Januar angekündigt, das Haus wegen seines Defizits verkaufen zu wollen.

In einem offenen Brief an Geschäftsführung und Aufsichtsrat des RKK, den die Badische Zeitung gestern veröffentlichte, beklagen Ärzte und Pflegekräfte "spärliche Informationen" und "mangelnde Transparenz". Außerdem formulieren sie eine Reihe von Fragen, die sich auf die Auswahl möglicher Kaufinteressenten und die gewünschte künftige Spezialisierung der Klinik beziehen. Außerdem wollen sie wissen, warum gerade das – umfassend sanierte – Waldkircher Haus verkauft werden soll und nicht eine der – angeblich sanierungsbedürftigen – Freiburger Kliniken. "Wir (...) haben die Befürchtung, dass nun mehr die Filetstücke des BKK nach Freiburg verlagert werden sollen (...) und in Waldkirch eine leere, relativ wertlose Hülle zum Verkauf angeboten wird", schreiben die Beschäftigten. Und: "Wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Verdacht entkräften könnten." Diese Fragen stellt auch der Stadtseniorenrat "in großer Betroffenheit" in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung; auch er verlangt die Veröffentlichung "belegbarer Zahlen". Mitte Januar war RKK-Geschäftsführer Bernd Fey auf Nachfrage des Sonntag nicht bereit gewesen, das Defizit zu beziffern.

CDU schlägt Zuschuss zu den Betriebskosten vor

Die CDU-Fraktion im Waldkircher Gemeinderat schätzt, dass das BKK mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss von 500 000 Euro stabilisiert werden könnte. In einem an Waldkirchs Oberbürgermeister Roman Götzmann adressierten Schreiben kündigte sie gestern einen Antrag an: Die Stadtverwaltung solle prüfen, ob und in welcher Höhe die Nachbargemeinden bereit wären, dem RKK-Verbund einen Betriebskostenzuschuss zu gewähren, um das BKK erhalten zu können.

Derweil sammelt die Werbegemeinschaft Waldkirch (WGW) seit zwei Wochen Unterschriften für "den Erhalt der Arbeitsplätze und die Einbeziehung aller potenziellen Trägermodelle" im Gespräch mit Kaufinteressenten. "Die Aktion ist sehr gut angelaufen", berichtet Bernhard Steinhart vom WGW-Vorstand. Eine Zahl könne er noch nicht nennen, aber die Nachfrage nach Listen sei groß. Am 12. März soll die Zukunft des BKK Thema im Kreistag sein. Sigrun Rehm