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17. Oktober 2011 14:07 Uhr

Europäischer Preis

Bewahrer europäischen Kulturgutes

Das Europäische Kultur-Forum Strasbourg-Baden-Baden und die Europäische Kulturstiftung Pro Europa verliehen am Samstag Kulturpreise an die Waldkircher Orgelstiftung sowie an den Komponisten und Orgelbauer Adrian Oswalt.

  1. Sven von Ungern-Sternberg (2. von rechts) überreichte Wolfgang Brommer, Helmut Hummel und Bernd Wintermantel (von links) den Kulturpreis. Foto: Eberhard Weiß

  2. Helmut Hummel (rechts) übergibt Adrian Oswalt (links) den Europäischen Preis für Orgelkunst und Komposition. Foto: Eberhard Weiß

BADEN-BADEN/WALDKIRCH. Mit dem "Preis zur Bewahrung Europäischen Kulturgutes" an die Waldkircher Orgelstiftung wurden, wie es in der Urkunde der Europäischen Kulturstiftung heißt, "die Verdienste um die 1799 in Waldkirch gegründete und weltweit einmalige Tradition des Orgelbaus und der Orgelmusik" gewürdigt.

212-jährige Tradition

Regierungspräsident a.D. Sven von Ungern-Sternberg, der den erkrankten Regierungspräsidenten Julian Würtenberger vertrat, ging in seiner Laudatio zunächst auf die 212-jährige Tradition des Waldkircher Orgelbaus ein, die mit Kirchenorgelmacher Mathias Martin und 35 Jahre danach mit Ignaz Blasius Bruder begann. Aus den folgenden "Drehorgeldynastien" in Waldkirch machten sich die "Künstler-Handwerker" mit ihren Instrumenten auf den Weg in die Welt hinaus und ihr Ruf war so gut gewesen, dass namhafte Firmen aus Paris in Waldkirch Niederlassungen einrichteten, um am "Puls der Zeit" zu sein.

Das Erbe der Vorfahren erhalten

Diesen Pulsschlag nicht zu verlieren, hat sich die offiziell am 20. Dezember 2000 gegründete "Waldkircher Orgelstiftung" zur Aufgabe gemacht. Sie erforscht die Geschichte und die kulturhistorische Bedeutung des Waldkircher Orgelbaus, fördert und dokumentiert sie. "Von hier, dem Herzen Europas, sollen weiterhin Impulse ausgehen" so von Ungern-Sternberg. Das Quintett der fünf Gründungsmitglieder der Stiftung habe sich längst zu einem Orchester ausgeweitet, denn Sponsoren, Gönner, die Waldkircher Orgelwelt mit dem Elztalmuseum, dem Orgel-Förderkreis und die Stadt begleiten sie. Paradebeispiel sei das alle drei Jahre stattfindende Internationale Orgelfest mit Konzerten, offenen Werkstätten, Gästen aus Europa und Übersee.

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Für die Nachwelt bewahrt

Mehr als 70 historische, Musikinstrumente aus allen Waldkircher Orgeldynastien sind im Orgelbauersaal zu sehen – Instrumente, die die Stiftung ankauft, restauriert und der Nachwelt erhält. Das Orgel-Archiv der Stiftung sammelt Schriften und Noten aus der Vergangenheit und arbeitet sie musikwissenschaftlich auf. Zahlreiche CD-Produktionen widmen sich alter und neuer Orgelmusik.

Entwicklung ins Morgen

Er ist in Hessen geboren, hat russische Wurzeln und einen schwäbischen "Migrationshintergrund": So beschreibt Eugen Betz, Landessprecher des Bundesverbandes Deutscher Pressesprecher, den Musiker Adrian Oswalt, der auf der Suche nach "zeitgeistigen Liedern" auf die Drehorgel getroffen sei, die sein Leben fortan begleitet. Jetzt wurden seine "Verdienste um die musikalische Innovation der mechanischen Musik und die spieltechnischen Neuerungen mit dem Europäischen Hummel-AG-Preis für Orgelkunst und Komposition gewürdigt.

Info: Mehr dazu morgen in der gedruckten Elztalausgabe oder hier im Internet.

Autor: Eberhard Weiss