BI sieht sich bestätigt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 06. Februar 2017

Waldkirch

Stellungnahme der Elztalbahn-Bürgerinitiative.

ELZTAL (BZ). Die Bauarbeiten zur Elektrifizierung der Elztalbahn werden statt Ende 2018 erst Ende 2020 abgeschlossen sein. Dazu und zum BZ-Beitrag "Oberes Elztal macht Druck" (BZ vom 28. 1.) äußert sich die Elztalbahn-Bürgerinitiative: Die BI sehe sich in ihrer Kritik an den bisherigen Planungen deutlich bestätigt. Laut BI sind die Einwendungen der Bürger gegen die Planungen auch Ergebnis der bisherigen Politik.

Matthias Hirschbolz (CDU) erklärte "alternative Antriebstechniken seien in absehbarer Zeit unrealistisch". Laut Verkehrsministerium werden aber genau diese ab 2021 in der Ortenau eingesetzt und sogar ab Ende 2017 in Niedersachsen. Niklas Vartmann von der BI hofft, dass man nach Fertigstellung des Projektes nicht feststellen muss, dass die Elektrifizierung eine überalterte Technologie darstellt und wasserstoffbetriebene Züge
auf den Markt drängen.

Barbara Schuler (Grüne) befürwortete die Elektrifizierung "wegen Entlastung der Straße und weniger Emissionen". Die Straßen würden übrigens auch durch Brennstoffzellenzüge entlastet, so die BI. Die Emissionen auf der Straße müssen bekanntlich deswegen entlastet werden, weil die Autoindustrie verschlafen hat. Und nun verschläft man auch auf dem Sektor Schiene. Auch habe eine Elektrifizierung wenig mit Klimaschutz zu tun, da der Bahnstrom immerhin noch zu 58 Prozent aus Atom- und Kohlekraftwerken stammt, so die BI.

"Die BI war immer für Einführung eines vollen Halbstundentaktes, sogar bis Elzach. Der Halbstundentakt wurde allerdings immer unsachgemäß mit einer Elektrifizierung verknüpft. Und bei dieser geht es bekanntlich nur um eine Sanierung der DB-Strecke auf Staatskosten", schreibt Niklas Vartmann namens der BI. Den Halbstundentakt bis Elzach werde es nie geben, sondern lediglich vier Züge extra pro Tag. Auch sei ein Halbstundentakt ab Waldkirch generell abhängig von der Funktionssicherheit des Bahnübergangs Batzenhäusle "und diese Problematik wird einfach ignoriert." Laut ZRF sei bei Entstehung einer neuerlichen Langsam-Fahrstelle kein zeitlicher Puffer mehr vorhanden, so die BI.

Pia Lach (SPD) sagte, "Elektrosmog spiele bei den anderen Projekten im Kreis keine Rolle". Das spricht nach Ansicht der BI nicht gerade dafür, dass die Ängste der Anwohner ernst genommen würden. Sie werden immer mit Aussagen beschwichtigt wie: "Wir liegen weit unter dem Grenzwert von 300 Mikrotesla, es besteht keine gesundheitliche Gefahr". In der Schweiz liegt der Grenzwert bei 3. Von den bis zu 150-fachen Mehrbelastungen pro Zug aufgrund der Gleisnähe werde "natürlich nichts erwähnt". Auch sei eine Verteilung der täglichen Dosis auf 24 Stunden, um den Grenzwert einzuhalten, sehr fraglich. Die Stadt Waldkirch hat dieses Problem erkannt und eine Einwendung zum Minimierungsgebot nach §4 Absatz 2 der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung gemacht.

Mehr Infos im Internet unter http://www.elztalbahn-buergerinitiative.de