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26. Juni 2009
Dem Tod nicht ausweichen
Jobst Schneider in der Sparkasse Waldkirch / Die düsteren Bilder überzeugen am meisten
WALDKIRCH. Wenn Jobst Schneider sagt, ihm gefällt die Musik, dann hat der Satz Gewicht, denn der heutige Künstler ist eigentlich studierter Musiker und hat als Bratscher gearbeitet. Gemeint war die Musik, mit der Werner Fischer (Gitarre) die Vernissage von Schneiders Ausstellung in der Sparkasse Waldkirch gestaltete. Sie holte die Zuhörer auf angenehme Weise aus dem Alltag hinein in die Kunst.
"Intermezzo" heißt die Schau, mit der Schneider einen Querschnitt der eigenen Arbeit zeigen will. Zu sehen sind Fotografien, Foto- und Materialcollagen und Skulpturen. Sehr düsteres ("Gevatter Tod", "Götterdämmerung") wechselt ab mit heiteren Themen – Landschaften, Stillleben (als Fotos, als Arbeiten in Mischformen).
Die Vielfalt der Formen und Techniken wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich. Schneiders Arbeiten, die räumlich in die Tiefe gehen, Zwischenformen sind aus Bild und Relief, haben Klasse ("Kreuz"). Schneider ist aber um so überzeugender, je düsterer er wird.
Der am Rande von Gutach lebende Künstler will sich nicht auf ein Thema, eine Formensprache festlegen lassen. Das sei eindimensional, sagt er. So gehörten auch die Schnittbilder – sehr bunt wirkende, fast heitere Formenspiele – unbedingt dazu und tauchten später in anderen Arbeiten wieder auf. Dass Tod und Sterben wiederkehrende Motive sind, findet er nicht verwunderlich: Damit müsse man sich auseinander setzen, betont der Künstler.
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Letztlich ist diese Ausstellung in der Vielfalt ihres Angebots für die Schalterhalle der Sparkasse gut zusammen gestellt, zumal Schneider die Besucher auf einer kleinen Tafel mit einem kurzen erklärenden Text zu einem Besuch in seinem Atelier einlädt.
Gemessen an einem Dienstagabend-Termin war die Vernissage recht gut besucht. Reinhard Bayer, der stellvertretende Regionaldirektor der Sparkasse, begrüßte die Gäste; Schneider selbst verband Dankesworte mit einer sehr knappen Erklärung, die auf Interpretationen bewusst verzichtete. "Sie haben Augen, die sehen können. Sehhilfen brauchen Sie auch nicht", so der Künstler zu den Besuchern. Info: "Intermezzo" ist bis 10. Juli in der Sparkasse Waldkirch, Damenstraße 8, zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 8 bis 12.15 Uhr, montags und donnerstags auch 14 bis 18 Uhr, sowie dienstags und freitags von 14 bis 16.30 Uhr.
Autor: Frank Berno Timm
