Spatenstich

Die Sick AG baut ein Schulungszentrum im Waldkircher Schlosspark

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Di, 11. September 2018 um 11:23 Uhr

Waldkirch

Am Montag war symbolischer Spatenstich für das 19-Millionen-Projekt des Sensorherstellers. Nach dem Bau der Akademie wird das 1760 erbaute Schloss saniert und der Park gestaltet.

Ein symbolischer Spatenstich am Montagvormittag als Startschuss für das nächste große Bauvorhaben der Sick AG, in diesem Fall genauer gesagt der Sick Glaser GmbH: Im Park vom Buchholzer Schloss entsteht die Sick-Akademie, ein Schulungszentrum für Mitarbeiter und Kunden des Waldkircher Unternehmens. Danach soll auch das 1760 erbaute Schloss saniert werden. Das Investitionsvolumen insgesamt beträgt rund 19 Millionen Euro. Geplant ist, die Akademie im März 2020 zu eröffnen.

Der Bauantrag wurde im Januar 2018 gestellt, die Genehmigung folgte im Juni und jetzt, nach dem Spatenstich, soll in den nächsten Tagen mit den Arbeiten begonnen werden; Bauherrin ist die Sick Glaser GmbH (Geschäftsführer: Franz Bausch und Renate Sick-Glaser). Diese errichtet auf dem 1,3 Hektar großen Grundstück in der Ortsmitte von Buchholz ein mehrgeschossiges Schulungsgebäude mit Tiefgarage, das sie nach der Fertigstellung an die Sick AG vermietet. 2016 war das nun schon seit langem brachliegende Anwesen von Gisela Sick, der Mutter von Renate Sick-Glaser, über die Sick Stiftungs- GmbH erworben worden.

Dreiteiliges Bauprojekt

Das Bauprojekt wird in drei Schritten realisiert: Als erstes – mit Remise, Zugängen und Renovierung des Gartenhauses – der Neubau, und zwar in Form von zwei gestreckten Gebäuden, der Sick-Akademie – offizieller Name: Sensor Intelligence Academy (SIA). Dazu Sick-Chef Robert Bauer: "80 Prozent unseres Umsatzes tätigen wir im Ausland, deshalb der englische Name". Zweitens die Renovierung/Sanierung des Schlosses und schließlich die Gestaltung der großen Parkanlage mit teilweise knapp 200 Jahre alten Bäumen. "Die Buchholzer müssen sich noch ein kleines bisschen gedulden: Erst Akademie, danach Schloss und Garten – dann wird das Ganze hoffentlich ein Schmuckstück", sagte Renate Sick-Glaser. Und: "Wir freuen uns, den Startschuss geben zu können". Auch solle das "historische Herzstück", das kleine Schloss, "vom drohenden Verfall aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden." Für sie selbst, so Sick-Glaser, sei das neue Schulungszentrum "ein Herzensanliegen, ich unterstütze seit 20 Jahren die Aus- und Weiterbildung bei Sick. Es ist eine zukunftsweisende Investition."

Berthold Buck (Leiter Facility Management bei Sick), und Architekt Professor Andreas Theilig (KTP Generalplaner GmbH aus Ostfildern bei Stuttgart) erläuterten das Projekt: Ein Auditorium mit 120 Plätzen erstreckt sich über zwei Geschosse, insgesamt entstehen 150 Schulungsplätze in verschiedenen Räumen, die Fassade ist aus großflächigem Ziegelstein, teilweise aus Glas, das Dach ebenfalls aus Glas. 63 Pkw-Plätze wird es in einer Tiefgarage geben und das Gartenhaus wird zur Hausmeisterwohnung. Die neuen Gebäude sind größer als das denkmalgeschützte Schloss, aber niedriger als dieses: "Wir lassen dem Schloss nach wie vor den Vortritt, es soll nicht als Anhängsel wirken", so Theilig. Zur Renovierung/ Sanierung vom Schloss und deren Dauer könne man noch nichts Konkretes sagen: "Da muss man sich gut mit dem Denkmalamt absprechen", so Sick-Glaser.

Sick AG braucht dringend Platz für Fortbildungen

Beim Spatenstich sprach der Vorstandsvorsitzende der Sick AG, Robert Bauer, von "einem wichtigen Meilenstein" für Sick und für Buchholz: "Dank des wirtschaftlich tragfähigen Konzepts kann das historische Kleinod im Herzen des Weinorts umfangreich saniert und für die Zukunft erhalten werden." Die Sick AG freue sich auf Platz für ihr Fortbildungsangebot: "Wir brauchen es dringend." Und: "Die Besucher werden hier nicht übernachten" wies Bauer darauf hin, dass die Gäste für die Gastronomie in Buchholz und Umgebung auch in dieser Hinsicht eine Aufwertung bedeuten. "Aber auch die Anwohner und Nachbarn sollen sich wohlfühlen" mit dem Projekt, so Bauer.

Die neue Akademie SIA stellte Martin Krämer, Personalvorstand der Sick AG, vor: "Die beruflichen Anforderungen steigen und verändern sich ständig", deshalb seien Weiterbildung und lebenslanges Lernen so wichtig. Die SIA werde künftig das gesamte Fortbildungsprogramm von Sick zentral organisieren und es für Mitarbeiter und Kunden aus dem In- und Ausland anbieten – vom Englischkurs über Softwareschulung bis zu Führungskräfte- und Produktetraining. Die neuen Räume in Buchholz seien äußerst willkommen: "Bereits 40 Prozent aller Schulungen heute müssen extern ausgelagert werden," so Krämer, der konstatierte: "Die Ausrichtung langfristig denkender Gesellschafter wird an diesem Projekt wiederum sichtbar."

Dann folgten auf die Worte Taten: Es ging an den symbolischen Spatenstich. Neben dem Architekten und den Vertretern von Sick – darunter die 95-jährige Gisela Sick – nahmen Hinrich Ohlenroth als Vertreter des Landrats, OB Roman Götzmann und Unternehmer Michael Ganter (Ganter Interior) einen Spaten in die Hand. Unter den Zuschauern waren unter anderem der Buchholzer Ortsvorsteher Manfred Schüssele und Nachbar Franz Raith, 92 Jahre alt. Der kennt diese Schlossparkanlage bestens, hatte er doch für die ehemalige Eigentümerin, Mara Freifrau zu Bieberstein, viele Jahre hier den großen Garten instand gehalten.

Dem Spatenstich auf dem Schlossgelände ging ein formgerechtes Bebauungsplanverfahren voran, bei dem auch die Öffentlichkeit angehört und um Kompromisse gerungen wurde.