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07. Juni 2010

Einkaufsstadt Waldkirch

EIN WORT DAZU: Bäumchen, wechsle Dich

Da, wo der Fleischer war, ist jetzt ein Uhrmacher. Der Haarschneider macht dem Tabakhändler Platz. Im Kaufhaus wird erst mal gebaut. Der kleine Kaffeeladen ist ratz-fatz verschwunden. Im Bahnhof, wo einst Kiosk und Gaststätte Bedürfnisse stillten, sind Bauleute angerückt. Was für ein lustiges Wechselspiel – mitten in Waldkirch.

Doch wie steht es wirklich? Immerhin kann der Kunde in der Innenstadt noch Lebensmittel kaufen – sogar mit Auswahl und zuweilen in exzellenter Qualität. Auch an Cafés und Gaststätten herrscht kein Mangel. Nur die Öffnungszeiten könnten noch arbeitszeit-freundlicher sein. Und für Computernutzer kann der Einkauf einer neuen Druckerpatrone zur nervenden Tortur durch die Geschäfte werden, die dann doch beim Onlinehändler endet.

Ist Waldkirch so unattraktiv, dass sich bestimmte Geschäfte nicht mehr lohnen? Haben heimische Händler vielleicht zu wenig Lust, sich wirklich an den Interessen von König Kunde zu orientieren? Wer die Innenstadt genauer betrachtet, kann nicht übersehen, dass eine ganze Reihe attraktiver Ladengeschäfte seit Wochen, zum Teil seit Monaten völlig ungenutzt vor sich hinmodern und allenfalls als Zusatzschaufenster für andere Geschäfte genutzt werden. Die abgenutzte "Krise"-Ausrede kann nicht wirklich greifen – gemessen an anderen Landstrichen herrscht in Waldkirch Vollbeschäftigung, Kaufkraft müsste also da sein.

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Gewiss, hinter den Kulissen ist von ehrgeizigen Projekten zu hören. Aber wie es aussieht, wird es noch dauern, bis Einkaufsparadiese in den Himmel wachsen. Nun, Waldkirch ist keine Metropole, gewiss nicht. Aber die Lieblosigkeit und das Desinteresse, mit der in der Einkaufswelt zuweilen agiert wird, wundern einen schon.

Autor: Frank Berno Timm