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26. März 2009 13:12 Uhr

Interkulturelle Woche

Einbürgerung ist nicht nur Frage des Passes

"Hätten Sie’s gewusst?" – unter diesem Motto stand eine Veranstaltung im Roten Haus innerhalb der gerade laufenden Interkulturellen Woche im Landkreis Emmendingen. Anknüpfungspunkt war der Einbürgerungstest.

  1. In der Interkulturellen Woche fand im Roten Haus eine Diskussionsrunde zur Einbürgerung statt. Foto: Karin Heiß

WALDKIRCH. Den Einbürgerungstest haben Einwanderer zu absolvieren, wenn sie die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben wollen. Dies war aber auch ein guter Ausgangspunkt, um weitere Gesichtspunkte zu diskutieren, die mit der Entscheidung einhergehen, "Deutscher werden zu wollen". Schön war es, dass diese Chance gerade auch von etlichen, zumeist vor langer Zeit zugewanderten Bürgern aus aller Herren Länder, darunter Spanien, Marokko, Sri Lanka, Indien und der Türkei, genutzt wurde.

Viele Fragen an die Fachleute

Die rege Gesprächs- und Informationsrunde moderierte Regine Gudat vom Amt für Bildung und Soziales. Fachlich kompetent unterstützt wurde Gudat dabei von Albert Versteeg, Regionalkoordinator für Integration vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; Heidi Hoff, Sachgebietsleiterin der neuen Ausländerbehörde in Waldkirch, und von der Sprachpädagogin Gerda Benani, die seit vielen Jahren im Roten Haus die Deutschsprachkurse leitet, die in Waldkirch über die VHS (Volkshochschule) in Zusammenarbeit mit den Ausländerbehörden angeboten werden. Das "Sprachcafé" (dienstags von 15 bis 16 Uhr) im Roten Haus wurde von dem Sozialpädagogen Bernd Biermann vorgestellt.

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Seltene doppelte Staatsangehörigkeit

"Die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben zu wollen, ist ein großer Schritt, der für manche schwierig sein kann", schätzte Regine Gudat ein. Neben der Sprachprüfung und dem Einbürgerungstest, die dafür absolviert werden müssen, spielten bei der Entscheidungsfindung emotionale Beweggründe oft eine große Rolle. Dies konnten die zugewanderten Mitbürger bestätigen. Wenn es die Möglichkeit für alle Einwanderer nach einer Zeit des Aufenthalts in Deutschland geben würde, die "doppelten Staatsbürgerschaft" anzunehmen, wäre es für manch einen gewiss einfacher, den Schritt in die Einbürgerung zu gehen. Doch die doppelte Staatsbürgerschaft wird laut Gudat "nur Bürgern aus der EU und der Schweiz sowie Kindern aus gemischten Ehen und Personen, die aus der alten Staatsbürgerschaft nicht entlassen werden, gewährt". Damit wäre es zum Beispiel für die anwesende Einwanderin aus Indien nach ihrem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit "nur noch mit einem Visum möglich, ins Heimatland einzureisen".

Emotionale Bindungen

Vor allem beschäftigt aber wohl am stärksten die Frage, "Will ich überhaupt Deutsche beziehungsweise Deutscher werden?", denn da hinein spielt der nicht zu unterschätzende Aspekt, den eigenen Ursprung aufzugeben ("emotionale Bindungen"). Als Vorteile der Einbürgerung wurden bei den anwesenden Migranten die Gewährung des Wahlrechts und auch bürokratische Erleichterungen sowie eventuell bessere Chancen auf Gleichberechtigung, unter anderem bei Bewerbungen, gesehen.

Test ist zu bewältigen

Bei einigen zeigte sich auch etwas Angst, an den geforderten Tests zu scheitern. Diese konnten jedoch von Albert Versteeg und Gerda Benani weitgehend zerstreut werden. Der Integrationsbeauftragte betonte, "dass weit über 90 Prozent den Einbürgerungstest bestehen". Es gibt Kurse, um sich vorzubereiten. "Doch die meisten machen es privat und nutzen das Internet". "Der Fragenkatalog teilt sich auf in einen überwiegenden allgemeinen Teil und einen speziellen für das jeweilige Bundesland", erklärte Versteeg. Für die Prüfung werden 33 Fragen aus 300 ausgewählt, darunter drei bundeslandbezogene. 17 müssen richtig beantwortet werden. Der Deutsch-Sprachtest, den die Einbürgerungsbehörde daneben fordert, ist nach Ansicht von Gerda Benani zwar "nicht einfach, aber zu schaffen".

Für Fragen zur Einbürgerung steht Heidi Hoff, Ausländerbehörde der Stadt Waldkirch, Tel. 07681 / 404 -139 oder E-Mail: hoff@stadt-waldkirch.de, zur Verfügung. Weitere Auskünfte gibt Albert Versteeg telefonisch unter 0721/9653413 oder E-Mail albert.versteeg@bamf.bund.de. Informationen zur Einbürgerung finden sich auch auf der Homepage www.integration-in-deutschland.de

Autor: Karin Heiß