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01. Juli 2010

Fast volles Haus für Eusebius-Trio

Benefiz im Museum mit Musik von Haydn, Debussy, Schumann.

  1. Eusebius-Trio im Elztalmuseum: Dorothee Birke (Violine), Eva Maria Birke-Steup (Klavier) und Andreas Kissel (Violoncello) spielten am Sonnabend Haydn, Debussy und Schumann. Foto: Frank Berno Timm

WALDKIRCH. Immerhin: Trotz fantastischem Sommerwetter und entsprechend netten Alternativen füllten sich die Reihen im Elztalmuseum am Samstag fast bis auf den letzten Platz. Das ist die gute Nachricht. Anders fällt ins Gewicht, dass die unter 20-Jährigen praktisch nicht vertreten waren. Das Eusebius-Trio – Dorothee Birke (Violine), Eva Maria Birke-Steup (Klavier) und Andreas Kissel (Violoncello) – kam zum Benefizkonzert zugunsten der "Herzenssache Elztalmuseum".

Das lockt jüngere Leute scheinbar überhaupt nicht hinter dem PC-Bildschirm hervor. Auch sonst sind Waldkircher Konzerte mit klassischer Musik selten Ziel jüngeren Publikums – hier fehlt entsprechendes Engagement der Veranstalter, wie es scheint. Tut man nichts, hat es sich bald erledigt.

Die hessischen Musikerinnen und Musiker begannen mit Haydn. Sein Trio Nr. 11 steckt noch ganz in der Tradition der klassischen Klavier-mit-obligaten-Instrumenten-Besetzung. Das Piano ist Zentrum des Geschehens, die Geige spiegelt dialogisch die musikalischen Ereignisse, das Violoncello ist noch völlig in der "Generalbass"-Rolle – von der formalen Strenge Haydns ganz zu schweigen. Das Eusebius-Trio bevorzugte einen etwas gebremsten Zugriff – man kann sich Haydn auch anders, mit mehr Feuer, vielleicht auch tänzerischer, vorstellen.

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Ungewöhnlich, aber durchaus reizvoll, ist die Programm-Idee, von Haydn den großen Sprung zu Claude Debussy zu machen. Der französische Meister (1862-1918), der genau wie Robert Schumann eine ziemlich geschliffene Autoren-Feder führte, hat in seinem (laut Programm) erst 1982 wieder entdeckten Trio manche Volksmusik-Anspielung versteckt. Sehr hübsch das Scherzo, in dessen Kopfmotiv die Streicher das Klavier zupfend begleiten. Schade, dass Andreas Kissel im Andante espressivo die Gelegenheit zur großen Leidenschaft verstreichen ließ. Dass der Flügel im Museum mindestens eines Klavierstimmers, wenn nicht gar einer grundsätzlichen Überholung bedürfte, ließ sich zuweilen nicht überhören.

Nach der Pause, als die Glocken von St. Margarethen verklungen waren, dann der Namenspatron des Trios: Robert Schumann. Der Komponist, schrieben die Musiker ins Programm, habe sich selbst als "Florestan und Eusebius" charakterisiert. Florestan sei der Mutige, Kämpferische, Eusebius der Zarte, Empfindsame, "Immer tauchen beide in seinen Stücken auf". Schumanns Nähe zu Brahms ist unüberhörbar, das Ernstnehmen der klassisch-strengen Form ebenfalls. Nun endlich gab es mehr Leidenschaft zu hören, angenehm das "Lebhaft, nicht zu rasch", sogar ein bisschen Feuer. Herzlicher Beifall des Publikums, hübsch, mit Sentiment, ein "ungarisches Stückchen" als Zugabe.

Autor: Frank Berno Timm