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20. Mai 2017

Gegen den Export von Kriegswaffen

Thesen des Friedenskreises zum evangelischen Kirchentag.

WALDKIRCH (BZ). Vom 24. bis 28. Mai findet in Berlin, Magdeburg und Wittenberg der evangelische Kirchentag statt. In Vorbereitung dazu hat der Ökumenische Friedenskreis der Paul-Gerhardt-Gemeinde Kollnau mehrere Thesen aufgestellt und wird sie in die Arbeit der beim Kirchentag stattfindenden Friedenswerkstatt einbringen. Ziel der Friedenswerkstatt in Magdeburg ist es, Impulse zum Weiterdenken dessen aufzunehmen, was von der Evangelischen Landeskirche in Baden in deren Synodalentschließung im Oktober 2013 angestoßen worden ist und seitdem den Weg durch verschiedene Landeskirchen nimmt.

Beim Kirchentag soll nun ein "Friedensmanifest" vorbereitet werden, das mutig, radikal und konsequent für den Frieden spricht. Dieses Manifest soll nach der öffentlichen Verlesung und Präsentation in Magdeburg zum Abschluss des Kirchentags nach Wittenberg gebracht werden. In Vorbereitung der Friedenswerkstatt hat der Ökumenische Friedenskreis Kollnau nach diversen Vorgesprächen bereits im Oktober 2016 drei Thesen verabschiedet, die durch diverse Unterpunkte ergänzt werden.

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» These 1: Beim Export deutscher Kriegswaffen müssen künftig die gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungen (auf keinen Fall Lieferung Deutscher Waffen oder Lizenzen in Spannungsgebiete!) eingehalten und Transparenz über die Entscheidungen des Bundessicherheitsrates hergestellt werden. Die Kirchen fordern den Bundestag auf, ein solches Gesetz zu schaffen. Mittelfristig fordern wir, den Export von Kriegswaffen ganz einzustellen.
These 2: Die EKD braucht ein klares Leitbild von einer zu entmilitarisierenden Welt und sollte sich zu dessen Realisierung – wenigstens vom deutschen Boden aus – für deutliche Schritte in Richtung einer friedenslogischen Politik stark machen.
These 3: Wir fordern die Qualifizierung kirchlicher MitarbeiterInnen auf allen Ebenen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung und deren praktischer Vermittlung in den Kirchen der EKD und darüber hinaus.

Der Ökumenische Friedenskreis Kollnau lehnt die Mitwirkung an einer neuen Rüstungsspirale ab. Statt zwei Prozent des Inlandsproduktes bis 2020 (von 34 Milliarden jetzt auf etwa 60 Milliarden Euro dann) sowie bis 2030 zusätzlich 130 Milliarden Euro in neue Rüstungsgüter zu investieren, werden hohe Investitionen der deutschen Regierung für die Bekämpfung von Fluchtursachen gefordert.

Das komplette Thesenpapier ist auf der Homepage des evangelischen Kirchenbezirks Emmendingen unter http://www.kirchenbezirk-em.de veröffentlicht.

Autor: bz