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10. August 2010

Geliebter Sommer-Standard

Wenn die "Boogie-Connection" auf dem Waldkircher Marktplatz spielt, ist der Platz voll.

  1. Thomas Scheytt (Foto), Jörn Paul Weidlich und Christoph Pfaff brachten am Samstag den Waldkircher Marktplatz zum Kochen. Foto: fbt

WALDKIRCH. Wer Musik liebt, hat seine eigenen Hitlisten. Zum speziellen Waldkircher Musiklebensgefühl gehört das alljährliche Sommerkonzert der Boogie-Connection mit Christoph Pfaff (Gesang, Gitarre, Blues-Mundharmonika), Thomas Scheytt (E-Piano) und Jörn Paul Weidlich (Schlagzeug) gingen am Samstag auf die Marktplatz-Bühne.

Christoph Pfaff, glücklicherweise nur selten von einem leicht quietschenden Mikro gestört, singt Vertrautes: "So long how I hate to see you go" ist so ein Text. Thomas Scheytt begleitet ihn dabei, manchmal genügen ihm schon leicht angeschlagene, oktavierende Bässe in der linken Hand. Jörn Paul Weidlich variiert die "üblichen" Schlagzeugschemata elegant, leicht und beneidenswert unverkrampft. Es ist Live-Musik bester Art, aus der anfänglich fast reservierten Stimmung des Publikums wird dann doch bald eine ziemlich hochkochende Begeisterung. Ein älteres Paar tanzt mit Liebe, Witz, Können und Hingabe, bald gesellen sich zwei weitere Könner dazu: Kerstin und Andreas Mahel vom ersten Freiburger Rock’n’Roll-Club sind amtierende Europameister der Oldieklasse in Boogie-Woogie und es ist ein Genuss, ihren Tänzen zuzusehen.

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Schon immer ist die Musik der Connection eine, die sich bei Größeren bedient und dem Material einen eigenen Stempel aufdrückt. B. B. King und Eric Clapton lugen gleich ein paar mal hervor: "Help the poor" ist dabei ("I need you so much/I need your care"). Auch Chuck Berrys "Roll over Beethoven" kann man schon als Boogie-Connection-Schlager bezeichnen; vertraut ist auch das gesanglich anspruchsvolle "At least my love has come along".

In solchen Standards finden sich durchaus nachdenkenswerte Textzeilen: "I found a thrill to rest my cheek to/A thrill that I have never known". Pfaff scheut auch die Ohrwürmer nicht: "Fine brown frame" singt sich schon mal locker mit. Auch Weidlich und Scheytt singen hier und da – leider ohne Mikro.

Wer die Waldkircher Konzerte der Band kennt weiß, dass die Connection drei Sets spielt. Zwischendurch kann man sich an den Angeboten der Marktplatz-wirte laben, mit den Musikern schwatzen oder einfach den fantastischen Sommerabend genießen. Die Kinder, anfangs noch an der Bühne, haben sich längst zum spielen zurückgezogen. Und je später der Abend, um so mehr füllt sich der Platz vor der Bühne, viele wippen mit, manchen genügt schon sehr wenig Platz für ein paar Tanzbewegungen.

"Key to the highway" kehrt ebenfalls wieder. Und wie schon im Frühjahr, kommt auch der 14-jährige Scheytt-Schüler Jakob Lieb für ein Stück mit auf die Bühne. Nun muss er nicht in der überschaubaren Güterhalle Bleibach, sondern auf dem Waldkircher Marktplatz bestehen. Die Grundzüge der Musik seines Lehrers hat er längst verstanden, die Entspanntheit, der Witz seines Meisters fehlen ihm noch.

Der Reiz des Blues und der romantischen Versprechen

Natürlich, der Reiz des Blues’ besteht auch darin, dass er Kummer und Schmerz überaus gekonnt auf die Zeile bringt: "Nobody knows you, when you’re down and out" (frei: wenn’s Dir schlecht geht, will keiner was von Dir wissen). Oder: "need your soft voice/ to talk to me at night" und schließlich das immer wieder gesungene Versprechen: "I know we can make everything allright". Christoph Pfaff, Thomas Scheytt und Jörn Paul Weidlich mischen solche Herzgänger gekonnt mit schnellen, manchmal rasenden Stücken ("red and hot") und wirklichen Schlagern ("Let the good times roll"). Auch diesmal brilliert Thomas Scheytt mit wilden Boogies ("50-Dollar-Boogie"). Hübsch auch "down in the alley" und wiederum "just a little country-boy". Am Ende jubelndes Publikum und Zugaben: Mitternacht ist nicht weit, als die Leute nach Hause gehen.



Autor: Frank Berno Timm