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28. Juli 2008 12:48 Uhr
Handbiker
"Getreten" wird hier mit den Händen
Vor seinem Start bei den Paralympics in Peking trainierte der querschnittsgelähmte Handbiker Torben Bröer in einem Trainingslager in Elzach. Vom Freizeit- bis zum Kader-Fahrer erstreckte sich das Teilnehmerfeld der Handbike-Woche.
ELZACH (ths). Vergangene Woche trainierten wieder einige Handbiker in Elzach. Darunter war auch Torben Bröer, einer der Medaillenfavoriten für die Olympischen Spiele in Peking. Bürgermeister Holger Krezer hieß die Sportler im Namen der Stadt herzlich willkommen. Untergebracht waren sie im "Aktivhotel" Elzach.
Vom Freizeit- bis zum Kader-Fahrer erstreckte sich das Teilnehmerfeld der Handbike-Woche des "Otto-Bock-Handbike-Teams", die nun schon zum sechsten Mal in Elzach stattfand. Die insgesamt 16 Teilnehmer trainierten unter der Leitung von Stefan Lange, freiberuflicher Sportlehrer und selbst erfolgreicher Handbiker. Je nach Leistungsstand beträgt die tägliche Trainingsstrecke etwa 90 Kilometer, es können aber auch mal 130 Kilometer sein. Neben diesen Trainingsfahrten sind auch Krafttraining und Schwimmen vorgesehen.Als "eine Ehre für uns", bezeichnete es Bürgermeister Krezer, dass die Handbiker in Elzach trainieren. Da die Stadt sich im Bereich Tourismus und Sport weiter etablieren möchte, sei ihre Anwesenheit für Elzach auch ein Imagegewinn. Dafür dankte Holger Krezer und sicherte ihnen unbürokratische Hilfe zu, wenn sie diese benötigten.
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Der 36-jährige Hamburger Torben Bröer hat sich in nur drei Jahren – nach einem Unfall querschnittsgelähmt – vom Krankenbett an die Weltspitze vorgearbeitet. Dank Trainingsfleiß, Ehrgeiz und der fachkundigen Leitung von Stefan Lange gehört Torben Bröer nun zu den acht deutschen Handbikern, die für die "Paralympics", die Olympischen Spielen der Behinderten, in Peking nominiert sind.
Stefan Lange rechnet damit, dass die deutsche Mannschaft in China gewaltig abräumt. Sieben Medaillen bei der WM in Bordeaux vor einem Jahr sprechen für sich. Auch Torben Bröer rechnet sich Chancen aus. "Die Goldene zu erwarten, wäre vermessen", meint er. Dazu sei der Titelfavorit doch zu stark. Aber die Silber- oder Bronze-Medaille sei möglich. Aber allein schon die Teilnahme sei ein Erfolg, meint Stefan Lange: "Das heißt, dass man zu den Weltbesten gehört."
Die Athleten sind sich auch bewusst, dass das derzeitige Hauptproblem des Radsports, Doping, auch vor dem Behindertensport nicht halt macht. Bröer und Lange können sich allerdings nicht vorstellen, dass jemand aus der deutschen Mannschaft zu unerlaubten Mitteln greift. Dazu seien die Kontrollen viel zu streng.
Die Handbiker sind je nach Stärke der Behinderung in drei Klassen eingeteilt. Bröer gehört zur Klasse A mit dem größten Handicap. Er muss mit den wenigsten funktionierenden Muskeln die meiste Arbeit leisten. Für diese Klasse ist in Peking nur ein Zeitfahren vorgesehen. "Leider", sagt Torben Bröer, denn er wäre auch gerne ein Straßenrennen gefahren. So bleibt für den Weltranglistendritten am 12. September nur ein 12,3 Kilometer langes Rennen gegen die Uhr.
Alle Teilnehmer lobten die Trainingsstrecken in der Umgebung. "Die Berge hier sorgen für uns Flachländer aus Hamburg für die gesunde Härte", meinte Torben Bröer grinsend. Ein ganz großes Lob sprachen alle Sportler auch dem Hotel aus. Da alles barrierefrei ist, könne man als Rollstuhlfahrer sich ganz entspannt überall bewegen. Auch die Verpflegung und der Service stimmten hundertprozentig. "Deswegen und wegen der Landschaft kommen wir immer wieder gerne her", sagt Stefan Lange stellvertretend für die ganze Truppe.
Autor: ths
