Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. März 2011

Geweihte Besen und feurige Tränke

33. Hexensabbat in der Großen Kandelstadt / Von Anfang an fliegt Albert Bayer auf dem Besen über den Marktplatz.

  1. Zum 33. Mal fliegt der "Blechle" alias Albert Bayer auf seinem Hexenbesen von der Volksbank über den marktplatz in die Stadtkämmerei. Foto: Christian Ringwald

  2. Noch sind sie Menschen - gleich geht es hoch auf den Kandelfelsen: Die Anwärter warten auf ihre Aufnahme. Foto: Christian Ringwald

  3. Foto: Christian Ringwald

WALDKIRCH. Der Hexensabbat ist seit Jahren einer der Höhepunkte der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Am Samstag zog er wieder Tausende in die Kandelstadt. Die guten Plätze – und vor allem die Fenster – rund um den Marktplatz waren schon während der Dämmerung belegt. Manche Fensterplätze sind schon auf Jahre hinaus ausgebucht und selbst der Freiburger Sparkassenchef Horst Kary ging für einen guten Logenplatz fremd und genoss das Spektakel von der Volksbank aus.

Angeführt von der Stadtmusik mit ihrem fasnächtlichen Leiter Oliver Schätzle, marschierte die Hexenbrut vom Oberstädtli kommend zum "Kandelfelsen", der traditionell vor dem Marienbrunnen aufgebaut ist. Während sich die Stadtmusik platziert, wirbelt ein kräftiger Wind – wohl der stadtbekannte "Geise-Schinder" – über den Marktplatz und der schwarze Teufel ruft ein erstes Mal "Hexe-Hexe-Stelze – ’rab vum Kandelfelse". Der wilde Hexentanz beginnt.

Ein paar der Hexen bewachen derweil die vier (angehenden) Junghexen, die ihres Schicksals auf dem Hexenwagen harren. Bald sollen sie auch dem Teufel gehören. Zu den Klängen des Hexenmarsches werden die Hexenanwärter unter lautem Johlen zum Teufel auf dem Felsen oben geleitet. Dann geht alles nach einem festen Ritual: Die Besen werden geweiht und während eines schweren Hagelunwetters – Feuerwerk und musikalisches "Chaos" (so steht es blau auf weiß im Regiebuch) – wird aus "Frosch-, Maus- und Eulenknochen" der "Hexentrunk" zubereitet. Dieser feurige Trunk gibt den Junghexen Kraft für ihre Hexenkunst. "Hinweg jetzt mit den Menschenmasken", ruft der Teufel den Junghexen zu, "zieht über eure Fratzen". Nun sind die jungen nicht mehr von ihren altgedienten Zunftkameraden zu unterscheiden, von denen sie unterhalb des Kandelfelsens in Empfang genommen werden.

Werbung


Mit dem "Hexenflug" – der "Blechli" fliegt zum 33. Mal über den Marktplatz – neigt sich das Spektakel seinem Ende, von Sankt Margarethen her hört man die Glocken. Auf die Hexen wirken sie wie ein böser Geist.

Autor: Christian Ringwald