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21. Januar 2016

Berufliches Schulzentrum Waldkirch

Helmut Kleinböck aus dem BSZ verabschiedet, Barbara Berhorst begrüßt

Helmut Kleinböck verlässt das BSZ nach mehr als 40 Jahren / Nachfolgerin ist Barbara Berhorst.

  1. Hinten als Schulanfänger im Jahr 1956, vorn als Schulaufhörer: Helmut Kleinböck war seit 1975 am BSZ Lehrer und seit 1992 Schulleiter dieser Schule. Foto: Fotos: Sylvia Sredniawa

  2. Thomas Hecht vom Regierungspräsidium übergab Barbara Berhorst die Ernennungsurkunde als Schulleiterin. Foto: Sylvia Sredniawa

  3. Großer „Bahnhof“ für Helmut Kleinböck und Barbara Berhorst. Foto: Sylvia Sredniawa

WALDKIRCH. Willkommen und Abschied wurde am Mittwochvormittag im Beruflichen Schulzentrum Waldkirch gefeiert: Nach mehr als 40 Jahren an der Schule, davon 23 als Schulleiter, wurde Helmut Kleinböck in den Ruhestand verabschiedet und seine Nachfolgerin Barbara Berhorst begrüßt. Dazu hatten sich mehr als 200 Wegbegleiter aus Bildung, Wirtschaft und Politik im BSZ eingefunden, darunter auch Ex-Kultusminister Helmut Rau.

Moderiert von den Schülern Lea Boscher und Daniel Tscherwen und musikalisch begleitet durch die Lehrerband, Schülerband und den Lehrerchor bot der Vormittag etlichen Rednern die Gelegenheit, Kleinböcks Wirken für das BSZ zu würdigen. Hauptredner waren Thomas Hecht, zuständiger Abteilungsleiter für Berufsschulen am Regierungspräsidium, und Landrat Hanno Hurth.

Hecht würdigte Kleinböck als beharrlichen und ausdauernden Mann im Hintergrund und zugleich Frontmann der Schule, die zur Zeit seines Amtsantritts beinahe vor dem Aus gestanden habe, da mehrere Bildungsgänge nach Freiburg zentralisiert worden waren. Heute hat das BSZ mehr als 800 Schüler und 13 Bildungsgänge – von der dualen Berufsschule über Berufskollegs bis hin zur Wirtschaftsoberschule, dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium.

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Kleinböcks Arbeit sei Bescheidenheit und von Wertschätzung für seine Schüler und sein engagiertes Kollegium geprägt gewesen. Mutig sei man gemeinsam vorangegangen auf dem Weg der Digitalisierung. Gut vernetzt sei man aber am BSZ nicht nur mit den PCs, sondern auch politisch, beispielsweise über den Berufsschullehrerverband und mit der Wirtschaft. "Das Waldkircher BSZ hatte oft die Nase vorn" bei Entwicklungen, betonte Hecht und erwähnte die Übungsfirmen und Schulpartnerschaften. "Sie werden uns fehlen", betonte Hecht, "als leidenschaftlicher Interessenvertreter der beruflichen Bildung."

Auch Landrat Hanno Hurth bezeichnete das BSZ als eine der "Top-Adressen der beruflichen Bildung im Landkreis und der Region", was vor allem ein Verdienst des bisherigen Schulleiters sei, der "mit hohem Einsatz und taktischem Geschick" agierte. Intensiv habe sich Helmut Kleinböck auch um Schüler bemüht, die nicht so gute Startbedingungen hatten. Der Kreistag habe diese Entwicklung des BSZ gern unterstützt, unter anderem mit umfangreichen Mitteln für dessen Ausbau und Sanierung, zumal man hier immer auf offene Ohren stieß, zuletzt beispielsweise, als der Landkreis die BSZ-Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen musste. Eine der nächsten Aufgaben für die Schule sei voraussichtlich die Einrichtung einer Berufsvorbereitenden Klasse für Menschen ohne Deutschkenntnisse, sagte Hurth.

Waldkirchs Oberbürgermeister Roman Götzmann stellte fest, dass die kreiseigene Schule sich immer auch als integraler Bestandteil der Stadt betrachtet habe. Kleinböck habe einen "offenen und willkommenheißenden Geist" an der Schule geschaffen und sei bis zur letzten Minute nicht müde geworden, sich neuen Entwicklungen zu stellen. Herbert Jochum überbrachte die Grüße der Elztäler Wirtschaft und der Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, in der sich Kleinböck unter anderem für den Ausbildungsverbund stark gemacht habe sowie im Wabe e.V. sich engagierte (was nun seine Nachfolgerin fortsetzen wird). Unter Kleinböcks Leitung habe sich das BSZ zu einer "von der Wirtschaft hoch geschätzten, innovativen und für hoch qualifizierten Berufsnachwuchs sorgenden Bildungsstätte" entwickelt, die einerseits weltoffen agiert und andererseits auch Leistungsschwache unterstützt. Herbert Huber sprach den Dank des Berufsschullehrerverbandes und der Direktorenvereinigung aus, in der sich Helmut Kleinböck seit Jahren engagierte (im BLV bleibt er auch weiterhin aktiv). Als er sich dort mit Kollegen vor Jahren mal in einer Zeitungsanzeige für die individuelle Förderung der Schüler einsetzte, brachte ihm das eine Rüge der Kultusministerin ein, verriet Huber, aber das sei vielleicht sogar eine Art "Ritterschlag" für das engagierte Wirken gewesen.

Jugendlichen die Chance geben, ihr Potenzial zu nutzen

Personalrat Wolfram Schmid leitete den Dank des Kollegiums ein, der in der Übergabe einer riesigen Schultüte und einem Video mit schön zusammengeschnittenen Abschiedsworten der Lehrerinnen und Lehrer gipfelte. Mit Reinhold Mack sprach zugleich ein aktueller Elternvertreter und einer der ersten früheren Schüler von Kleinböck am BSZ. Nadine Allgaier als heutige Schülersprecherin, dankte ebenfalls für Kleinböcks Wirken.

Keiner der Redner versäumte es dabei, die neue Schulleiterin Barbara Berhorst willkommen zu heißen, ehe sich Kleinböck und Berhorst selbst an das Publikum wandten. Die neue Schulleiterin nahm Bezug zum Leitbild der Schule, dem sie gern folgen wolle, um Schülern zu ermöglichen, ihre Potenziale auszuschöpfen, gleich welcher Herkunft sie sind. Kleinböck dankte ausführlich vielen namentlich von ihm genannten Wegbegleitern.

Autor: Sylvia Sredniawa