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02. Juni 2016

Hilfe in schwierigen Lebenslagen

Der Sozialdienst Katholischer Frauen in Waldkirch hat ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot.

  1. Das Mitarbeiterteam des Sozialdienstes katholischer Frauen und die Vorsitzenden Rita Maciej-Meier (Zweite von links) und Chrysanta Dreher (rechts) setzen sich für Menschen in Notsituationen ein. Foto: Gabriele Zahn

WALDKIRCH. Der Sozialdienst katholischer Frauen hilft Menschen und Familien in Notsituationen und engagiert sich in der Betreuung von Menschen und in der Schwangerschaftsberatung. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 75 400 Euro an Hilfen vermittelt. Sowohl bei der Betreuung von Menschen als auch in der Schwangerschaftsberatung stellten die Mitarbeiter des SkF fest, dass die Fälle komplexer und schwieriger werden.

Im vergangenen Jahr feierte der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) sein 90-jähriges Bestehen, erinnerte Vorsitzende Chrysanta Dreher. Am Jubiläumsfest sei eine gute Atmosphäre gewesen, es sei lustig, aber auch tiefgängig gewesen. Aktuell habe der Verein 83 Mitglieder. Unter dem Motto "Frauen für Frauen" bekomme der SkF von vielen Gruppen der Katholischen Frauen Deutschland aus dem Elztal Spenden, aktuell von der Frauengemeinschaft Elzach 1500 Euro.

Die beiden Wohnungen im Haus Bündtenstraße dürfen nur an allein erziehende Mütter vermietet werden, berichtete die zweite Vorsitzende Rita Maciej-Meier, das Haus habe im vergangenen Jahr viel Arbeit gemacht. Eine Mutter war ausgezogen, für die schnell eine Nachmieterin gefunden werden konnte. Der Frau in der anderen Wohnung musste gekündigt werden, weil deren Kinder nicht mehr bei ihr wohnten. In dieser Wohnung fielen kleinere Reparaturen an. Insgesamt mussten in das Haus mehr als 8000 Euro investiert werden.

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Vom Betreuungsverein werden aktuell 88 Personen von 51 Ehrenamtlichen und zwei Hauptamtlichen betreut. Im vergangenen Jahr konnten elf Ehrenamtliche hinzugewonnen werden. Von den 59 durch Ehrenamtliche betreuten Personen werden 23 durch Angehörige betreut und 29 von den beiden Hauptamtlichen Bernd Biermann und Johanna Habeck. Beide vermitteln auch Betreuungen. Sie stellen fest, dass infolge von Vorsorgevollmachten immer weniger Angehörige bereit sind, Verwandte zu betreuen. Auch die Zahl der psychisch Kranken, die betreut werden, nehme zu. "Einfache Fälle gibt es kaum noch", sagten Biermann und Habeck. Die beiden hauptamtlichen Betreuer begleiten die ehrenamtlichen, bieten ihnen Arbeitshilfen, Informationsmaterial und Seminare an und organisieren Erfahrungsaustausche. Zum Aufgabengebiet des Betreuungsvereins gehört auch das Thema Vorsorgevollmacht. Hierzu wurden vier Vorträge gehalten und 38 Personen in Einzelgesprächen beraten. Auch 23 Bevollmächtigte wurden beraten und begleitet. "Dies ist ein großer Schwerpunkt geworden", stellten Biermann und Habeck fest. Da zu den Vorträgen wenig Personen aus dem oberen Elztal kamen, sollen in Zukunft auch gezielt in Elzach Vorträge angeboten werden.

Im vergangenen Jahr nahmen 119 Personen 622 Mal das Angebot der Sozial- und Lebensberatung in Anspruch. 163 Mal wurden finanzielle Hilfen ausgegeben, darunter 57 Lebensmittelgutscheine. Der Gesamtbetrag der Hilfen betrug 16 000 Euro. Von den 119 Personen waren drei Viertel Frauen. Alleinstehende und Alleinerziehende stellten mit 67 Prozent die größte Gruppe dar. Die meisten Personen haben existentielle Nöte, die wenigsten ein eigenes Einkommen.

Auch finanzielle Hilfen werden gewährt

Die Zahl der Frauen beziehungsweise Paare, die die Schwangerschaftsberatung kontaktierten, war mit 213 stabil. Weil auch hier die Fälle komplexer werden, gab es mit diesen 213 Kunden 1211 Beratungskontakte. Insgesamt wurden von der Schwangerschaftsberatung 59 500 Euro an Hilfen aus der Bundesstiftung und dem Bischofsfonds sowie von anderen Spendenmitteln wie von "Hoffnung für Kinder" und der BZ-Aktion Weihnachtswunsch vermittelt.

Auch das Kinderkleiderlager war gefragt. Hier wurden 3800 Artikel an 119 Familien ausgegeben. Weil viele junge Mütter Probleme haben, sich mit der Mutterrolle zurecht zu finden, wird zeitweise ein Babysimulator verliehen. 14 Eltern nahmen aber auch am Elternbildungskurs teil. Das sexualpädagogische Angebot wird regelmäßig vorwiegend für die Werkreal- und Hauptschulen angeboten. Im vergangenen Jahr nahmen vier Klassen mit insgesamt 94 Schülern teil. Auch Flüchtlinge nehmen die Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes Katholischer Frauen in Anspruch. Hier berichteten die Mitarbeiter des SkF über eine gute Kooperation mit den Flüchtlingsbetreuern. Bei der Beratung stehen professionelle Dolmetscher zur Verfügung.

Geschäftsführerin Joanne Vlasblom berichtete detailliert über die Kontenbewegungen. Der Haushalt ist ausgeglichen. Insgesamt wurden 367 Mal wirtschaftliche Hilfen vermittelt mit einem Gesamtvolumen von 75 400 Euro.

Mehr Informationen über den SkF gibt es unter http://www.skf-waldkirch.de. Zu finden ist der SkF im Marktplatz 21.

Autor: Gabriele Zahn