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07. Juli 2010
Konzert
Hochkarätige König-David-Aufführung
Wer Pfarrer Heinz Vogel, Waldkirch, einmal in anderer Rolle erleben wollte, der war am Wochenende in der König-David-Aufführung in Vogels Stammkirche St. Margarethen am richtigen Ort: Bei dem musikalischen Abend übernahm Vogel die Rolle des Sprechers.
WALDKIRCH. Heinz Vogel hat gerade die Abendmesse zelebriert. Nun steht er ganz vorne in seinem Kirchenschiff, hinter sich die Freiburger Kantorei mit Dirigent Carsten Klomp. "Es war zu der Zeit, da der Allmächtige zu seinem auserwählten Volke sprach durch des Propheten Mund. . . .", beginnt Vogel nach dem schönen Vorspiel des kleinen Orchesters. Vogel setzt mühelos und mit traumhafter Sicherheit die richtigen Akzente, ohne jede Verstärkung füllt seine Stimme den leicht hallenden Kirchenraum.
Arthur Honeggers "König David" hat begonnen, ein symphonischer Psalm in drei Teilen nach einem Drama von René Morax. Es ist die Lebensgeschichte eines der wichtigsten Figuren des Alten Testaments der Christlichen Bibel. Vogel ist nicht bloß "Sprecher", wie es das Programm ankündigt, er macht den Abend zu einem ziemlich hochklassigen, fast theaterhaften Ereignis.
Arthur Honegger (1892-1955) hat Davids Lebensgeschichte in einem Wechselspiel aus Chorgesang, Soli und Sprechszenen komponiert. Das klein besetzte Orchester bietet überraschende Klangfarben: Bläser, Cello und Kontrabass, allerlei Tasteninstrumente, zwei Schlagzeuger – ausgezeichnet aufgelegte Musiker aus zwei Freiburger Orchestern.
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Carsten Klomp hat eine glückliche Hand bei der Auswahl seiner Solisten: Lena Laferi (Sopran), Nina Amon (Alt) und Hans Jörg Mammel (Tenor) sind auf den Punkt präsent und schlugen beeindruckende Spannungsbögen. Gründlich vorbereitet auch die Freiburger Kantorei: Der große Chor bewältigt die zum Teil durchaus kniffligen Sätze mit beeindruckender Sicherheit und fast nie am Rand seiner Kraft. Die Geschichte an sich ist bekannt: David, ein kleiner Hirtenjunge, ist von Gott zum König auserwählt. Er schlägt den viel stärkeren Goliath, erliegt nicht nur einmal den Versuchungen von Macht und Schönheit. "Wie war dies Leben reich und voller Herrlichkeit! Ich danke dir, der du es mir geschenkt", kann David am Ende beten. Und, nicht zuletzt: David ist ein großer Psalmdichter.
Der knapp 30 Nummern umfassende, dreiteilige Psalm (das Programmheft hat leider ein paar Lücken) hat tolle Augenblicke zu bieten. Der deutsche Text ist nicht immer von sprachlicher Eleganz, manchmal aber durchaus "weise": "Ach! Der Mensch vom Weibe geboren, lebt nicht lang! Die Straße, die er geht, wie so mühsam ist sie und voller Traurigkeit", klagt der Männerchor. Nina Amon als "Hexe von Endor" ist ein wirklicher Höhepunkt: Sie zeigt die fantastische Altistin als augenblitzende, auftrumpfende Seherin im Sprechgesang, die den Propheten Samuel herbeiruft (dessen Rolle übernimmt einer der Männer aus dem Chor, nicht weniger präsent). Auch der Wechsel zwischen dem Sprecher und Chor am Anfang des zweiten Teils, der an die Inthronisierung Davids als König erinnert, beeindruckt.
Sommer und Fußball sorgen für einen leider nur knappen Besuch. Das Publikum dankt am Ende für ein ausgezeichnetes Konzert.
Autor: Frank Berno Timm


