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19. November 2008 13:58 Uhr
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm
Junger Sika-Hirsch im Schwarzwaldzoo
Der Schwarzwaldzoo hat einen neuen Sika-Hirsch und hofft, dass er bei den "Damen" des Geheges gut ankommt. Nachwuchs wäre ein Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Sika-Hirsche, an dem sich Waldkirch beteiligt.
WALDKIRCH. Ein großer Sprung und schon machte er sich im großen Gehege breit: Der Schwarzwaldzoo hat einen neuen Sika-Hirsch und hofft, dass er bei den "Damen" des Geheges gut ankommt. Vielleicht gibt es ja im nächsten Frühjahr Nachwuchs? Das würde auch ein Erfolg sein für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Sika-Hirsche, an dem sich Waldkirch beteiligt.
Um Sikahirsche züchten zu können, sind strenge Auflagen einzuhalten. Wie die Stadtverwaltung berichtet, startete der neue Zooleiter Trudpert Kromer (nach Umstrukturierungen ist die bisherigen Zoochefin Ilka Kern jetzt Sachgebietsleiterin für Bildung und Erziehung im Sozialamt) umfangreiche Anfragen bei Zoos. Nicht ganz soweit weg wurde Trudpert Kromer in Karlsruhe fündig. Von dort konnte er vom Zoologischen Garten einen im April 2007 geborenen Sikahirsch sogar "ablösefrei" erwerben.
Dann ging es ruckzuck. Zoomitarbeiter Martin Schindler holte seinen neuen Schützling in Karlsruhe ab und brachte ihn ohne Komplikationen heil nach Waldkirch. Zunächst etwas zögerlich schaute der Hirsch aus der Transportkiste, doch dann zogen ihn doch die Weibchen an; ein Sprung und schon war er in seiner neuen Heimat angekommen. Die Zoomitarbeiter hoffen nun, dass sich der Neuankömmling mit Hingabe und Leidenschaft seiner Aufgabe widmet, damit die Zoobesucher im kommenden Sommer reichlich Nachwuchs sehen dürfen. Der Sikahirsch ist ein mittelgroßer, feinköpfiger Hirsch. Das Sommerfell ist rötlichbraun mit dunklem Aalstrich und hat große, weiße Flecken, die sich nach dem Haarwechsel im Herbst verlieren. Er ist wetterhart, die Äsung besteht hauptsächlich aus Laub, Gras und Heu. Ein Leckerbissen sind die im Herbst anfallenden Kastanien. Neben dem großen, schwarz geräderten Schwanz ist das Geweih des Hirsches mit gewöhnlich acht bis zehn Enden das markante Kennzeichen. Das allerdings muss dem jungen Hirsch in Waldkirch erst noch wachsen.
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Der Vietnam-Sikahirsch ist eine von 13 Unterarten des asiatischen Sikahirsches und zählt zu den besonders bedrohten Tierarten. In weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes in Ostasien ist er weitgehend ausgerottet. Der Schwarzwaldzoo Waldkirch beteiligt sich seit rund 15 Jahren am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm Vietnam-Sika (Cervus nippon pseudaxis) und hält deshalb derzeit neun Tiere. Weltweit werden nur in neun Ländern darunter die USA, Frankreich, Schweiz und Polen etwa 200 dieser Tiere in Zoos gehalten. In Deutschland sind es neben Waldkirch bedeutende Zoos wie Dresden, Karlsruhe oder der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde.
Autor: hbl
