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06. Oktober 2015 11:54 Uhr

Flüchtlinge

Kinderhaus "Zauberwürfel" will in Herzkreislaufklinik bleiben

In die Verhandlungen, ob die frühere Herzkreislaufklinik in Waldkirch eventuell eine Bedarfsorientierte Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge wird, bringt sich auch der dort ansässige Kindergarten "Zauberwürfel" ein: Er will bleiben.

  1. Sabine Wölfle und Marko Kaldewey Foto: ZVG

WALDKIRCH. Bei einem Vor-Ort-Termin hat sich SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle die Bedingungen des Gebäudekomplexes der ehemaligen Herzkreislaufklinik in Waldkirch, die möglicherweise zu einer Bedarfsorientierten Landeserstaufnahmestelle (BEA) verändert werden könnte, angesehen. Hintergrund für den Besuch war das dort ansässige Kinderhaus Zauberwürfel, das sich seit 2012 im ehemaligen Diagnostikzentrum befindet und diesen Standort auch unter den neuen Bedingungen behalten soll.

Die Landtagsabgeordnete hat sich in mehreren Gesprächen mit dem zuständigen Ministerium dafür eingesetzt , dass in den Verhandlungen im Namen des Landes, vertreten durch das Regierungspräsidium Freiburg, das Kinderhaus Zauberwürfel bestehen bleiben kann, heißt es in einer Pressemitteilung der gemeinnützigen GmbH Mehr Raum für Kinder, die dieses und weitere Kindergärten betreibt.

Das Regierungspräsidium hatte bereits vor dem gemeinsamen Gespräch mehrfach betont, dass das Kinderhaus nach seinem Wunsch auch dann in den Räumlichkeiten verbleiben soll, wenn es zu einer Nutzung des ehemaligen Klinikgeländes als Flüchtlingsunterbringung kommen sollte. Das durch die Mehr Raum für Kinder gGmbH betriebene Kinderhaus ist mit zwei Krippengruppen und einer Kindergartengruppe – im Ganztagesbetrieb – für Waldkirch in den letzten drei Jahren eine feste Größe geworden. Das Diagnostikgebäude liegt auf der Rückseite des Berghauses und des Talhauses, der ehemaligen Senioren-Wohnresidenz und hat zwei separate Zugänge, die den Betrieb losgelöst von den anderen Eingängen in die weiteren Gebäude ermöglicht.

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Sabine Wölfle und Marko Kaldewey, Geschäftsführer der Mehr Raum für Kinder gGmbH, sehen in den möglichen neuen Bedingungen eine große Herausforderung. Diese seien gerade auch dann zu lösen, wenn für Familien mit einer absehbaren Bleiberechtchance die Integration so früh als möglich beginnt. Hierfür gibt es, laut Kaldewey, mehrere Möglichkeiten. Denkbar seien beispielsweise Sozialarbeiter unter dem Dach von "Mehr Raum für Kinder" oder zusätzliche gemeinsame Institutionen, ein gemeinsames Catering (für Kindereinrichtung und Flüchtlingsunterkunft) oder beispielsweise ein Sportangebot oder diverse Bildungsangebote. "Wir setzen uns gegenüber dem Regierungspräsidium für den Verbleib und die Einbindung der Einrichtung in diese Konzeption ein", betonte Wölfle dabei.

"Wichtig für Eltern ist, dass es nicht den Tatsachen entspricht, dass Eltern wegen der wahrscheinlich kommenden Flüchtlingen die Einrichtung verlassen", bringt Kaldewey ein. "Wir haben im Sommer neun Kinder in die Schule gebracht. Das ist der einzige Grund, warum der Kindergarten derzeit weniger Kinder beheimatet als gewohnt."

Die mit dem Vermieter Marseille Kliniken AG zu treffenden Vereinbarungen muss der Träger allerdings abwarten, da die Vereinbarung mit dem Regierungspräsidium eine andere Dimension hat. Das ist auch Kaldewey bewusst. In den letzten Jahren hatte es bereits viele Veränderungen am Standort gegeben. "Diese Veränderungen haben wir bis dato immer direkt mit dem Vermieter gestemmt, jetzt ist die Situation etwas anders , auch wenn wir gern wissen möchten, wie genau es weitergeht – das ist doch klar", sagt Kaldewey.

Autor: BZ