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25. November 2008

Kleine Talente, die einfach spielen

Die Konzerte der Waldkircher Musikschule sind immer wieder für Entdeckungen gut

  1. Bettina von Lieres stand mit ihren Schülerinnen beim Konzert der Waldkircher Musikschule auf der Bühne. Foto: Frank Berno Timm

WALDKIRCH. Kürzer ginge es gewiss auch, wenn die Musikschule zum Konzert einlädt. Dennoch: Das letzte, reguläre Musikschulkonzert dieses Jahres im Gemeindehaus Moltkestraße war mehr als hörenswert, weil sich einmal mehr zeigte, was für ausgezeichnete Arbeit an der Schlettstadtallee geleistet wird.

Und es gab gleich mehrere musikalische Ereignisse. Der völlig unerschrockene Milan Strübich, ein Erstklässler, begann allein mit seiner Trompete auf der Bühne. Er ist seit diesem Frühjahr bei Aurel Manciu im Unterricht. Auch Julius Löser, der auf seinem Bariton einen sehr edlen, weichen Ton pflegt, soll nicht unerwähnt bleiben. Nicht nur die Instrumente an sich lernen die Kinder – hör- und sichtbar werden sie auch im Zusammenspiel (sehr gut: Corinna Schwander und Felix Meyer, beide Gitarre) unterrichtet. Und sie lernen wichtige Werke kennen: Vivaldis "Vier Jahreszeiten", gleichsam musikalisches Basiswissen der Violinliteratur, wurde in Ausschnitten von Bettina von Lieres und ihren Blockflötenschülern gespielt: aufmerksam, konzentriert und mutig.

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Immer für Überraschungen gut sind die Schüler von Schlagzeuglehrerin Victoria Ifrim. Das unglaubliche Duo Miles Burger und  Lukas Blume spielte (mit Unterstützung von Tom Schindelbauer am Klavier) nicht nur ein Konzentrat aus Griegs "Peer Gynt", sondern auch "Moanin’" und – das war einer der ersten, wirklichen Höhepunkte – den "Swanee River": Lukas Blume, auswendig am Glockenspiel, machte richtig Musik. (Nebenbei: Anna Kostenitch, Musikpädagogin aus Bad Säckingen, spielte alle notwendigen Klavierbegleitungen des Abends  – ein nicht zu unterschätzender Kraftakt).

Und es ging weiter mit den Überraschungen: Paul Desmonds "Take five" gab es auf dem Akkordeon zu hören (Philipp Zurmöhle), dann kletterte die kleine Elisa Oetken (Cello) auf die Bühne und spielte mit ihrer Lehrerin Susanne Hans den "New Shoe Rag". Leider zu lang für dieses Programm, aber hörenswert und schön Julia Lindinger (Flöte) mit Dvoráks "Sonatine", die noch einmal in die vorher schon gehörte Klangwelt seiner "amerikanischen" Sinfonie entführte.

Eine Reprise gab es auch: Diemut Westpfahl, Sabrin Mohamad, Jenny Luksch und Johannes Hauptmann (alle Gitarre) musizierten noch einmal Teile aus Telemanns Konzert für vier Gitarren – diese Musik war schon zur Vernissage der Gemeinschaftsausstellung während der Kulturwoche (damals mit Werner Fischer als "Einspringer") zu hören. Melissa Mohrhäuser (Flöte) musizierte Pergolesis Allegro aus dem G-Dur-Konzert. Beachtlich, auch, dass Maria Heßlinger (Cello) nach einem jetzt schon langen Konzert das Prélude aus der G-Dur-Suite von Johann Sebastian Bach spielte. Der Übergang zum Schlagzeugquartett aus Samuel Nothacker, Jonathan Haiss, Maurice Hermann und Paul Giselbrecht, die unter anderem Ausschnitte aus Bizets "Carmen" spielten – unglaublich frisch, beneidenswert routiniert, absolut exakt – war etwas gewöhnungsbedürftig, hier wäre eine andere Reihenfolge richtiger gewesen. Sehr hübsch dann noch einmal Tim Schweikle mit Glockenspiel und Marimbaphon. Frederik Weiker schließlich war nicht zu beneiden. Er setzte den Schlusspunkt mit dem ersten Satz des dritten Geigenkonzerts von Friedrich Seitz. Dessen technische Schwierigkeiten nach einer langen Wartezeit so zu bewältigen, wie Weiker es schaffte, zeugt von sehr gutem Niveau. Ein tolles Konzert.

Autor: Frank Berno Timm