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27. Januar 2016 10:44 Uhr

Kinderbetreuung

Kündigung für Kita "Zauberwürfel" auf Ende Februar

Das Kinderhaus "Zauberwürfel" der gemeinnützigen GmbH Mehr Raum für Kinder steht am Standort Allmendweg möglicherweise vor dem Aus. Der Vermieter, ein Unternehmen der Marseille Kliniken AG, hat die Kündigung ausgesprochen.

  1. Hier geht’s vom Allmendweg aus in das Kinderhaus „Zauberwürfel“ im früheren Diagnostikgebäude der Herzkreislaufklinik. Foto: Sylvia Sredniawa

  2. Eventuell ein Alternativstandort für den „Zauberwürfel“: das frühere Gasthaus „Bären“ in Siensbach. Foto: Stadt Waldkirch

Betroffen davon wären Familien von 48 Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren, die in dem seit 2012 bestehenden "Zauberwürfel" betreut werden, sowie die dort beschäftigten zwölf Erzieherinnen und Erzieher, einschließlich junger Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr. Außerdem nutzen die Rheumaliga und die Volkshochschule als Untermieter die hiesige Turnhalle. Wie Geschäftsführer Marko Kaldewey in einem zusammen mit der Stadtverwaltung anberaumten Pressegespräch mitteilte, hat der Vermieter, die Mineralquelle Waldkirch (ein Unternehmen der Marseille Kliniken AG) dem Kinderhaus im früheren Diagnostikgebäude der Herzkreislaufklinik zu Ende Februar die Kündigung ausgesprochen.

Zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe

Bis jetzt allerdings will Marko Kaldewey die Hoffnung nicht aufgeben, lässt die Kündigung rechtlich überprüfen. Es habe für den Vermieter doch klar sein müssen, dass so eine Einrichtung nicht nur auf zwei, drei Jahre angelegt ist, sondern eher auf 20. Entsprechend habe die Mehr Raum für Kinder gGmbH auch finanziell in den Standort investiert. Kaldewey spricht von einem sechsstelligen Betrag, unter anderem für die Zugangstreppe vom Allmendweg her, eine zusätzliche Fluchttreppe, die Renovierung und kindgerechte Ausstattung der Räume. Vor allem aber will Kaldewey Sicherheit für seine Leute und für die Familien, die bei ihnen die Kinder betreuen lassen – in zwei Kinderkrippengruppen und einer Kindergartengruppe, je nach Bedarf von morgens 6.30 Uhr bis nachmittags 17.30 Uhr. Für die nächsten Jahre hatte man über Erweiterungen am Standort nachgedacht.

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Gebäudekomplex als Geisterhaus?

Seitdem aber der Seniorenwohnpark im Talhaus und die Demenzstation im Berghaus im Frühsommer 2015 geschlossen wurden, entwickelte sich der Gebäudekomplex immer mehr zum Geisterhaus. Zwar wurden das Gelände umzäunt und die früheren Patienten- und Seniorenzimmer ausgeräumt, aber ansonsten herrschte Funkstille vonseiten des Betreibers aus Hamburg. Zuletzt zogen sich monatelang Verhandlungen zwischen der Marseille Kliniken AG und dem Regierungspräsidium hin, in denen es darum ging, den Gebäudekomplex als Erstaufnahmeeinrichtung für mehr als 1000 Flüchtlinge zu nutzen. Das sorgte auch im Kinderhaus "Zauberwürfel" für Gesprächsstoff, blickt Marko Kaldewey zurück. Mehrere Eltern blickten einer solchen Möglichkeit skeptisch entgegen, er selber und sein Team versuchten die Ruhe zu bewahren und dachten eher über eine Zusammenarbeit nach, um beispielsweise auch für eine Betreuung der Flüchtlingskinder zu sorgen.

Eventuell Alternativstandort

Nun aber stellt sich die Situation ganz anders dar. Kaldewey hofft noch auf einen guten Ausgang, die Zurücknahme der Kündigung. Gleichzeitig arbeite er mit seinem Team aber an Plan B: Man schaut sich nach Immobilien für einen Umzug um. Eine Möglichkeit wäre eventuell das frühere Gasthaus "Bären" in Siensbach. "Wir werden Lösungen finden", verspricht Kaldewey. Oberbürgermeister Roman Götzmann und Fachbereichsleiterin Ilka Kern schließen sich dieser Hoffnung an. Für Waldkirch wäre es schlimm, wenn der "Zauberwürfel" schließen würde, denn gerade in der Ganztagsbetreuung von Kindern unter drei Jahren und wegen seiner Öffnungszeiten habe das Kinderhaus "Zauberwürfel" nahezu "Alleinstellungsmerkmal". Götzmann hofft auch weiter auf eine Wiederbelebung des gesamten Standorts Herzkreislaufklinik mit über 15 000 Quadratmetern Nutzfläche in den Gebäuden, ist aber wie nahezu alle anderen von Informationen aus Hamburg abgeschnitten. Sein Wunsch: eine Mischung aus Pflegeheim (mit dringend benötigten Pflegeplätzen für das Elztal), vielleicht Flüchtlingswohnungen und eben auch dem "Zauberwürfel".

Autor: Sylvia Sredniawa