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09. Dezember 2015

Kundennähe – aber wie?

Marketingexperte referierte bei der Werbegemeinschaft: Der Online-Konkurrenz richtig begegnen.

  1. Uwe Klos, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Waldkirch, dankt Thomas Breyer-Mayländer (rechts) für den informativen Vortrag. Foto: Gabriele Zahn

WALDKIRCH. Für Kommunen wie für Geschäftsinhaber ist eine gute Marketingstrategie wichtig. Auf Einladung der Werbegemeinschaft Waldkirch referierte Thomas Breyer-Mayländer vor Waldkircher Geschäftsleuten zum Thema "Erfolgreiche lokale Kommunikationsstrategien". Seine wichtigste Botschaft lautete, seine Marketingstrategie sowohl im Inneren als auch nach außen immer wieder neu zu hinterfragen.

Kommunikation sei alltäglich und verläuft scheinbar selbstverständlich, leitete Uwe Klos, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Waldkirch, den Vortragsabend ein. Erst wenn es zu Missverständnis und Misserfolgen komme, werde Kommunikation hinterfragt. Klos freute sich, dass zum Vortrag "Erfolgreiche lokale Kommunikationsstrategien" etwa 60 Waldkircher Geschäftsleute gekommen waren.

Zur Marketingstrategie sollten sich sowohl Kommune als auch Werbegemeinschaft Gedanken machen, sagte Referent Thomas Breyer-Mayländer von der Hochschule Offenburg, Fakultät Medien und Informationswesen. In Waldkirch gebe es noch eine lebendige Situation, weil viel gemacht werde. Trotzdem sollten Stadtverwaltung und Geschäftsleute immer wieder fragen, ob sie mit der Imagewerbung und mit dem Bekanntheitsgrad zufrieden sind oder wo sie noch etwas verändern können. Aktionen wie das kürzlich stattgefundene Winteropening seien wesentliche Basiselemente, weil die Aktion nach außen strahlt und das Umland erreicht werden könne. Bezüglich der Innenstadt sollte zusammen mit der Stadtverwaltung ein Masterplan erarbeitet werden. Wenn das Umfeld schwächelt, sei es schwieriger, eine Innenstadt lebendig zu halten. Fakt sei, dass der Online-Handel wächst. Beim Online-Handel lag der Umsatz im Business-zu-Kunden-Bereich 2005 noch bei 13,8 Milliarden Euro, 2010 waren es 21,8 Milliarden Euro, und 2015 werden es 43,6 Milliarden Euro sein. Alles was Online stattfindet, vermiest dem Einzelhandel den Umsatz. Geschäfte können aber auch vom Internet profitieren, wenn sich die Kunden im Internet informieren und dann vor Ort kaufen. Dabei müsse man sich auf die Kunden einstellen, weil sie oft besser informiert seien als der Verkäufer. Breyer-Mayländer empfahl, beim digitalen Auftritt besonders auf das Mobile-Angebot zu achten. Auch wenn das Angebot passt, gebe es wegen des Online-Handels eine Schwächung der Innenstadt. Um schnell darauf reagieren zu können, brauche es einen kurzen Draht zum Verantwortlichen der Stadt. Wenn möglich, sollte die Ansprechperson ein City-Manager sein.

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Printwerbung lokal weiterhin von Vorteil

Zur Strategie empfahl Breyer-Mayländer, Vielfalt zu erhalten, Konkurrenz zuzulassen und sich zu positionieren. Wenn jemand in Waldkirch als Anbieter wahrgenommen werde, habe dieser gegenüber dem großen Magnet Freiburg schon viel erreicht. Auch die Fragen, ob der Standort noch richtig sei, ob es Expansionsmöglichkeiten und einen Parkplatz gebe, müssen gestellt werden. Wichtig sei, sich von der Masse zu unterscheiden. Es könne auch überlegt werden, was besser gemacht werden könne als die großen Online-Händler. Nur wenn der Geschäftsinhaber weiß, wo er hin will, eine Marketingstrategie entwickelt und daraus Fein- und Richtziele abgeleitet hat, sieht der Referent Chancen, dass das Unternehmen Luft nach oben hat. "Sonst wird aus Aktionen Aktionismus." Zu einer erfolgreichen Marktstrategie gehören unter anderem verlässliche Öffnungszeiten sowie geschulte Mitarbeiter, die ihre Arbeit gut und gerne machen. Wichtig seien auch Aktionen, die einen verkaufsoffenen Sonntag begleiten und die Menschen nach Waldkirch locken, die schon länger nicht in Waldkirch eingekauft haben.

Für die Werbung sei Social Media als Kommunikationskanal nicht geeignet, weil damit keine Reichweite generiert werden könne. Für Werbung im lokalen Bereich sei immer noch Print führend, auch um die junge Generation der Digital Natives zu erreichen. Breyer-Mayländer empfahl zu zählen, wie viele Leute ins Geschäft kommen und nicht nur Bons zu zählen, sowie die lokale und regionale Zielgruppe mittels Postleitzahlenanalyse zu ermitteln, damit Prospekte in den richtigen Gebieten verteilt werden. Auch das Umfeld der Werbung müsse zum Produkt passen. Wenn das Produktversprechen klar sei, werde es auch wahrgenommen.

Autor: Gabriele Zahn