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14. Mai 2010

Mehr Beachtung für Kneipp

Regionalkonferenz der Kneipp-Vereine Südbadens soll Zusammenarbeit fördern.

  1. Marion Caspers-Merk, Präsidentin des Kneipp-Bundes, und der Waldkircher Kneipp-Vereinsvorsitzende Bernhard Steinhart. Foto: Karin Heiss

WALDKIRCH. "Aktivität ist das Geheimnis für Zulauf", erklärte Marion Caspers-Merk, die Präsidentin des Kneipp-Bundes, Dachverband der rund 600 Kneipp-Vereine Deutschlands, anlässlich der Regionalkonferenz der Kneipp-Vereine Südbadens in Waldkirch. So erarbeite "die älteste nicht-kommerzielle Gesundheitsbewegung Deutschlands" neue Konzepte, die das sichern sollen. Bernhard Steinhart, Vorsitzender des Waldkircher Kneipp-Vereins, fügte dem Vortrag von Caspers-Merk Informationen über die Vereinsaktivitäten in Waldkirch hinzu.

Mit einigen Worten zu ihrer Person stieg die Kneipp-Bund-Präsidentin ein. "Ich war 19 Jahre Mitglied des Bundestages (von 1990 bis 2009), unter anderem als Drogenbeauftragte und Parlamentarische Staatssekretärin", berichtete sie. Seitdem arbeitet Caspers-Merk an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach, als Dozentin für das Berufs-Akademie-Fach Health-Care (Gesundheitsvorsorge)-Management und als Beraterin der Welt-Gesundheits-Organisation WHO. Im September vergangenen Jahres hätten sie die Kneipp-Landesverbände angesprochen, ob sie sich das Amt als Präsidentin des Kneipp-Bundes vorstellen könne. "Ich war von dem ganzheitlichen Gesundheitskonzept dieser Organisation sogleich überzeugt", betonte die Referentin. Da bei ihr "Prävention" einen ganz wichtigen Stellenwert bei der Gesundheitsförderung einnimmt, und die Kneipp-Lehre das ebenfalls akzentuiert, sieht Caspers-Merk hier gute Chancen, dem Bereich auch seitens der Krankenkassen mehr Bedeutung zukommen zu lassen. "Es wird demnächst von uns ein Stiftungslehrstuhl an der Charité in Berlin eingerichtet," berichtete die Präsidentin. Ziel sei es, dort die Ergebnisse wissenschaftlich belegbar auszuwerten, die sich beim Kneipp-Kindergarten-Konzept zeigen. An dem Programm, das vom Kneipp-Bund finanziell und ausbildend unterstützt wird, beteiligen sich bundesweit bereits Hunderte von Kindergärten. "Bislang sind schon 220 als Kneipp-Kindergarten zertifiziert worden. Weitere 80 sind derzeit in der Zertifizierungsphase." Die Kneipp-Lehre wird bei ihnen mit allen fünf Elementen (Wasser, Heilkräuter, Lebensordnung, Bewegung, Ernährung) in den Tagesablauf eingebaut. Die Kinder machen regelmäßig Kneippanwendungen, wie Wassertreten, Armbäder und Barfußlaufen im Tau oder nassen Gras mit anschließenden Bewegungsübungen. Sie lernen Heilkräuter kennen, gesunde Ernährung und bekommen Ansätze für Stressbewältigung und Seelenpflege mit auf den Weg.

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Eine kleine Studie befasst sich laut Caspers-Merk daneben mit dem Nachweis, "dass in Pflegeheimen, welche die Möglichkeiten der Kneipp-Therapie in die medizinische Versorgung der Patienten integrieren, 20 Prozent weniger Schlafmittel gebraucht werden". Daran teil nehmen derzeit drei Pflegeheime, eins mit kirchlichem und zwei mit privatem Träger. Nach den neuen Gesetzesvorgaben dürften Krankenkassen wieder mehr Prävention finanzieren und darin sieht die Präsidentin gute Aussichten für die verstärkte Integration ganzheitlicher Ansätze, wie dem kneippschen, in die Behandlungskonzepte.

Von dem Treffen der südbadischen Kneipp-Vereine versprechen sich Marion Caspers-Merk und Bernhard Steinhart "Austausch und Kooperationen für die Zukunft". Erfahrungen, die in den Kneipp-Vereinen vor Ort gesammelt wurden, und Ideen, wie die Gesundheitstage 2009 in Waldkirch, und Kurse, die dort gut ankamen, könnten anderen Impulse geben. Laut Steinhart sei es ein Anliegen, "in Baden sechs Regionen zu bilden, da Stuttgart zu weit weg ist, in denen die Vereine regelmäßig zusammen treffen beziehungsweise Informationen austauschen, sich gegenseitig helfen oder größere Veranstaltungen gemeinsam organisieren".

Autor: Karin Heiß