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07. Dezember 2017

Mit Bischof auf den Berg

In 16 Teams liefen die Schüler des SBBZ Sehen St. Michael von St. Margarethen zur Schule.

  1. Bischof Michael Gerber hatte Bischof Nikolaus mitgebracht. Zunächst galt es, aber die Kerze am Adventskranz anzuzünden. Foto: Fotos: Sylvia Sredniawa

  2. Nach und nach machten sich die Gruppen, hier das „Team Rasender Rudolph“ auf den Weg. Foto: Sylvia Sredniawa

WALDKIRCH (sre). Vor 35 Jahren zog die damalige Heimsonderschule für Sehbehinderte aus der Waldkircher Innenstadt ins frei gewordene Mädchenheim St. Michael "auf den Berg" – am Nikolaustag am Mittwoch kamen die Schüler und Lehrer des heutigen SBBZ mit Förderschwerpunkt Sehen herunter in die Stadt, um hier ihren traditionellen Nikolauslauf zu starten. Zuvor fand eine Gottesdienstfeier in St. Margarethen mit Weihbischof Michael Gerber statt.

Bischof Michael hatte passend zum Tage seinen "Kollegen" mitgebracht, den Bischof Nikolaus von Myra. Eine Schülerin durfte die Kerze im Adventskranz der Kirche entzünden und gemeinsam sangen alle "Wir sagen euch an den lieben Advent". Bischof Michael entdeckte in der Kirche viele Schulpullover in unterschiedlichen Farben – Nikolaus wusste darüber Bescheid und erklärte, dass diese für die Individualität der Schüler stehen: Jeder sei etwas Besonderes, alle zusammen ergeben ein Bild der Vielfalt und der Gemeinschaft. Beim Nikolauslauf – 1,9 Kilometer von St. Margarethen durch die Dettenbachstraße aufwärts zur Schule – stehe nicht die Schnelligkeit im Blickpunkt, sondern das gegenseitige Helfen und die Unterstützung der anderen, um gemeinsam ans Ziel zu kommen. Das fand Bischof Michael Gerber gut und erklärte, dass dies wunderbar zum Nikolaustag passe: Nike bedeute Sieg, Laus bedeute Volk – Nikolaus also: das Volk wird siegen, oder anders gesagt, "Gemeinsam sind wir stark".

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Nach der Nikolausgeschichte sprachen die Kinder und Jugendlichen Fürbitten. Oberbürgermeister Roman Götzmann wünschte dem Nikolauslauf einen guten Verlauf. Das Vaterunser wurde nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gebärden gesprochen.

Gestartet wurde in 16 Teams, gemischt aus Schülern unterschiedlicher Klassenstufen und Lehrern und begleitet von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Auch etliche Rollstuhlfahrer waren in den Gruppen, denn in der Sehbehindertenschule St. Michael lernen auch viele mehrfachbehinderte Kinder, mit Einschränkungen in der geistigen, körperlichen oder sozial-emotionalen Entwicklung. Gemeinsam galt es also, den teils recht steilen Weg zu bewältigen, so dass echte Teamarbeit gefragt war. Ebenfalls mit ihrem Rollstuhl mit dabei war Esther Weber, frühere Paralympics-Siegerin im Fechten. Auch Bischof Michael Gerber machte sich mit auf den Weg, was Schulleiterin Nicole Adamski sehr freute.

Gegründet wurde die Sehbehindertenschule übrigens am 11. Oktober 1971, also vor über 50 Jahren. Der Nikolauslauf jetzt bildete den Schlusspunkt zahlreicher Jubiläumsveranstaltungen.

Autor: bz