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21. April 2010

Mit innerem Perspektivenwechsel aus der Krise

Willibald Pauels traf bei "Kolping on Tour" in Kollnau mit seinem rheinischen Humor ins Herz der Schwarzwälder.

  1. Willibert Pauels in der Kollnauer Festhalle. Foto: Eberhard Weiß

WALDKIRCH-. "Wenn das der "Kanalmeister’ wüsste, dass ich ganz in der Nähe von SEX-au übernachte": Das wäre furchtbar, aber da müssen wir durch. Kanalmeister? Reine Verballhornung: Gemeint ist der Kölner Kardinal Jochim Meisner. Das ist Willibert Pauels "ne Bergisch Jung", der am Samstagabend mit "Kolping on Tour" in die Kollnauer Festhalle kam und sein Publikum fast zwei Stunden glänzend unterhielt – aber auch zum Nachdenken über sich selbst anregte und dazu, "über den Dingen zu stehen".

Brigitte Möller und Sandra Pracht von "Kolping on Tour" begrüßten die Kolpingfamilien Elzach, Waldkirch und Kollnau sowie die Leiter der Seelsorgeeinheiten des oberen Elztals. Sogar Besucher aus der Pfalz waren gekommen.

Willibert Pauels ist durch seine Radio- und Fernsehbeiträge bekannt. Außer als Kabarettist, Büttenredner, Humorist und Parodist sei er im Zivilberuf auch Diakon und spreche im Kölner Domradio auch immer das Wort zum Samstag. Zu Ehren von Kardinal Meisner, des "berühmtesten weißhaarigen Deutschen neben Knut", wurde der italienische ritsch-ratsch-trara- Marsch eingeübt. Über sich selbst zu lachen sei Bestandteil der Religion, erklärte Meisner. Und schob gleich nach: Als Diakon habe er einige Aufgaben, die auch ein Priester habe. Die spannendsten Dinge wie Messe lesen und Beichte hören dürfe er zwar nicht, dafür dürfe er aber andere spannende Sachen machen, die der Pastor nicht darf, und erzählte den Lieblingswitz seiner streng konservativen Oma zur Karnevalszeit: Die Geistlichen im Saal dürften jetzt ruhig schon rauchen gehen. Tünnes ging mit dem Gebetbuch ins Bordell – für den Fall, dass er bis Sonntag bleibe. So ging es Schlag auf Schlag, eine Stunde lang. Nach der Pause klang es dagegen ernst, sehr ernst. "Die Krise der Kirche ist eine Chance", so Willibert Pauels. Nur ein innerer Perspektivwechsel werde weiterhelfen. Und – es war fast nicht zu hören: "Ich wünsche mir ein neues Konzil". Mit Dietrich Bonhoeffers verwandten Gedanken verwies Willibert Pauels auf das Getragensein im Glauben und "von guten Mächten wunderbar geborgen". Wenn sich der Mensch geborgen fühle, könne er auch über sich selbst lachen.

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Stehender Beifall für den Bergisch Jung, der mit seinem rheinischen Humor ganz offensichtlich ins Herz der Schwarzwälder traf.

Autor: Eberhard Weiß