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19. November 2011
Orden für treue Narren
Die Waldkircher Krakeelia ehrte verdiente Mitglieder / Fasnetausrufen am 13. Januar.
WALDKIRCH. Normales "G’schäft" für die Narrenzunft Krakeelia war an diesem "Elften Elften" 2011 angesagt. Na ja, ein kleines Jubiläum gab’s ja doch: An dem Tag genau vor 33 Jahren hatte der damalige "Hirschen"-Wirt Werner Rigling den "Hirschen-Saal" eröffnet – eben für die damalige Krakeelia-Hauptversammlung 1978. Die tagt bis heute am Elften Elften dort und der frühere Wirt Rigling (er komponierte unter anderem den "Hexenwalzer" für die Zunft) saß jetzt wie seit Jahren als saalältestes Mitglied in den Reihen der Krakeelia.
Die Jahreshauptversammlung wurde mit den Kläpperle taktvoll-taktsicher-traditionell eingeleitet. Im voll besetzten Saal begrüßte Vogt Michael Behringer besonders die neuen Narreneltern Hedwig und Eugen ("erstmals in dieser Funktion"), den Kläpperlegeneral Martin, die Ehrenräte Sepp Haberstroh, Albert Bayer und Alex Greiß, die zwei "Karl-Heinz-Büttel" und die Ehrenoberjungfer.Eine gelungene Premiere hatte dann der neu gewählte Schriftführer Andreas Klausmann mit seinem ersten Geschäftsbericht, der natürlich von der Fasnet 2011 berichtete ("Fazit: Eine wunderschöne, runde Sache, frohsinnig und friedlich"), von närrischen und anderen Ausflügen oder vom bevorstehenden Redaktionswechsel bei der Narrenzeitung (Susi Herterich-Wisser will nach 18 Jahren aufhören, in den Startlöchern stehen unter anderem Niklas Czybulla, Klaus Michna, Eric Fricke und Stefan Sandfort).
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Klausmann informierte außerdem, dass der neu konzipierte Narrenschopf in Bad Dürrheim am 28. Januar 2012 wiedereröffnet werden soll und dass die Krakeelia bereits mit den Vorbereitungen für das Jubiläumsfest zum 150-jährigen Bestehen der Zunft begonnen hat: Es findet am 30. Januar und 1. Februar 2015 statt. Keine Premiere war der Kassenbericht für Richard Kienzle denn er ist schon seit 36 Jahren der Herr der Zunft-Zahlen. Seine Bilanz war umfangreich und weit erfreulicher als die manches Euro-Mitgliedsstaates. "Nebenher" betreut Kienzle mit weiteren Helfern noch das zunfteigene Vogt-Walter-Haus, das auch für Feiern vermietet wird.
Schon lange im Amt ist auch der "Alterspräsident" des Narrenrats, Werner Siegel. Er führt mit Frau Lina und Tochter Nicole seit Jahrzehnten das "Krakeelia-Kaufhaus", wo die Narren Gewänder, Stoffe, Fahnen und vieles mehr erwerben können. Werner Siegel wird bald 80 und will deshalb diese Tätigkeit nach der nächsten Fasnet abgeben. Einblicke in die verschiedenen "Abteilungen" der Waldkircher Zunft gaben danach die Berichte von Vertretern der Kläpperlegarde, der Bajasse, Alten Jungfern, von Kandelhexen und Narrenrat.
Elf Zunftmitglieder wurden unter Beifall geehrt (wobei nicht alle da waren). Den Verdienstorden in Bronze erhielten Heidrun Eisenmann, Ilse Eisenmann, Rosi Seiter, Eva Fricke-Sturm, Monika Nopper, Richard Seng und Johannes Ruchel. Den Verdienstorden in Silber gab es für Rolf Saurbier, den Verdienstorden II. Klasse für Dieter Klausmann und Nicole Sommer sowie den Verdienstorden I. Klasse für Barbara Zurheiden. Vier Narren wurden danach feierlich und neu als "Naudiaken" in die Zunft aufgenommen.
Dann gab Vogt Michael einen Ausblick auf die Fasnet 2012, die in Waldkirch mit dem Ausrufen am 13. Januar beginnt und ihre Höhepunkte mit den Zunftabenden (10./11. Februar) sowie in der Woche darauf mit dem Schmutzige Dunschdig und natürlich mit den drei "hohen" Fasnettagen hat. "Auswärtsspiele" sind bei Narrentreffen in Konstanz (21./22. Januar) und Schömberg (4./5. Februar) angesagt. Der Vogt bedankte sich bei Stadt, Polizei und anderen Unterstützern für das Mittun beim Konzept "Zünftig und vernünftig", was sich positiv auswirke. "Und", so Michael Behringer, "es ist auch keinesfalls überall selbstverständlich, dass, wie in Waldkirch, an Fasnet alli Wirtschafte uff hän!", was die Versammlung mit donnerndem Beifall für die Gastronomen kommentierte.
Und noch ein Lob vom Vogt: "Die Stadt schickt vier Mol an de Fasnet e große Putztrupp durch’s Städtli." Und am Samstag nach dem Aschermittwoch, da sind auch in Waldkirch die Narren zwar müde, aber den Marktplatz, ja, den "schweifen" sie dann schon immer selbst.
Autor: Bernd Fackler
