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28. Februar 2011

Prächtiges Paar löffelt die Narrensuppe aus

Hedwig Löffler und Eugen Pracht als neue Narreneltern "vemehlt" / Zunftabend mit vielen Höhepunkten / Nach 29 Jahren sagt "Superstar" Wolfgang Geng adieu.

  1. Vogt Michael Behringer mit den den neuen Narreneltern Hedwig Löffler und Eugen Pracht (von links) Foto: Christian Ringwald

  2. Die blau-gelben spanischen Bajasse vom Ballettstudio Ute-Anna Foto: Christian Ringwald

  3. Die Lollipops rappen ab: Brigitte Möller, Christa Birkle und Margarita Resch (von links nach rechts) Foto: Christian Ringwald

WALDKIRCH Die Narrenzunft Krakeelia Waldkirch hat – nach einigen Jahren der Vakanz – endlich wieder Narreneltern: Beim Zunftabend am Samstag wurden Hedwig Löffler und Eugen Pracht "vermehlt". Beide werden künftig die Elternrolle für alle Waldkircher Krakeelia-Narren inne haben. Abschied nehmen hieß es dagegen nach 29 Jahren für "Krakeelia-Superstar" Wolfgang Geng. Und die alte "Oberjungpfer" Doris Hofmann ist fortan "Ehren-Oberjungpfer".

Auf dem Regiezettel hieß es "19.11 Uhr: "Glocke! Beginn" und Schlag elf nach Siebeni marschierten die Kläpperlegarde mit ihrem General Martin Frick durch die Halle zur Bühne, derweil die Stadtmusik "Wenn z' Waldkirch in de schöne Stadt" spielte. Nach dem Aufsagen der Narren-sprüche ertönte der Narrenmarsch "D’Fasnet kummt" und der Narrenrat machte seinen "Einlauf". Mit dem ihm eigenen Charme begrüßte Vogt Michael I. alle Gäste. Fanfarenklänge verkündeten, dass nun was ganz Besonderes ansteht: Die Vermehlung der Narreneltern, mit e, nicht mit ä, denn die beiden wurden mit Mehl in ihr Amt gepudert. Vorneweg der Büttel mit Krakeelia-Standarte, dann Bajasse, Hemdklunker, Kandelhexen und Alte Jungfern, eben alles, was die hochehrwürdige Zunft an Narrenfigruen zu bieten hat, begleiteten Hedwig Löffler und Eugen Pracht auf die Bühne, wo der Ehrenrat sich zu ihrem Empfang festlich platziert hatte. Vogt Michael, Kanzler Wolfgang Geng und Zeremonienmeister Berthold Baumer machten sich sodann an die Vermehlung der neuen Narreneltern. Sie bekamen die Insignien ihrer Macht und Würde verliehen: Schirm für Mutter Hedwig und Zylinder für Vater Eugen.

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Kleine und größere Missgeschicke der Waldkircher hatten die Wäschwieber notiert. Aus dem einstigen Trio blieb das Duo Ruth Fenselau und Dorle Wehrle übrig. Die zwei geschwätzigen Wieber hatten die schwere Aufgabe des ersten Auftritts. Dann setzten die Akteure wieder Höhepunkt an Höhepunkt. Man könnte es sich hier einfach machen und einfach sagen: Wie erwartet. Alte Routiniers wechselten sich mit Neuentdeckungen ab. Zwischendrin der schaurig-schöne Tanz der Kandelhexen, den hatten sie sich von Ute-Anna modernisieren lassen, sprich neue Dramatik und Choreografie.

Überhaupt ließ das Ballett-Studio Ute-Anna bei einige Nummern die Narren tanzen. So ihr Hauptballett als gelb-blaue spanische Bajasse mit Kastagnetten, einer besonderen Art der Kläpperle.

"Après Ski" überschrieben die Alten Jungfern ihren Auftritt. Zu Party-Ohrwürmern wie "Ich bau Dir ein Schloss" oder "Skifoan", feierten sie eine Fete und schließlich mischten sich die Skihasen unters Publikum. Die pure Lust am Leben, ließen sich die Damen nicht nehmen! Ohne Zugabe durften die Kläpperlegarde nicht von der Bühne. "Rock 'n Roll" war ihr Thema und die bekannten Hits bekamen mit den Kläpperle noch mehr Feuer! Immer wieder beliebt: "Die Lollipops" und die "Fitness-Gumsle". Christa Birkle, Brigitte Möller und Margarita Resch rappten über die Bühne und produzierten dabei so manchen Stau im "Städtle". Martin Frick und Matthias Resch begleiteten das Lollipop-Trio. Die drei Gumseln (Silvia Geng, Barbara Hentschel, Sandra Pracht) können eines prächtig: Ablästern! Und ihrer Opfer ? Natürlich die Männer. Da müssen zunächst mal die eigenen herhalten, aber auch andere gehen nicht leer aus.

Viele Jahre führte Klaus Michna als Ober-Hexe die Kandelhexen an, nun sein Debüt als "Lehrer Lämpel". Mit seinen Reimen las er der hohen und kommunalen Politik die Leviten. Eine gelungene Premiere, wenn dem Vortrag auch die allerletzte Prise Pfeffer fehlte.

"Kommt OB von Obama oder wieso ähnelt das Städtle immer mehr Manhattan?" fragten sich s'Plattewieble und Knecht Franz-Sepp vom Wasser-Seppli sim Hof. Weil "s’eiserne Brückli" bei Nacht und Nebel abgebaut wurde, flog s’Plattewieble in den Wegelbach und verletzte sich am Kopf. Warum sie denn nicht über die Straße ausgewichen sei, fragte Franz-Sepp. "Bi dene große Löcher im Belag isch des genauso g’fährlich", konterte s'Platte-wieble – eine Glanzleistung von Susi Herterich-Wisser und Lutz Benz. Letzterer hatte aus aktuellem Anlass erst am frühen Abend seine Rolle übernommen und als der Zunftabend bereits lief, dichteten die beiden hinter der Bühne den Text um und studierten ihn ein. Toll! Gratulation.

Die Schnitzelbank gehört zum Zunftabend fast wie das Armen in der Kirche. Attestiert von Kandelhexen, trug sie Peter Öschger in bewährter Form vor. Nach der Elfimess wird mehr verraten.

Nach 29 Jahren muss Wolfgang Geng, kürzer treten und sagte als "Superstar" der Waldkircher Saalfasnet adieu. Dazu schlüpfte er nochmals in seine drei Figuren, mit denen er soviel Witz und Freude in die Zunftabende gebracht hatte: "Dr’ Bott", "Kölner Karnevalsprinz" und "Waldkirchs größter Dubel". "Time to say Goodbye" spielte die Stadtmusik mit Dirigent Oliver Schätzle, der Saal erhob sich, gab Beifall und jubelte. Einmal kommt er ja noch, und zwar zur Elfimess am Fasnetmendig, zum Glück.

Traditionell steht der Bajasstanz am Anfang und vor dem großen Finale das Ballett der Feuerwehr, heuer als "Black Forest Royal Fire Guard". Dann rief Zeremonienmeister Berthold Baumer – er hatte die Moderation des Abends, Wolfgang Ruth war "Ansager" der vielen einzelnen Höhepunkte – nochmals alle Akteure auf die Bühne. Abschluss-Applaus und Aus – Narri-Narro!

Autor: christian ringwald