Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
10. Februar 2012
Rampenflug über den Schnee
Snowboarder und Freeskier aus der ganzen Region nutzen die kurzen Wege und das Flutlicht im Boarderpark auf dem Kandel.
WALDKIRCH. Es ist kalt auf dem Hausberg des Landkreises, so bitter kalt, dass der Kreisjugendskitag mit der Hoffnung auf steigende Temperaturen verschoben wird. Doch Philipp Scherzinger lässt sich durch den Frost den Spaß am Ritt über Hindernisse und am Springen über Schanzen im Boardpark nicht verderben. Zumal, so der Snowboardcrack aus Freiburg, "hier in guter Erreichbarkeit ein Parcours aufgebaut wurde, der für jeden Schwierigkeitsgrad alles bietet und als einziger Boardpark im weiten Umkreis auch unter Flutlicht".
"Ein paar Elemente für Snowboarder haben wir immer schon angeboten", blickt Stefan Hermann in die vergangenen Jahre zurück. Doch 2012 haben der Liftbetreiber und sein Partner Florian Bechert vom Boardshop Freiburg beschlossen, das Angebot für Snowboardfahrer und auch Freeskier professionell auszubauen. "Der Kandel ist für viele in der Region in knapp 30 bis 40 Minuten und damit deutlich schneller als der Feldberg zu erreichen", betont Bechert einen Vorteil gegenüber dem Snowpark auf dem höchsten Schwarzwaldgipfel. Doch der Kandel habe noch andere Asse im Ärmel. "Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit, bei Flutlicht zu fahren", so Hermann. Bisher immer mittwochs, freitags und samstags von 19 bis 23 Uhr.Werbung
Attraktiv für viele Freunde des Schneesports, die berufstätig sind. "Der nächste Flutlichtpark ist in Nesselwang im Allgäu", so Florian Bechert. Das sind mehr als 200 Kilometer von Freiburg. Außerdem haben die Macher entschieden, nicht nur Snowboardfreunde auf dem Parcours fahren zu lassen, sondern diesen auch für Freeskier zu öffnen, die sich nicht überall unter die Boarder mischen dürften, so Bechert.
Entstanden ist ein Park am Kaibenlochlift, der verschiedenen Rails, Kickers und Boxes auf mehreren Linien aller Schwierigkeitsgrade bietet. "Ein optimales Spielfeld für Anfänger wie für Könner", so Philipp Scherzinger. Als Snowboarder, der bei zahlreichen Contests schon auf dem Treppchen stand, kann er das gut beurteilen. Mit zur Qualität des Angebots habe beigetragen, dass Nutzerideen von den Machern aufgegriffen wurden und mit eingeflossen sind. "Außerdem ist auf dem Kandel ein Liftbetreiber, der zu 100 Prozent hinter der Sache steht", so Scherzinger.
Stefan Hermann sieht den Park vor allem als Angebot "für die Jugend in der Region" und plant, gemeinsam mit Florian Bechert, in das Parkkonzept auch kräftig zu investieren. 20 000 bis 30 000 Euro sind für die beiden vorstellbar. "Die Attraktivität des Kandels als Wintersportgebiet wird dadurch nochmals aufgewertet", ist Hermann ganz wichtig. Dass Skifahrer und Boarder sich dabei ins Gehege kommen könnten, befürchtet er nicht. "Die Seite, wo der Park aufgebaut ist, wurde schon bisher von den normalen Skifahrern eher wenig frequentiert", bezieht er sich dabei auf langjährige Erfahrungen. Seit acht Jahren betreibt Hermann die Lifte auf dem Kandel.
"Das einzige Problem ist, dass wir nicht immer genügend Schnee haben", erklärt Hermann und betont, er könne sich auch vorstellen, für den Park eine Beschneiung zu installieren. Ausreichend Schnee braucht es schon, um so manches Hindernis aufzuschieben. Für den kompletten Kaibenlochhang sei eine künstliche Schneedecke nicht realistisch, aber partiell sei es vorstellbar. Erleichternd für die Aufstellung des Parks könnten auch leichte Modulationen des Geländes sein. Zum Spaß auf den Brettern gehöre jedoch nicht nur Schnee. Die überwiegend jugendliche Zielgruppe will auch am Rand der Piste gut unterhalten sein, und so sei geplant, auch diesbezüglich das Angebot zu intensivieren. "Kommen die Sportler, kommen auch die Veranstalter", ist Florian Bechert überzeugt, dass im Boardpark auf dem Kandel zukünftig auch so mancher Wettbewerb ausgetragen werden wird. Dass beim heißen Ritt über Schanzen und Kanten die Temperaturen dann schon von allein steigen, steht für die Boardparkmacher außer Frage.
Autor: Markus Zimmermann
