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09. Oktober 2015

Sozial, kreativ und flexibel

Der Sozialdienst katholischer Frauen feierte sein 90-jähriges Bestehen und bekam dabei viel Anerkennung ausgesprochen.

  1. SkF-Vorstandsmitglieder und -Mitarbeiter freuen sich über das Jubiläum und wollen weiter vielen Menschen helfen. Foto: ZVG

  2. Die SkF-Vorsitzende wurde vom Improtheater „Ungefiltert“ auf die Bühne geholt (linkes Foto). Die stellvertretende SkF-Vorsitzende Jaqueline Messmer-Ehret (schwarzer Blazer, weißes T-Shirt) interviewte Personen, die seit Jahrzehnten eng mit dem Sozialdienst verbunden sind (mittleres Foto). Die Jubiläumsfeier wurde von Daniela Sauter (Gesang, Piano, Gitarre) und Holger Rohn (Saxofon) musikalisch umrahmt. Foto: Fotos: Karin Heiss

  3. Foto: Karin Heiß

  4. Foto: Karin Heiß

WALDKIRCH. Seit 90 Jahren hilft der Waldkircher Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Menschen in Notlagen. Diesem großherzigen Engagement gebührt Dank und Anerkennung. Selbstverständlich wurde solch ein Jubiläum auch gefeiert: Zunächst fand ein Jubiläumsgottesdienst mit dem katholischen Pfarrer Heinz Vogel in der Stadtkapelle statt, anschließend trafen zahlreiche Gäste im großen Saal des Pfarrzentrums St. Margarethen ein, um sich in geselliger Runde auszutauschen und miteinander zu feiern.

Beim Sektempfang mit leckerem Fingerfood-Büfett, das die Mitglieder der Frauengemeinschaft Siensbach gezaubert hatten, sorgten Daniela Sauter (Gesang, Klavier und Gitarre) und Holger Rohn (Saxofon) für den passenden musikalischen Rahmen. Die Ministrantinnen und ein Ministrant der katholischen Kirchengemeinde sorgten für den Service. Die SkF-Vorsitzende Chrysanta Dreher freute sich über das zahlreiche Erscheinen der Menschen, mit denen der SkF teils seit Jahrzehnten in Kontakt steht, kooperiert und auch Netzwerke geschaffen hat, die das Arbeiten in den inzwischen vielfältigen Bereichen kontinuierlich effektiver machen durch das fruchtbare Miteinander.

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"Es ist so viel zu machen

und zu helfen,

wenn nur jemand da ist,

der es tut."

SkF-Initiatorin Anna Hoch
Dreher ließ die Entstehung und Entwicklung des SkF Waldkirch anhand einiger Meilensteine Revue passieren. Vor 90 Jahren war es die Elztälerin Anna Hoch, welche die Gründung des katholischen Fürsorgevereins "vor allem für in Not geratene Frauen, Mädchen und Kinder" in Waldkirch initiiert hatte, aus dem der SkF wurde. Dessen Kürzel stehe auch für "sozial, kreativ und flexibel" und der SkF sei heute Teil eines vielfältigen Netzwerks und Kooperationspartner von verschiedenen Einrichtungen, unter anderem dem Kinderschutzbund, der Arbeiterwohlfahrt, der Diakonie, des Hebammenvereins, Hospizgruppen, Caritas, Sozialstation, DRK, Wiwaldi-Verein und dem Seniorenstift St. Nikolai. Auch die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden sei ein wesentlicher Teil der Arbeit der Mitarbeiter des SkF.

Neben Finanzmitteln seitens der Kirche beziehungsweise des Diözesanverbandes seien die immer differenzierter und aufwändiger werdenden Tätigkeiten erheblich vom politischen Willen, die Arbeit mitzutragen, abhängig. Von dieser Seite aus zollten Repräsentanten der verschiedenen Ebenen durch ihr Kommen dem SkF Anerkennung. Darunter Bundestagsabgeordneter Peter Weiß (CDU), Landtagsabgeordneter Alexander Schoch (Grüne) und Oberbürgermeisterstellvertreter Klaus Detel (SPD), der in seinen Grußworten im Namen des OB und Stadtrats "die Mitarbeiter des SkF als kompetente Menschen" bezeichnete, welche ihre Arbeit wichtig nehmen. Dementsprechend böten sie, zugeschnitten auf vielfältige, schwierige Lebenslagen und Bedürfnisse von Menschen ein breites Spektrum an Angeboten.

Von Beginn an kommt im SkF dem ehrenamtlichen Engagement eine herausragende Bedeutung zu, wie die Vorsitzende unterstrichen hatte. So fühlen sich 122 Ehrenamtliche dem SkF als Mitglieder verbunden und 66 von ihnen arbeiten aktiv in verschiedenen Bereichen mit.

Detel lobte den ehrenamtlichen Einsatz für Menschen, die zeitweilig oder für längere Zeit Unterstützung brauchen, ob in Form von Betreuung oder Fürsorge. Zusammen mit den Beratungs-, Hilfs-, Lehr- und Informationsangeboten der angestellten Mitarbeiter sei der SkF "eine wertvolle Institution", der Detel eine "gute Zukunft" wünschte. Als Präsent überreichte er dem Sozialdienst eine Spende der Stadt und schloss mit den Worten der Gründerin seine Rede: "Es ist so viel zu machen und zu helfen, wenn nur jemand da ist, der es tut."

Weitere Vertreter von Gruppen, Initiativen, Vereinen und Ämtern, die mit dem SkF teils seit Jahrzehnten zusammenarbeiten, kamen dann in Interviews zu Wort, welche die stellvertretende Vorsitzende Jaqueline Messmer-Ehret führte. Darunter die langjährige SkF-Vorsitzende Ute Hiller, Silvia Kraus vom Kinderschutzbund, Josefine Felgenhauer (Vorsitzende aller SkF-Ortsvereine in der Diözese Freiburg) und die längste Mitarbeiterin des SkF Waldkirch, Andrea Österle, die im Bereich Schwangerschafts- und Familienberatung tätig ist. Die Ausführungen der Gefragten zeigten deutlich auf, wie sich die Agitationsbereiche und Arbeitsfelder im Laufe der Zeit änderten, teils vielschichtiger und damit auch schwieriger wurden, oder durch veränderte gesellschaftliche Begleitumstände neu angelegt oder weiterentwickelt werden mussten.

Rita Maciej-Meier, die langjährige stellvertretende Vorsitzende, lud die Gäste dann ein, die Informationsangebote der SkF-Mitarbeiter an ihren Ständen zu nutzen, "um die verschiedenen Arbeitsfelder kennenzulernen". Über die Geschichte des Skf informierten Schautafeln am Saaleingang.

Zur Geselligkeit und Erheiterung trug auf der Bühne dann das Impro-Theater "Ungefiltert" bei. Die drei jungen Leute setzten spontan ein und um, was ihnen gegeben wurde. Ob ein Gegenstand, wie die Handtasche, ein Buchstabe, ein Wort oder gar eine spezielle Vorgabe, nämlich "Jäger – Wildschwein". Alles wurde verpackt in eine Handlung, die mal skurril, mal einfach nur lustig und immer sehr fantasierreich war. Dabei gelang es ihnen auch noch, den SkF und seine Bestrebungen inhaltlich mit einzubinden und auch personell. Denn einmal musste die Vorsitzende Chrysanta Dreher auf der Bühne Platz nehmen, denn bevor "Ungefiltert" eine "Hymne auf den SkF" anstimmen konnte, mussten sie die Infos dafür von ihr bekommen. Das Improtheater erntete viel Gelächter und großen Applaus.

Autor: Karin Heiß