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22. April 2010 14:39 Uhr

Gemeinderatsbeschluss

Stadtbus bleibt – aber reduziert im Angebot

Die finanziellen Zwänge in der Stadt führen ab Dezember zu Veränderungen beim Stadtbus: Der Gemeinderat beschloss am Mittwochabend ein reduziertes Programm an Fahrten und die Abschaffung des Anrufsammeltaxis ab dem Fahrplanwechsel.

  1. Nicht abgeschafft, aber deutlich reduziert im Angebot wird der Stadtbus, der Siensbach und Suggental bedient. Foto: Frank Berno Timm

WALDKIRCH. Der Aufwand für die Stadt soll sich dadurch von derzeit rund 105 000 Euro auf 65 000 Euro ab dem Haushaltsjahr 2011 reduzieren. Statt bisher 14 Fahrten von und nach Siensbach gibt es künftig acht nach Siensbach und sieben von Siensbach nach Waldkirch.

Aber auch der Wunsch der Offenen Liste und der SPD sich mit dem Thema "Bürgerbus" zu beschäftigen, wie es ihn in Bad Krozingen und anderswo gibt, soll weiterverfolgt werden.

Perspektive "Bürgerbus"?

Sabine Wölfle (SPD) hofft hier auf passgenauere Angebote, zum Beispiel im Sommer eine "Schwimmbadlinie". "Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen", sagte Oberbürgermeister Richard Leibinger. Er sprach sich jedoch dagegen aus, diese beiden Dinge alternativ zu betrachten, insbesondere weil er für einen "Bürgerbus" mit einem längeren Vorlauf von anderthalb bis zwei Jahren rechne, zumal dieses Projekt sehr hohe Anforderungen an den Einsatz der ehrenamtlichen Fahrer stelle. Sein Vorschlag, jetzt das veränderte Stadtbusangebot zu beschließen und sich bis zum Sommer intensiv mit dem Thema "Bürgerbus" zu beschäftigen (Erfahrungen anderenorts, Kosten, Organisation und ähnliches) fand eine Mehrheit.

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Zwei Fahrgäste pro Fahrt sind zu wenig

Im Kern bedeutet die nun beschlossene Veränderung ab Dezember eine Reduzierung der Fahrten, wobei hier insbesondere jene von und nach Siensbach entfallen, die bislang kaum genutzt wurden. Dem schloss sich auch der Ortschaftsrat am Dienstag an: "Fahrten mit ein bis zwei Fahrgästen oder nur vier pro Woche sind nicht vertretbar", schätzte der Siensbacher Ortsvorsteher Michael Schmieder ein. Auch fast zeitgleiche Fahrten eines Stadtbusses und eines SBG-Busses seien sinnlos. Schmieder fand, dass das Angebot für die Siensbacher auch in Zukunft noch "vernünftig" sei – insbesondere im Schüler- und Berufsverkehr.

Schülerverkehr unverändert

Zwei Fahrten – 11.32 ab Waldkirch nach Siensbach und von dort 11.57 Uhr wieder zurück – wurden auf Wunsch des Ortschaftsrates noch auf den Vorschlag des Technischen Ausschusses draufgesattelt. Der Schülerverkehr bleibt unverändert. Neu sind zwei Verbindungen von Siensbach nach Waldkirch (13.40 Uhr durch die SBG) und von Suggental nach Waldkirch (12.30 Uhr, Stadtbus).

Nahversorgung verbessern

Neben der überwiegenden Zustimmung zum Beschluss aus finanzieller Not gab es auch kritische Stimmen: Stadtrat Nikolaus Wernet (DOL) findet die Kürzung, insbesondere die Abschaffung des Sammeltaxis (unter anderem auch zum Bruder-Klaus-Krankenhaus), nicht hinnehmbar. Martin Hünerfeld (CDU) fürchtet, dass die Fahrgastzahlen nun ganz einbrechen. Ortsvorsteher Michael Schmieder regte an, sich über die Verbesserung der Nahversorgung in Siensbach Gedanken zu machen, damit die Bewohner nicht unbedingt nach Waldkirch fahren müssen. Monika Jägle (CDU) hofft vorerst auf die funktionierende Nachbarschaftshilfe. Der Stadtbus wurde bislang pro Woche von 800 bis 1000 Fahrgästen benutzt, etwa 40 000 im Jahr.

Autor: Sylvia Timm