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01. Dezember 2014

Tipps für packende Filme

Referat von SWR-Redakteur Michael Hertle beim Film-Club.

  1. Referent Michael Hertle Foto: zvg

WALDKIRCH. Im Film eine Geschichte erzählen. Die Zuschauer am Bildschirm halten, damit sie nicht umschalten. Das muss Michael Hertle, Redakteur beim Südwestrundfunk Studio Freiburg mit seinen Fernsehbeiträgen in der Landesschau Baden-Württemberg immer wieder gelingen: Einen solchen Profi für die Vereinsarbeit des Film-Clubs Breisgau gewonnen zu haben – darauf war der Vorstand stolz.

Viele Mitglieder und Gäste sahen das auch so und waren gekommen. Vorsitzender Klaus Haberstroh begrüßte sie im "Hirschen". Die Gelegenheit, Tipps und Anregungen für das eigene Hobby als Video-Filmer zu bekommen, wurde rege genutzt. Unter dem Motto "Von der Idee zum fertigen Film" plauderte Hertle aus seinem Alltag als Fernsehredakteur und untermauerte das Gesagte immer wieder mit eigenen Filmbeiträgen, die alle in der Landesschau Baden-Württemberg liefen.

Am Anfang eines Filmbeitrags stehe die Recherche. Wer kann zum Thema was sagen? Und wo, vor welcher Kulisse kann das Interview geführt werden? Hertle hatte aktuell über den Bahnstreik der GDL einen Filmbeitrag vorbereitet. Da sollte natürlich auch ein Lokführer zu Wort kommen. Vor seiner Lokomotive, im Bahnhof in Freiburg? Ausgeschlossen. Dazu gab die Pressestelle der Deutschen Bahn (DB) keine Drehgenehmigung. Also musste improvisiert werden. Vor dem Bahnhof, auf neutralem Gelände, kam dann der Lokführer zu Wort. Oder der Beitrag über die Felssicherung im Höllental. Da wären Kamerateam und Redakteur natürlich gerne vor Ort gewesen. Oben am Felsen. "Nein", erfuhr Hertle auf Nachfrage beim Regierungspräsidium, "zu gefährlich da oben." Auch die DB hatte Vorbehalte. Also wurde ein Felskletterer mit Helmkamera ausgestattet. Interviews wurden unten geführt. Für die Aufnahmen mit Blick auf die Baustelle in luftiger Höhe wurde ein Copter mit Kamera ausgerüstet und machte tolle Flugaufnahmen.

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Aber ein Film lebe nicht nur vom technischen Einsatz. Dort, wo der Zuschauer Zusatzinfos braucht, solle der Kommentar unterstützen. Was man sieht, wird nicht auch noch kommentiert. Kommentarsätze müssten kurz und prägnant sein, da der Zuschauer nicht, wie in Buch oder Zeitung, nachlesen könne. Er habe nur einen Durchgang, bei dem das Gesagte ankommen und verstanden werden muss. Vom Drehtag kommt Hertle mit einer Vielzahl von Einstellungen zurück. Erst dann entsteht der Film am Schneidetisch. Mit dem Cutter, der den eigentlichen Filmschnitt besorgt, werde um Bilder und Reihenfolge gerungen, der Kommentar geschrieben und gesprochen. Wenn genug Zeit bleibt, wird der Filmbeitrag nach Stuttgart zur Sendeleitung geschickt. Wenn die Zeit zu knapp ist, weil Aktualität Priorität hat, werde ein Beitrag auch schon mal direkt aus Freiburg in die laufende Sendung überspielt. Dann klopfe auch das Herz des erfahrenen Redakteurs Hertle schon mal schneller.

Mehr Informationen finden sich unter http://www.film-club-breisgau.de

Autor: Klaus Haberstroh