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09. Februar 2012
Viel Gestrüpp nimmt Licht
Gehölzarbeiten am Schänzle / Auslichten dient dem dauerhaften Erhalt von Lebensräumen.
WALDKIRCH. Zum Schutz und der Weiterentwicklung der Natur werden in der nächsten Woche Gehölzarbeiten unterhalb des Heldenkreuzes im Gewann Schänzle ausgeführt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, werden zur behutsamen Weiterentwicklung jeweils Abschnitte von 10 bis 15 Metern ausgedünnt, die stehengebliebenen kommen später dran.
Der Baum- und Sträucherbestand oberhalb der früheren Schlittenwiese entlang des Wanderweges am Schänzle erfüllt nicht nur für die Wanderer und Naherholungssuchenden, sondern auch aus ökologischer Sicht eine wichtige Funktion. Deshalb wurden im Jahre 2011 die Tierlebensräume zwischen Wald und bestehender Bebauung im Auftrag der Stadtverwaltung von einem Ökologen untersucht.Durch das Büro für Landschaftsplanung Zurmöhle wurde dabei festgestellt, dass insbesondere die Gehölzriegel in der offenen Flur für Vögel und Fledermäuse bedeutsam sind. Für die Vögel dient die unterständige Strauchschicht als Brut- und Nahrungslebensraum. Die Fledermäuse orientieren sich dagegen auf ihren Flügen zum Jagdgebiet an linienhaften und größeren Gehölzen. Dort, wo in alten Bäumen Höhlen vorhanden sind, bietet sich Raum für Wochenstuben von Fledermäusen und in Höhlen brütenden Vögeln.
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Unter diesem Aspekt wurden die Gehölzriegel und wertgebenden Einzelbäume auf ihre Funktion für Vögel und Fledermäuse erfasst und bewertet. Um den derzeitigen Zustand dauerhaft zu erhalten, sei aber auch eine entsprechende Pflege zwingend erforderlich, da ansonsten die Strauchschicht Zug um Zug überaltert und verloren geht. Damit wieder Licht nach unten dringen kann, muss ein Teil der älteren Bäume entfernt werden, erläutert die Stadtverwaltung. Dadurch würden wertvolle Einzelbäume und eine durchgängige Gehölzlinie dauerhaft erhalten. Sträucher werden auf den Stock gesetzt und treiben wieder aus.
Damit nicht alle Sträucher auf einmal ausfallen, geschieht die Pflege in Abschnitten von 10 bis 15 Metern und im Wechsel etwa alle zehn Jahre. So bleibt die Hälfte der Sträucher bei jedem Pflegeeingriff jeweils erhalten. Die zweite stehengebliebene Hälfte kann sich bis zur nächsten Pflege entwickeln. Die Erhaltungspflege wird vor Beginn der Vegetationsperiode (bis Ende Februar) durchgeführt, um frühbrütende Vögel nicht zu gefährden. Voraussichtlicher Beginn der Arbeiten ist am 13. Februar, die Pflegearbeiten dauern etwa drei Tage. Der von der Stadt beauftragte Diplomforstwirt Hans-Joachim Zurmöhle wird den zu entfernenden Baumbestand festlegen. Art und Umfang der Maßnahme wurden mit dem Naturschutzbeauftragen des Landkreises Emmendingen, Ortgies Heider, abgestimmt. Zurmöhle wird die Pflegearbeiten auch vor Ort begleiten.
Autor: hbl
