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23. März 2009
Von der Sarabande bis zum Menuett
Benefizkonzert mit achtbaren Leistungen Die Musikschule Waldkirch unterstützt die Fertigstellung der Waldkircher Stadtkapelle .
WALDKIRCH. Die Stadtkapelle (erbaut um 1336) ist das älteste Gebäude in Waldkirchs Mauern. Die Renovierung ist so gut wie geschafft, sogar die beiden fehlenden großen Bilder ("Maria Verkündigung" und "Jesus im Tempel") wurden dieser Tage fertig restauriert. Der schöne Raum unweit des Marktes ist nicht nur eine nach wie vor genutzte Kirche, sondern zugleich Konzertraum für die Waldkircher Musikschule. Offensichtlich lag ein Benefizkonzert, das bei der Bewältigung noch zu zahlender Gelder helfen sollte, nah; am Sonntagnachmittag musizierten Schüler und Lehrer gemeinsam in einer gut besetzten Kapelle. So schön der Gottesdienstraum geworden ist, sind immer noch Kompromisse notwendig: Die Orgel muss noch restauriert werden; stattdessen stand ein E-Piano im Altarraum (das, natürlich, nur eine Andeutung von der Klangvielfalt eines ausgewachsenen Klaviers bietet).
Wer das Geschehen in der Musikschule aufmerksam verfolgt, konnte einmal mehr feststellen, dass dort eine ganze Reihe junger Musikerpersönlichkeiten heranwachsen, die durchaus konsequent an die Bühne herangeführt werden. Alexander und Tobias Oschwald (Trompeten) begannen mit Olivia Shurman (E-Piano) und dem ersten Satz aus Paolo Barattos Lux Aeterna. Schön die Idee, die beiden links und rechts im Altarraum zu postieren. Diemut Westpfahl, Sabrin Mohamad, Jenny Luksch und Johannes Hauptmann (alle Gitarre) haben mit ihrem Lehrer Werner Fischer schon bei anderen Gelegenheiten gespielt – ihre zwei Doppelsätze aus Telemanns Konzert für vier Gitarren zeigten, dass sie das Wesentliche dieser Musik durchaus verstanden haben. Fabian Fink ließ bei seinem "Sentimental Walzer" von Tschaijkowski dann doch das Gefühl vermissen – die romantische Klaviermusik will eben, wenn es um Walzer geht, die Verzögerung, das "Dahinschmelzen", Träumen (wozu freilich das Instrument nicht unbedingt hilft, aber dafür konnte Fink nichts). Wirklich am besten mit dem Raum wusste Tim Schellenberger umzugehen: Seine Trompete klingt in der Kapelle groß und wunderbar und er bewältigt die Sarabande von Jean Hubeau (E-Piano: Olivia Shurman) ohne wirkliche Mühe.
Bemerkenswert Haydns Menuett aus dem Trio "Opus 11/4" mit Jenny Luksch und Werner Fischer (Gitarre), Rosina Skirka (Altblockflöte), Eilike Schwab (Geige) und Fischers Kollegin Susanne Hans (Cello) – quer über die Instrumentalklassen finden sich in der Musikschule immer wieder neue, entwicklungsfähige Ensembles zusammen. Mehr Überschwang wäre das nächste Mal dem Celloquartett von Matthias Treber, Marie Heßlinger, Alban Michler und Susanne Hans zu wünschen, Goltermanns "Religioso" bietet dafür genug Raum.
Leonie Mohr (Saxophon) und Christina Albicker (E-Piano) gehören zu den Siegern bei "Jugend musiziert" (die BZ berichtete). Die beiden spielten am Ende des Konzerts Antonio Vivaldi, Jean Baptiste Singelée und Jindich Feld – deckten also, in (gefühlten) zehn Minuten, die Musikgeschichte vom Barock bis zur Moderne ab. Ein bemerkenswertes Konzert, bitte mehr davon.
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Autor: Frank Berno Timm
