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05. Dezember 2008

Weltpremiere an der Orgel

Musik und Texte zur Advents- und Weihnachtszeit im Orgelbauersaal der Orgelstiftung

  1. Jürgen und Manuel Braun (von rechts) begeisterten mit Musik und Texten zur Advents- und Weihnachtszeit im Orgelbauersaal. Foto: Eberhard Weiss

WALDKIRCH. Mit "Musik und Texten zur Advents- und Weihnachtszeit" beschloss die Waldkircher Orgelstiftung die Reihe ihrer diesjährigen Konzerte. Jürgen und Manuel Braun boten mit Musik vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, gespielt auf einer Konzert-Drehorgel, mit Gedichten und Texten von der Romantik bis zur Gegenwart einen außerordentlich vergnüglichen "Erster-Advent-Vorabend" an.

Jürgen Brauns Drehorgel ist, schon rein äußerlich durch die Fertigung in hochwertigem Kirschbaumholz und die beiden Seitentürme mit den Pfeifen der tiefen Oktave, ein besonderes Instrument. Gebaut nach  Brauns Vorstellungen Anfang 2007 bei Jäger & Brommer und einmalig gefertigt, hat sie, und zwar durchgehend chromatisch, einen Tonumfang von viereinhalb Oktaven. Durch die weiche Intonierung und ihren fast kammermusikalischen Klang ist sie geeignet Musik der europäischen Tradition bis zu zeitgenössischen Werken wiederzugeben.

Mit einem "Allegro für eine Flötenuhr" von Philipp Emanuel Bach, einem Schwerpunkt des Repertoires von Jürgen Braun, begann der musikalische Teil des Abends, nachdem Manuel Braun mit Matthias Claudius’ "Ein Lied hinterm Ofen zu singen" den vielen Besuchern in der "guten Stube der Orgelstiftung" mit dem Versprechen, die Herzen der Zuhörer mit Werken und Kompositionen unterschiedlichster Autoren und Musiker zu wärmen, ein herzliches Willkommen entboten hatte. So wechselten sich in bunter Reihenfolge Lyrik und Prosa von Matthias Gryphius und Friedrich Spee, ein "Poetischer Christgesang"  mit Walter Benjamins "Weihnachtsengel", der "Guten Nacht" von Berthold Brecht mit Ludwig Tiecks "Schilderung des Weihnachtsmarktes in Alt-Berlin" ab.

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Hans-Dieter Hüschs "Weihnachten" ist eine herrliche Parodie auf die Vorbereitungen zur Bescherung. Manuel Braun erfreute durch seinen klaren und stets differenzierenden Vortrag. Jürgen Braun hatte sich drei Sonaten von Domenico Scarlatti ausgesucht, aber auch Ernst Blochs "Winterkompositionen" aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Mozart selbstverständlich: Deutsche Tänze mit dem herrlichen Trio "Die Schlittenfahrt". Zum Schluss die schöne Air aus Georg Friedrich Händels  "Wassermusik".  Als Zugabe noch Wilhelm Busch und ein Menuett von Josef Haydn. Wolfgang Brommers wies in seinem Dank darauf hin, soeben in der Musik von  Jürgen Braun eine "Weltpremiere" gehört und miterlebt zu haben. 

Autor: wß