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08. Juni 2012 17:35 Uhr

Standortsuche

Windkraft: Rekorder nehmen Fledermauslaute auf

In den Wäldern Waldkirchs, Gutachs und Simonswalds werden Rekorder an Bäumen befestigt. Sie sollen Ultraschalllaute von Fledermäusen aufzeichnen. Die Aktion hat mit der Standortsuche für Windkraftanlagen zu tun.

  1. Im Flug gezählt werden jetzt die Fledermäuse an möglichen Windkraftstandorten im unteren Elztal und Simonswald (Symbolbild). Foto: dpa

Anhand der aufgezeichneten Daten lasse sich ermitteln, ob im betreffenden Gebiet Fledermäuse unterwegs sind. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Prüfverfahrens, mit dem ermittelt wird, ob diese Standorte für Windenergieanlagen in Frage kommen. Das teilt die Stadtverwaltung Waldkirch mit.

Die Rekorder werden in den Gebieten angebracht, die im Windatlas Baden-Württemberg als Bereiche mit viel Wind ausgewiesen sind: Nur dort ist der Bau von Windkraftanlagen voraussichtlich wirtschaftlich. Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Waldkirch, Gutach und Simonswald werden 50 bis 60 solcher "windhöffigen Bereiche" geprüft, heißt es aus dem Rathaus.

Anhand der von den Rekordern aufgezeichneten Daten lasse sich eine Aussage darüber machen, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Fledermausarten mit welcher Häufigkeit in diesem Gebiet unterwegs sind. Fledermäuse sind aber nur eines von 40 Merkmalen, die an möglichen Windkraftstandorten untersucht werden. Andere Merkmale sind zum Beispiel wirtschaftliche Faktoren oder die Zugänglichkeit des Gebiets – die großen Rotorenblätter müssen schließlich auch in das Gebiet transportiert werden können.

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Das Anbringen der Rekorder geht auf einen Beschluss der Verwaltungsgemeinschaft zurück. Der gemeinsame Ausschuss der Stadt Waldkirch und der Gemeinden Gutach und Simonswald hatte im Januar beschlossen, den Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft für die Windenergie fortzuschreiben. Hinter diesem Beschluss stehen Vorgaben der baden-württembergischen Landesregierung. Sie möchte bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent des Stroms aus heimischer Windenergie bereitstellen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen im Land rund 1200 neue Windenergieanlagen errichtet werden.

Die Rekorder hängen ein halbes Jahr lang in den Bäumen und werden danach ohne Folgen für die Bäume wieder entfernt. Die Eigentümer der Waldflächen werden um Verständnis für diese Maßnahme gebeten.

Autor: bz